#MellyGoesE3 – Eine Reise nach Los Angeles

Vorbereitung und Anreise

Wer mir auf Twitter folgt, weiß, dass ich vor wenigen Tagen von einer kleinen großen Reise zurück gekommen bin. Ich wurde vom deutschen Xbox-Team eingeladen, zum E3-Event nach Los Angeles zu kommen. Nach ein bisschen Überlegen und Organisieren, habe ich die Einladung angenommen, denn so eine Möglichkeit gibt es sicher nicht so schnell wieder.

Die Einladung kam etwa Mitte April und so ging es von der Zusage schon fast nahtlos in die Organisation über. Ich musste erstmal einen Reise-Pass beantragen, denn bisher hatte ich noch gar keinen. Außerdem mussten einige Formulare ausgefüllt werden. Der Antrag zur Einreise in die USA, die Akkreditierung als „Media“ auf der E3 und die Lufthansa brauchte ein Formular über meine behinderungsbedingten Einschränkungen. Nachdem der Papierkram soweit erledigt war, stand die logistische Planung an. Passende Koffer und Zubehör mussten angeschafft werden und eine „Handtasche“, die den Bestimmungen der E3 entspricht.

Als das alles erledigt war, ging es dann auch schon wenige Tage später los. Knapp drei Stunden vor Abflug, trafen meine Assistentin und ich am Flughafen ein. Die Zeit haben wir auch fast komplett gebraucht. Der Rollstuhl musste nochmal angemeldet und die Zulassung der Batterie geprüft werden, die Koffer wurden angenommen und dann ging es durch die ganzen Sicherheitskontrollen. Den Rollstuhl konnte ich bis zum Einstieg behalten, dann wurde er im Gepäckraum verladen. Ich wurde mit einem speziellen Board-Rollstuhl zu meinem Platz gekarrt, wo mich meine Assistentin mit vielen Kissen ausgestopft auf dem Sitz einrichtete.

Ich sitze auf dem Flugzeug-Sitz und lächele in die Kamera. Um mich herum sind verschiedene Kissen und Plüschtiere, um mich zu stützen.

Nach einem ersten kurzen „Oh je, ich schaff das nicht, zwölf Stunden so zu sitzen. Abbruch, Abbruch!“-Panikanfall mit akuter Kurzatmigkeit, während noch alle einstiegen, haben wir meine Position noch ein wenig geändert und es ging mir sofort deutlich besser. Während des Fluges konnte ich mich dann auch über meinen Sitz und die Assistentin quer legen, sodass es gar nicht mehr so anstrengend war. Der Flug war natürlich trotzdem lang, aber nicht so schlimm, wie ich mir vorher ausgemalt habe.

In Los Angeles gelandet, bekam ich auch direkt nach dem Ausstieg meinen Rollstuhl wieder. Welch wohliges Gefühl, darin zu sitzen und vor allem ihn wohlbehalten wieder unter meinem Hintern zu wissen! Die Einreise dauerte nochmal einige Zeit. Wir mussten neben der Pass-Kontrolle wieder Formulare ausfüllen, Fingerabdrücke abgeben und Fotos von uns machen lassen. Nachdem das überstanden und unser Gepäck eingesammelt war, dauerte es noch eine Weile, bis wir den Chauffeur zum Hotel gefunden hatten. Auf dem Weg zum Hotel konnten wir dann ein bisschen von LA sehen. Palmen an den Straßen, Berge im Hintergrund – und ein Fleck mit Hochhäusern. Downtown, unser Aufenthaltsort für die nächsten Tage.

Eine Straße in LA. Im Hintergrund ist eine großes rundes Hochhaus zu sehen, an den Seiten der Straße sind auch mehrstöckige Gebäude.

Endlich im Hotel angekommen, haben wir uns erstmal im Zimmer eingerichtet und frisch gemacht. Das ganze Auspacken hat einige Zeit in Anspruch genommen. Danach sind wir dann einfach nur noch ins Bett gefallen.

Montag

Den Auftakt meiner E3-Woche machte die Pressekonferenz von Ubisoft. Gefühlt war es eher eine „Tom Clancy“-PK, aber davon abgesehen schon ganz gut. Zu Beginn gab es einen kurzen Ausschnitt aus dem Programm der Assassin’s Creed Symphony. Das Orchester war richtig toll und hätte auch gerne einen längeren Ausschnitt zeigen dürfen. Sehr interessant fand ich dann die Informationen über Watch Dogs Legion. Es soll möglich sein, jeden beliebigen NPC zu rekrutieren und dann als spielbaren Charakter zu nutzen. Ein spannendes Konzept und ich hoffe sehr, dass ich das Spiel spielen kann. Sehr begeistern konnte mich auch der ultra niedliche Trailer zu Gods & Monsters, der ganz am Ende gezeigt wurde, auch wenn noch nicht klar ist, was das eigentlich für ein Spiel wird.

Der Eingang vom Orpheum-Theater, wo die Ubisoft-PK stattfand.

Im Anschluss ging es dann zum Microsoft Theater. Dort gab es bereits einige Anspiel-Stationen für neue Games. Ich war über alle Tage verteilt immer mal wieder dort, um etwas anderes auszuprobieren. Das ging im Microsoft Theater sehr gut, da sie dort ein paar Xbox Adaptive Controller hatten und diese für mich immer an die Station angeschlossen haben, wo ich mir ein Spiel ansehen wollte.

Begonnen habe ich mit DOOM Eternal, wo mich die Paparazzi von Bethesda direkt erwischt haben.

Außerdem habe ich dort noch gespielt:
HyperDot, ein sehr minimalistisches, aber wirklich kurzweiliges Spiel mit einfacher Steuerung
Kurz reingeguckt in State of Decay 2
Ein bisschen Borderlands 3
Und meinen neuen Favoriten, Bleeding Edge. Das Match hat, obwohl mein Team verloren hat, sehr viel Spaß gemacht. Die Charaktere sind großartig gestaltet und es ist kein Nachteil, wenn von der umfangreichen Steuerung nicht alle Möglichkeiten genutzt werden können.

Am Abend ging es dann gemeinsam mit der „Reisegruppe“ von Xbox noch lecker essen. Der ganze Haufen war total lieb und es war eine sehr gemütliche Runde. Das Essen war für mich leider nicht ganz so geeignet, aber der hochkalorische Kuchen hat das dann wieder rausgerissen.

Dienstag

Der erste offizielle Tag der E3. Dieser Tag war dafür geplant, erstmal einen Überblick zu bekommen. Tatsächlich ging das schneller als gedacht, da die E3 vom Gelände her einiges kleiner ist als die gamescom. Obwohl wir gemütlich durch die Hallen gingen und viele Fotos machten, waren wir am frühen Nachmittag schon durch. Das war aber nicht weiter schlimm, da ich dann den Abend zum Ausruhen nutzen konnte.

Mittwoch

Mittwoch war der Tag mit den vielen Terminen. Angefangen hat er mit einer Live-Gameplay-Demo von Cyberpunk 2077. Ich weiß, dass solche umfangreichen Spiele mich überfordern, daher kann ich nicht so richtig mithypen, aber ich kann schon die Begeisterung nachvollziehen. Es steckt sichtbar viel Herzblut im Spiel und alles wirkt detailliert, durchdacht und liebevoll gestaltet.

Als nächstes ging es dann zu Borderlands 3. Zunächst gab es ein paar Videos und Erklärungen vom Designer zu den Neuerungen im Vergleich mit den Vorgängern. Im Anschluss durfte dann eine Demo gespielt werden. Hier habe ich meine Assistentin vorgelassen, da ich meinen Controller nicht mit hatte und es dann für mich sehr umständlich gewesen wäre. Ich habe die Demo später im Microsoft Theater mit Adaptive Controller nachgeholt. Bisher habe ich noch kein Borderlands gespielt, aber ich mag die Optik gern und es sieht auch echt ganz lustig aus. Da die Komponente der sozialen Interaktion mit Freunden aber recht wichtig ist und ich leider kaum Freunde im Xbox-Kosmos habe, ist es für mich eher nicht so interessant.

Am Abend konnte ich mir dann noch ein Demo-Video von Marvel’s Avengers ansehen. Was soll ich sagen? Als Avengers-Fan habe ich da große Lust drauf. Die ersten Sekunden war es irritierend, dass es andere Schauspieler sind als in den aktuellen Filmen, aber ich konnte mich schnell daran gewöhnen. Es sieht nach einem action-reichen Abenteuer aus und ich bin super interessiert daran. Ich freue mich vor allem darauf, „meine“ Black Widow spielen zu können.

Donnerstag

Der letzte Tag auf der E3. Ich hatte nur am Nachmittag noch eine Verabredung, daher konnten wir gemütlich in den Tag starten. Nach einem ausgedehnten Frühstück, ging es erstmal in einen kleinen Park in der Nähe des Hotels. So ein Park umringt von Hochhäusern fühlt sich irgendwie komisch an.

Im Vordergrund sind ein paar kleine Rasenflächen und Bäume, im Hintergrund Hochhäuser mit Glas-Fassade.

Dann ging es noch ein letztes Mal zurück zur E3. Bei Ubisoft war ich mit dem dortigen Accessibility Manager verabredet. Zum einen, um meine Meinung zur Ubisoft-Booth abzugeben, aber auch einfach um ein bisschen über Game Accessibility zu sprechen. Das Gespräch war super interessant und ich bin gespannt, was aus dem Kontakt noch so wird.

Zum Abschluss wurde ich noch in die Vorführung vom „Watch Dogs Legion“-Gameplay eingeschleust. Das hat sehr viel Lust auf das Spiel gemacht. Ich fand es bei der Pressekonferenz schon interessant, aber das gezeigte Gameplay konnte das noch steigern. Da Ubisoft sehr um Accessibility bemüht ist, bin auch guter Hoffnung, dass ich damit klar kommen werden.

Rückreise

Und schon war es soweit. Der Freitag mit dem Rückflug stand vor der Tür. Da der Flug erst abends ging, konnten wir ganz in Ruhe packen und auch noch schnell aus dem nahegelegenen Supermarkt ein paar amerikanische Leckereien für Zuhause besorgen. Mit dem gleichen Fahrdienst wie bei der Ankunft wurden wir nachmittags zum Flughafen gebracht, wo wir wieder fast die drei Stunden brauchten, die wir vorher da waren.

Am Check-In hätten sie mir am liebsten direkt schon den Rollstuhl weg genommen und die Batterie ausgebaut. Beides konnten wir nach etwas Diskussion erfolgreich verhindern. Die Sicherheitskontrolle aus dem Land raus war fast strenger als rein. Da ich aufgrund des Korsetts nicht richtig abgetastet werden konnte, musste erst eine Person von höherem Rang kommen, um das durchzuführen. Von meiner Flüssignahrung im Handgepäck wurden mindestens drei Abstriche gemacht, da die wohl sehr gefährlich wirkte.

Nachdem alles ausdiskutiert und überstanden war, ging es schon bald in den Flieger. Dieses Mal saß ich von Anfang an besser und konnte den Start sogar ein bisschen genießen. Da ich am Fenster saß, habe ich auch etwas davon sehen können. Die meiste Zeit des Fluges habe ich mich aber wieder quer gelegt und ein bisschen mit der Beatmung gedöst. Die vergangenen Tage waren schon recht anstrengend.

Die Flugroute von Los Angeles nach Frankfurt a/M

Mit etwa 20 Minuten Verspätung trafen wir Samstag-Nachmittag in Frankfurt ein. Die Reise hat mich müde ankommen lassen, aber ich bin sehr glücklich, dabei gewesen zu sein. Ich habe einiges gesehen, das ich anders nicht erlebt hätte und ich freue mich auf alles, was da kommen mag.

gamescom 2017 – Gaming auf dem Weg zur Inklusion?

Drei Wochen ist es nun schon wieder her, dass sich außerhalb der Karnevals-Session haufenweise verkleidete Menschen durch die Kölner Straßen bewegten. Die meisten mit dem Ziel KölnMesse, wo die gamescom stattfand. Unter dem diesjährigen Motto „The Heart of Gaming“ sollte ein Schwerpunkt auf gemeinsamem Spielen liegen. Ein gutes Motto, um sich mal anzusehen, wie es in der Gaming-Branche so um Inklusion steht und so machte auch ich, allerdings ohne Cosplay, mich auf den Weg zur Messe.

Am Eingang bekam ich direkt einen Hallenplan für mobilitätseingeschränkte Messebesucher in die Hand gedrückt. Auf diesem Plan waren alle Behinderten-Toiletten und Aufzüge eingezeichnet, sodass ich diese nicht lange suchen musste. Den Plan konnte man vorab auch online einsehen und wäre ich mit dem Auto angereist, hätte es dort Tipps zum Parken gegeben. Der Plan war in jedem Fall eine gute Hilfe. Nun aber zu einem Kritik-Punkt: die Stände. Viele Stände hatten eine Stufe von etwa 5 cm. Das ist für meinen Rollstuhl noch zu bewältigen, schlägt mir aber trotz guter Federung so stark in Rücken und Nacken, dass ich mir spätestens nach dem dritten Mal rauf und runter überlege, ob ich mir das wirklich unbedingt ansehen will. Ein Stand, der mich interessiert hätte, hatte sogar eine noch größere Stufe, über die ich mich nicht gewagt habe. Positiv zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass eine Handvoll Stände auch Rampen angebaut hatten. Neben dem Stufen-Problem kommt aber noch hinzu, dass die Gänge innerhalb mancher Stände, also zwei gegenüberliegende Reihen mit Computern, teilweise recht eng gebaut waren und ich den Gang versperrt hätte, wenn ich frontal vor dem Bildschirm gesessen hätte. Unbeabsichtigt im Weg zu stehen fühlt sich immer ziemlich doof an.

Aber natürlich habe ich mir nicht nur die Stände an sich, sondern vor allem auch ein paar Spiele angesehen. Als erstes führte mich der Weg zu „Detroit – Become Human“. Die Szene, die ich spielen konnte, ließ sich sehr gut bedienen. Insgesamt benötigt dieses Spiel nur wenig Knöpfe und das sind für mich gerade die, an die ich gut dran komme. Es bleibt noch abzuwarten, ob an der ein oder anderen Stelle die Bewegungs-Steuerung genutzt werden muss, denn dann bin ich leider raus. Die gespielte Szene hat mir gut gefallen. Man konnte direkt merken, dass es sehr viele Möglichkeiten gibt, sie zu spielen. Ich habe mich entschieden, nur das nötigste anzusehen und dann direkt zur Geiselnahme zu laufen. Im Verlauf des Gesprächs stiegen und fielen meine Chancen auf Erfolg und letztlich habe ich auch nicht geschafft, das Mädchen zu retten. Dennoch hat der Test viel Spaß gemacht und lässt mich gespannt auf das Spiel warten.

Nachdem die erste Spielerfahrung also gut gelaufen, obgleich nicht gut geglückt, war, ging es weiter zu „Uncharted: The Lost Legacy“. Hier hat mich eigentlich nur interessiert, ob die Einstellung für Barrierefreiheit aus Uncharted 4 beibehalten wurden. Ich startete das Spiel, ging in die Einstellungen und war sehr zufrieden. Ich habe mir den Controller dann auch kurz angepasst und ein bisschen im Spiel rumgeguckt. Es ist Uncharted, da weiß man ja schon ungefähr, was einen erwartet.

Als nächstes habe ich mich einem ganz kleinen Stand zugewand, weil das Spiel einfach so niedlich aussah. In „Tamarin“ spielt man einen kleinen Tamarin mit dem man durch die Welt rennt und sie vor boshaften Eindringlingen beschützen muss. Hier hatte ich leider Probleme mit der Steuerung. Grundsätzlich war das Level für mich spielbar, eine freie Tastenbelegung hätte mir aber geholfen. Der Stand wurde vom Entwickler selbst betreut und ich habe ihn gefragt, ob er denn mal über Optionen für Barrierefreiheit nachgedacht hat. Er meinte in etwa: „Also mein Chef ist sehr engagiert dafür, der spendet jährlich an so eine Organisation (Anm: vermutlich AbleGamers) für behinderte Gamer“. Er hat aber sofort eingesehen, dass das zwar natürlich auch toll ist, konkrete Optionen im Spiel aber ebenso wichtig sind. Wer weiß, vielleicht habe ich da noch was bewegt.

Zum Schluss wollte ich mir noch die Nintendo Switch ansehen und habe mich an Mario Odyssey versucht. Als ich im Frühjahr das erste Mal von der Switch gehört habe, dachte ich, durch ihre Modularität könnte sie sehr praktikabel für mich sein. Auf der gamescom waren die JoyCons leider sehr unpraktisch festgebunden, sodass ich nicht testen konnte, wie gut ich sie auf meinem Tisch liegend bedienen kann. Ein Betreuer vom Stand hat mir einen JoyCon hingehalten und meine Assistentin den anderen bedient. Das war schon auch irgendwie eine lustige Art, gemeinsam zu spielen, aber für das, was ich eigentlich wissen wollte, nicht so hilfreich. Allerdings habe ich die JoyCons jetzt mal gesehen und gefühlt und ich denke, sie wären beim Drücken zu rutschig und zu leicht, um auf meinem Tisch vernünftig liegen zu bleiben.

Nach der gamescom habe ich noch zwei, drei Entwickler kontaktiert und mich erkundigt, wie es bei deren angekündigten Spielen um Optionen für Barrierefreiheit steht. Mein Eindruck davon und von den Kontakten auf der gamescom ist, dass noch nicht genug Bewusstsein für mögliche Barrieren vorhanden ist. Meine Fragen und Beispiele wurden ohne Ausnahme immer dankend angenommen und ich habe bei fast allen das Gefühl gehabt, dass sie ihre Spiele gerne auch für behinderte Gamer öffnen möchten. Ich werde also weiterhin digital an die Türen klopfen und auf meine Probleme bei der Steuerung hinweisen, denn nur so können die Entwickler lernen, wo Barrieren liegen.

Zwei Wochen Frankreich – zwischen Pandas, EM und Disney-Zauber

Letztes Jahr, es war auch irgendwann im Sommer, hörte ich im Radio, dass bald das Portal für Tickets für die Fußball-EM geöffnet werde. Wegen Daniel hatte ich 2014 die WM verfolgt und viel Spaß dabei, so kam der fixe Gedanke, wir könnten ja zusammen zu einem EM-Spiel fahren. Ich fragte ihn also, ob er Lust darauf hätte, sich mit mir ein Spiel in Frankreich anzusehen. Er hatte nicht sonderlich viel Hoffnung, dass wir Tickets bekommen würden und so hielt sich seine Begeisterung in überschaubaren Grenzen, ich hatte aber seine Zustimmung, unser Glück zu versuchen.

Da ich unsere Chancen auch nicht so hoch einschätzte, zog ich für vier Spiele ein Los. Zwei aus der Gruppenphase, das Viertelfinale und das Finale. Einige Wochen später kam dann die Mail: wir durften für alle vier Spiele Tickets kaufen! Da wir nicht alle Spiele wahrnehmen konnten und wollten, entschieden wir uns für Viertelfinale und Finale. Beide Spiele fanden im selben Stadion statt und lagen nur eine Woche auseinander, sodass sie sich gut in einem Urlaub verbinden ließen. Ich wollte gerne noch eine Woche Urlaub nach der EM anhängen, um noch etwas Frankreich und Urlaub ohne Fußball zu erleben und so stand schon sehr früh der Plan für unseren Sommerurlaub.

Die Zeit bis zur Reise verging dennoch sehr schnell. Mit einem vollgepackten Auto machten wir uns auf den Weg in die französische Pampa, wo wir eine Ferienwohnung in einem Dörfchen umringt von Kornfeldern bezogen. Landschaftlich eine wirklich schöne Gegend, aber auch absolut abgelegen. Zum nächsten großen Supermarkt waren es schon 15 km.

Der erste Tag stand dann schon ganz im Zeichen der EM und des Viertelfinales Island – Frankreich. Früh machten wir uns auf den Weg Richtung Stade de France, Saint-Denis, denn unsere Unterkunft lag etwa zwei Stunden Fahrtzeit entfernt. Nachdem wir am Zielort etwas gegessen hatten, machten wir uns auf den Weg ins Stadion. Schon vor der Kontrolle wurden Volunteers auf uns aufmerksam und eine begleitete uns von dort durch die Menschenmassen und bis zum Platz. Das war ein sehr guter Service, denn ein Stadion, wo 81.000 Menschen rein passen, ist unglaublich groß. Unsere Plätze waren sehr gut. Nicht ganz unten, sodass wir einen guten Überblick hatten, aber auch nicht zu weit weg.

Ein paar Tage später sind wir dann in einen Zoo gefahren. Ich hatte vor der Reise im Internet gelesen, dass sie dort Pandas haben und das konnten wir uns unmöglich entgehen lassen. Der Zoo lag auch wieder zwei Stunden entfernt. Für mich war es einer der schönsten Zoos, die ich bisher besucht habe. Sehr groß und schön zum Durchspazieren und auch sehr gute und liebevoll gestaltete Gehege.

Als nächster Tagesausflug stand Orléans auf dem Programm. Das lag nämlich ausnahmsweise nur eine Stunde entfernt. Dort fanden wir direkt an der schönen Saint-Croix Cathédrale einen Parkplatz und besichtigten als erstes die Kathedrale. Danach machten wir uns auf die Suche nach Jeanne D’Arc und besichtigten die Stadt.

So schnell war auch schon die erste Woche vorbei. Wie bereits am Sonntag zuvor ging es also wieder früh nach Saint-Denis, wo uns ein sehr spannendes Finale zwischen dem Gastgeber Frankreich und Portugal erwarten sollte. Auch bei diesem Spiel fand sich wieder schnell ein Volunteer, der uns zum Stadion „eskortierte“. Dieses Mal wurden wir nicht ganz bis zum Platz gebracht, hatten aber dennoch keine Probleme, ihn zu finden.

In der zweiten Woche war nur noch ein Ausflug geplant. Ich wollte mir einen Kindheitstraum erfüllen und ins Disneyland fahren. Und es war gigantisch. Ich bin ohnehin der Meinung, dass man für Disney nie zu alt ist und es gab auch tatsächlich viel zu sehen, auch für erwachsene Besucher. Abgesehen von den Shows bin ich aber sogar bei einem Fahrgeschäft mitgefahren und das war echt witzig und ziemlich cool!

Ich hoffe, aus den Bildern und meinem Bericht, könnt ihr erkennen, dass wir einen sehr schönen und erfüllenden Urlaub hatten. Es war eine gute Mischung aus Unternehmungen und Zeit für Zweisamkeit, die wir ebenso genossen haben.

#rp15 – Eindrucksvolle Tage in Berlin

Wie schon vor zwei Jahren war ich auch in diesem Jahr wieder auf der re:publica. Beim letzten Mal habe ich es nicht auf die Reihe bekommen, noch darüber zu bloggen, das möchte ich in diesem Jahr besser machen.

Ich hatte mich wieder als Helferin angemeldet und so begann die re:publica für mich damit, die Besucher am ersten Tag mit Programmheften und Zeitungen zu versorgen und ihnen bei Fragen zur Seite zu stehen. Da ich mich direkt am Eingang positionierte, konnte ich wunderbar die vielen Leute beobachten, die den Innenbereich betraten, und schon in den ersten Stunden die Vielfalt der Besucher bewundern und genießen. Diese Vielfalt ist für mich – und wenn man sich andere Berichte ansieht, auch für viele andere – der besondere Spirit, der die re:publica ausmacht. Es ist unmöglich, hier die ganze Bandbreite an unterschiedlichen Merkmalen darzustellen, daher möchte ich mich auf etwas beschränken, das mir persönlich am Herzen liegt.

Viele der Besucher haben sichtbare Behinderungen, aber auch auf den Bühnen sind Menschen mit Behinderung und sogar im Rollstuhl nichts Ungewöhnliches. Auch das Publikum scheint das so zu sehen, denn man fühlt sich zu keiner Zeit wegen seiner Behinderung angestarrt oder ausgegrenzt. Die Organisatoren der re:publica sorgen für sehr gute Barrierefreiheit. Einige Beiträge werden mit Gebärdensprachdolmetschern oder Live-Untertiteln für Gehörlose übersetzt, Bühnen werden bei Bedarf oder dauerhaft mit Rampen ausgestattet und alle Bereiche sind stufenfrei befahrbar. Und dass ich bereits ein zweites Mal als Helferin angenommen wurde, spricht auch nicht zuletzt dafür, dass die Teilnahme von Behinderten in allen Bereichen der re:publica nicht nur gewünscht sondern auch gefördert wird. Dennoch bleibt für mich ein Wunsch (meckern auf sehr hohem Niveau, yeah!) hier offen: ich würde mich sehr über behinderte Speakerinnen und Speaker freuen, die über Themen gänzlich ohne Behinderungsbezug reden!

Ähnlich vielfältig wie das Publikum ist auch das Programm. Ich glaube, wirklich jeder kann hier Themen finden, die ihn interessieren. Die einen finden vielleicht ein paar mehr, die anderen weniger, aber es ist doch für alle etwas dabei. Da ich die re:publica aus rein privatem Interesse besuche, konnte ich mir eine bunte Mischung an Sessions ansehen, ohne einen Schwerpunkt auf einen Bereich zu legen und so reichten meine Session von Inklusion über Bildung und Gesundheit bis hin zu Interkulturellem, aber auch von der Partnerveranstaltung Media Convention habe ich mir etwas angesehen. Zuhause habe ich mir im Nachgang zur re:publica dann noch ein paar Mitschnitte von Sessions angesehen, die ich verpasst hatte. Einige Mitschnitte möchte ich euch empfehlen:

Allein an dieser ganz kleinen Auswahl wird schon deutlich, dass sehr viele Bereiche auf der re:publica von Bedeutung sind. Einer der Gründe, warum es so schwierig ist, jemandem kurz und knapp zu erklären, was die re:publica eigentlich ist. Die Organisatoren selbst nennen sie eine Konferenz, aber das klingt irgendwie staubig und steif und trifft für mich daher nicht den Charakter der Veranstaltung. Ich habe für mich irgendwann während der Veranstaltung beschlossen, dass ich sie eher ein Festival nennen würde, da es einfach auch ein reichhaltiges Rahmenprogramm gibt. Hier möchte ich die Live-Musik der Busker Diaries im Innenhof nicht unerwähnt lassen. Jeden Tag traten grandiose Berliner Straßenmusiker auf und spielten ihre Musik. Das ganze wurde wie ein Offline-Crowdfunding aufgezogen und gegen eine Spende konnte man verschiedene Dankeschöns erhalten. Eine sehr tolle Idee.

Zum Abschluss bleibt eigentlich nur noch eines zu sagen: Ich komme ganz sicher wieder! Sehr gerne ein weiteres Mal unterstützend als Helferin, aber sollte das nicht klappen, dann auch ebenso gerne als „normale“ Besucherin.

Meine kleine Veranstaltungsstatistik 2012

Die Welt ist also nicht untergegangen. Na, das ist doch ein guter Anlass, um vor der letzten Woche des Jahres 2012 meine Veranstaltungsstatistik zu veröffentlichen. Wie im letzten Jahr habe ich wieder einen Überblick über die Veranstaltungen pro Monat erstellt und eine Übersicht über die Verteilung von Musicals, Konzerten und sonstigen Veranstaltungen. Ebenso habe ich wie im letzten Jahr auch den noch anstehenden Silvester-Besuch schon mit eingerechnet.

Meine Veranstaltungen 2012 verteilen sich wie folgt:

Kreisdiagramm

Verglichen zum letzten Jahr habe ich damit den Schnitt von 4 „sonstigen Veranstaltungen“ gehalten. Bei Konzertbesuchen habe ich ihn um 5,88 % gesteigert und bei Musicalbesuchen sogar  um sagenhafte 24,14 %. Wie ihr seht, habe ich in diesem Jahr genau doppelt so viele Musicals gesehen wie Konzerte und mit insgesamt 58 Veranstaltungen komme ich auf durchschnittlich 1,12 Veranstaltungen pro Woche.

Aufgeschlüsselt nach Veranstaltungen pro Monat sieht das ganze dann so aus:

BalkendiagrammInteressant finde ich hier, dass es im September und Oktober trotz Ausbildungsbeginn nochmal rauf ging. Aber ihr seht, den hohen Durchschnitt und Arbeiten habe ich nicht lange nebeneinander durchgehalten.

Und hier dann noch die Gesamtübersicht:

Januar
03.01. Kein Pardon
07.01. Full Monty
09.01. Mondays Night Roberta Valentini
20.01. Rocky Horror Show
26.01. Grease

Februar
03.02. Musical Highlights
04.02. King Kong
06.02. Mondays Night Maricel
10.02. Grease
11.02. Grease
12.02. Lars but not least
17.02. Elisabeth
18.02. Grease
25.02. Forum junger Künstler

März
10.03. Linie 1
30.03. Musical Rocks
31.03. Et Lisbeth

April
02.04. Mondays Night Enrico de Peri
05.04. Die Tagebücher von Adam und Eva
11.04. Kein Pardon
15.04. Company (Musical im Kino)
27.04. WDR Rundfunk Orchester plays Rock mit Serkan Kaya
29.04. Kein Pardon

Mai
05.05. Ein Mann geht durch die Wand
12.05. Musical Gala
24.05. Stanke ohne Strom

Juni
02.06. Hair, Wuppertal
17.06. Hair, Bonn
27.06. Rebecca

Juli
01.07. Die Tagebücher von Adam und Eva
06.07. ZERO
14.07. Marie Antoinette
19.07. Frankenstein (Theater im Kino)
20.07. Tanz der Vampire
21.07. Hinterm Horizont
25.07. Kein Pardon
27.07. Stanke ohne Strom
28.07. Sommernacht des Musicals

August
03.08.Rebecca
04.08. Rebecca
06.08. Mondays Night Vera Bolten
10.08. Hairspray

September
01.09. Nächster Stop New York
08.09. RENT
10.09. Musical & Mehr Part II
14.09. RENT
29.09. Musical Allstars

Oktober
01.10. Mondays Night Jana Stelley
03.10. Cats
06.10. Thrill me
07.10. Cats
20.10. Kein Pardon
27.10. Thrill me

November
03.11. Rebecca
09. – 11.11. Odenwald mit Filmdreh
29.11. Premiere „Untot in Deutschland“

Dezember
22.12. KATiELLis Christmas
* 31.12. Kein Pardon

Damit wäre zur Statistik für dieses Jahr alles gesagt und ich kann ein in vielerlei Hinsicht erfolgreiches 2012 abschließen. Ich wünsche euch schöne Feiertage, verbringt sie gemütlich im Kreise eurer Lieben, genießt das viele Essen und lasst euch nett beschenken! Mein Blog geht hiermit in die „Feiertagspause“ und wir lesen uns im nächsten Jahr wieder. Macht’s gut!

Es luden die Vampire zum Tanz

… denn Hinterm Horizont geht’s weiter

Langsam wird es zur Tradition, einmal im Sommer für ein paar Tage nach Berlin zu fahren. Dieses Mal haben wir fast die Reisegruppe vom letzten Jahr reaktiviert, nur die Assi war eine andere, aber ebenso unkompliziert. Es ging wieder in dieselbe niedliche Wohnung in Moabit und am Anreise-Tag gab es die traditionellen Nudeln mit Tomatensoße. Wie auch im letzten Jahr haben wir den ersten Abend gemütlich in der Wohnung ausklingen lassen und einfach nett zusammengesessen.

Am nächsten Tag ging es dann nach einem ausgedehnten, gemütlichen Frühstück in die Stadt und zum RitterSport-Laden. Berlin ohne einen Besuch im Schokoparadies ist nicht mehr möglich. In dem Laden war es sehr voll, weshalb der Aufenthalt dort einige Zeit in Anspruch genommen hat. Nachdem wir uns dort gut mit Schokolade eingedeckt hatten, ging es dann für Heike und mich zum Sony Center, erstmal im ALEX essen und dann später ins Kino.

So richtig wusste ich ja nicht, worauf ich mich da eingelassen hatte. Den Trailer hatte ich gesehen und fand ihn ganz interessant, aber darüber hinaus habe ich mich nicht weiter mit Frankenstein beschäftigt. Allein für das Kino hat es sich schon gelohnt, der Saal und die Leinwand waren so riesig, dass es nicht in Worte zu fassen ist. Als dann jedoch vorne eine aufstand und meinte „An alle Cumberbitches, Cumberbabes, steht mal auf!“ und dann DAS DA passiert ist, habe ich doch ein wenig Angst bekommen und mich fehl am Platz gefühlt. Aber die Mädels haben sich dann doch gut benommen und Frankenstein hat mich entschädigt. Alle Beteiligten haben sehr, sehr gut gespielt, das Bühnenbild war super und es war auch sehr gut gefilmt.

Dieses Jahr, wir haben ja dazu gelernt, hatten wir uns im Vorfeld für die Reichstagskuppel angemeldet, so dass wir am Freitagmittag hoch durften. Zuerst wurden wir (mehr oder weniger) gründlich kontrolliert und dann zum Aufzug gebracht. Das Wetter hat auch mitgespielt und wir konnten uns gut oben aufhalten und den Blick über Berlin genießen. Danach ging es, auch schon irgendwie traditionell, zur Oase an der Friedrichstraße, wo wir vor und nach dem Essen unseren Postkartenmarathon schrieben. Wie schon im letzten Jahr trennten sich dann unsere Wege und für Heike und mich ging es ins Theater des Westens.

Tanz der Vampire – 20.07.2012

Diese Show war für mich so etwas wie ein kleines Jubiläum, nicht von der Showanzahl her, aber ich habe vor fünf Jahren im selben Theater das erste Mal die Vampire tanzen sehen. Und mein erster Graf von Krolock war wie auch am Freitag Thomas Borchert. Er hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich mag seine Stimme total gerne und seine Ausstrahlung kam sogar im Hochparkett an, das schaffen nicht viele. Als sein Sohn Herbert stand Robert D. Marx auf der Bühne. Er hatte einige witzige Momente und hat mir besonders gesanglich gut gefallen, aber überragend fand ich ihn nicht. Amelie Dobler als Sarah und Linda Veenhuizen als Magda konnten mich rundum überzeugen. Ein Highlight war Veit Schäfermeier als Professor Abronsius. Er war sehr witzig und hat verdienten Szenenapplaus bekommen. Aber mein ganz persönliches Highlight war Michael Heller, der den Alfred spielte. Er gibt Alfred die perfekte Mischung aus Neugier, Tollpatschigkeit, Angst und Verliebtheit, so dass es eine Freude war, ihn auf der Bühne zu haben. Alle anderen Darsteller haben ihre Rollen sehr gut ausgefüllt. Meine Vampirpause hat mir gut getan und es war toll, das Stück mit einer so tollen Show mal wieder zu sehen.

Hinterm Horizont – 21.07.2012

Letztes Jahr fiel mein Urteil zu dieser Show ja eher mittelmäßigaus, dieses Mal (und jetzt höre ich schon Lea jubeln) hat sie mir deutlich besser gefallen. Ich würde immer noch nicht extra für HiHo nach Berlin fahren, aber wenn ich eh dort wäre, würde ich einen Besuch einplanen. Wie im letzten Jahr wurde Jessy von Josephin Busch gespielt, die wieder wahnsinnig gut war. Man merkt, dass sie die Rolle lebt und Spaß an dem hat, was sie auf der Bühne macht. Christopher Brose als Steve hat mir auch sehr gut gefallen. Schon in der ersten Szene war mir klar, dass in der Rolle viel mehr stecken kann als ich letztes Jahr gesehen habe. Er hat fantastisch gespielt und mich auch gesanglich beeindruckt. Mit Serkan Kaya als Udo war ich dafür nicht ganz so zufrieden. Er hat genial gesungen und vor allem die Wechsel zwischen „Jessys Udo“ und „Udo L.“ hat er deutlich ausgespielt, was mir sehr gut gefallen hat, aber im gesamten fand ich seinen Udo weniger sympathisch. Was mich auch sehr irritiert hat, dass seine Gestik an einigen Stellen total künstlich und aufgesetzt wirkte. Natürlich verdeutlichte unter anderem  das den Wechsel, den ich ja sehr gut fand, aber das war mir trotzdem eine Portion zu viel. Der Show insgesamt hat das aber keinen Abbruch getan. Sicherlich hat sie ein paar Längen und Schwächen, aber darüber trösteten mich tolle Musik und sehr gute Darsteller hinweg.

Zum Abschluss unserer Reise ging es dann noch lecker Waffeln essen in Kreuzberg bei WonderWaffel. Ich konnte leider nicht rein, habe mir aber das Foto von der Zutatenbar mitbringen lassen. Der Laden macht irre leckere Waffeln und man kann sich alle Zutaten als Füllung aussuchen, die das Herz begehrt – und darüber hinaus. Das ganze dann auch noch zu einem super Preis, wir waren sehr begeistert!

Es war wieder eine sehr schöne Zeit in Berlin. Heike, Lea, egal was nächsten Sommer läuft, wir müssen wieder zusammen in Urlaub fahren!

Hinterm Horizont rocken wir weiter

Ich habe leider das deutsche Intro nicht gefunden…Wer nen Link hat, her damit.

Ja, was verbindet die Schlümpfe mit Berlin? Lea ist schuld dran, dass dieses „Lalalalalala“ nun unser Motto-Lied für den Berlin-Trip wurde. Sie fing am ersten Abend in der süßen Ferienwohnung an, das zu summen und von da an begleitete uns diese Melodie eigentlich jeden Tag. Ansonsten ist am Anreise-Tag nicht sonderlich viel passiert, wir haben Nudeln mit Tomatensoße gekocht, was für mich voll das Gruppenfahrt-Feeling war, waren schnell einkaufen und haben dann einfach noch etwas zusammen gesessen.

Am nächsten Tag ging es dann erstmal Richtung Zentrum und auf Touri-Tour. Als erstes kauften wir gefühlte 200 Postkarten für die liebe Musical-Friends-Schafsherde und ein paar andere Leute. Dann wollten wir bei Mme Toussauds schon Tickets für den nächsten Tag besorgen, damit wir nicht ewig anstehen mussten. Dort erfuhren wir aber, dass ich und Begleitung eh an der Seite vorbei dürfen und unsere dritte im Bunde auch, wenn wir jemand netten erwischen. Also machten wir uns auf zum Brandenburger Tor, wo wir uns kurz mit Alina trafen, die zufällig auch in Berlin war. Eigentlich sollte der nächste Weg in die Reichstagskuppel führen, aber seit kurzem muss man sich dafür anmelden und die waren zu unserer Reisezeit schon komplett ausgebucht. Nachdem wir in einem Park dann unsere Urlaubspost erledigt hatten, ging es schon mal zum Sony Center in der Nähe vom Theater am Potsdamer Platz, wo wir noch gemütlich Zeit hatten, um was zu essen.

Dann ging es ins Theater, um Hinterm Horizont zu gucken. Schon ein paar Tage vorher war klar, dass Serkan an diesem Abend nicht spielen würde. Patrick Stamme stand als Irrer auf der Bühne. Er war ein sehr geniales Udo-Double, ich kann ihn mir auch in der Hauptrolle sehr gut vorstellen. Den Udo spielte Michael Eisenburger. Ich habe mich verliiiebt, er hat einen total sympathischen, liebenswerten Udo gegeben. Ich kann nachvollziehen, dass sich Jessy, gespielt von Josephin Busch, in ihn verguckt hat. Josephin war eh auch eins der Highlights. Und Christian Sengewald als Elmar hat mich noch sehr beeindruckt. Über das Stück selbst kann ich sagen, dass es deutlich besser ist als sein Ruf. Nochmal extra dafür eine Reise planen, würde ich zwar nicht, aber sollte ich wieder in Berlin sein, würde ich es nochmal angucken oder wenn es hier in der Umgebung gespielt würde. Einen schönen Theaterabend hatte ich definitiv!

Tagsdrauf ging es dann zu Mme Toussauds. In den ersten Räumen war ich total desorientiert, weil die Figuren so unglaublich echt aussehen, dass ich gar nicht wusste, wer jetzt Besucher und wer Wachsfigur ist. War mal ganz interessant, aber ich muss mir sowas nicht wieder ansehen. Besonders Spaß hat’s gemacht, Lea beim Posen zu zu sehen. (Ich will deine Fotos sehen!) Später ging es dann in den RitterSport-Laden, den ich einfach liebe. Da kann man sich von den Minis alles mögliche mischen und seine eigene RitterSport-Füllung kreieren, das ist meine Welt. Wir sind noch gemeinsam Pizza essen gegangen, bis sich unsere Wege trennten

Für Heike und mich ging es in mein Lieblings-Stage-Theater, das Theater des Westens, zu We Will Rock You. Dort erwartete uns mit der Besetzung eine kleine Überraschung. Leon van Leeuwenberg ist wieder als BAP bei den Rockern. Er war toll, eine ganz andere Rolle als Wilbur und trotzdem schien sie wie für ihn gemacht. Ein weiteres Wiedersehen gab es mit Dominik Schulz als Dieter und ich habe mich so gefreut. Genial gespielt, mit sehr viel Witz, leider hat er keine Solo-Zeilen zu singen. Jessica Kessler spielte die Scaramouche. Sie war richtig gut und ich bin glücklich, sie mal in einem Musical gesehen zu haben. Nun zu meinen Entdeckungen des Abends. Gudrun Schade, die die KillerQueen einfach mal gelebt hat. Sie war der Hammer! Und Silke Braas, die eine geniale Ozzy gespielt hat. Einen Galileo hatten wir natürlich auch. Und was für einen! Alex Melcher war richtig klasse, er kann so gut spielen, das ist sogar bis ins Hochparkett gekommen. Ich bin so froh, WWRY nochmal gesehen zu haben. Bitte, bitte, bitte holt es wieder nach NRW! Ich wusste, dass mir das Stück total gefällt, aber dass ich es dermaßen liebe, hatte ich über die Jahre vergessen…

Den letzten Tag unserer Reise verbrachten wir im Zoo. Ich mag den Berliner Zoo ganz gerne. Die meisten Gehege sind schön und liebevoll gestaltet und auch recht geräumig. Es gibt noch ein paar armselige kleine, aber daran wird gearbeitet, glaube ich. Es war an dem Tag unglaublich warm und irgendwann war ich etwas genervt, aber als wir dann im Bahnhof was getrunken hatten, ging es wieder. Später gab es nochmal Nudeln und wir haben in der Wohnung DVD geschaut. Ein gemütlicher Abschluss für eine tolle Reise. Danke, Mädels, für die schöne Zeit! Gerne wieder!

Von diesem und jenem

Ich war die letzten Tage wieder so ein bisschen unterwegs und bevor ich gar nichts darüber schreibe (was immer passiert, wenn ich es nicht sofort anpacke – wie etwa letzte Woche), fasse ich jetzt alles in einem kleinen Eintrag zusammen.

Angefangen hat es am 20.01. mit Holiday on Ice in der Köln Arena. Ich mag Holiday on Ice. Eiskunstlauf finde ich einfach nur total faszinierend! Das ist wie tanzen nur noch schwieriger. Meine Liebe fürs Tanzen entdecke ich ja gerade erst, aber Tanzen auf dem Eis hatte es mir schon immer angetan.

Am 21. ging es dann mal wieder zu Grease. Dass Riccardo Greco den Danny spielen würde, war klar, deshalb hatten wir den Termin gewählt. Aber dass fast nur Cover auf der Bühne stehen würden, konnte zu dem Zeitpunkt keiner ahnen. Zurück zu Riccardo: er ist ein ganz fantastischer Danny! Er hat jedes Detail ganz klasse ausgespielt. Er spielt anders als Lars, aber keinesfalls schlechter. Sandy wurde von Karen Selig gespielt und ich muss sagen, dass sie mir besser in der Rolle gefällt als Sanne. Ihr Spiel war überzeugender, aber vorallem singt sie die Höhen leichter und klingt nicht gepresst. Und dann hat es Yara Hassan mal wieder geschafft, mich zu überraschen. Sie war an dem Abend Marty. Sie hat die Rolle zwar etwas seltsam angelegt und sah vorallem mit der Perücke echt seltsam aus, aber ihr Gesaaang! Ich weiß noch, dass ich in meinem ersten Buddy-Bericht schrieb, Yara könnte eine tolle Stimme haben, man lässt sie nur nicht singen. Jetzt konnte sie es endlich zeigen. Die größte Überraschung war aber Matthias Bollwerk, der leider kurzfristig doch nur Vince spielte. Erst nachdem wir unsere Karten schon hatten, gab er bekannt, dass er Walk-In für Vince und Kennickie wird. Ich rechnete mir keine großen Chancen aus, ihn zu erwischen, da der Spontan-Besuch vor zwei Wochen leider wegen ausverkaufter Rolliplätze nicht klappte. Dann schrieb Riccardo jedoch, dass Matthias Freitag Kennickie spielen würde und ich war sehr gespannt und freute mich noch viel mehr auf die Show. Der Freude tat es dann auch keinen Abbruch, dass er dann „nur“ Vince spielte. Ich konnte ihn überhaupt auf der Bühne erleben und er war super toll!

Als krönenden Abschluss ging es dann am Samstag zu Willemijn Verkaiks so genanntem Abschiedskonzert. Das Konzert war echt super schön. Und Willemijn und Bart, ihr Mann, sind so witzig, die haben ganz viel rumgealbert. Also eigentlich mehr Bart, aber sie hat dann mitgemacht. Nachher hat sie sich dann neben den Ausgang gestellt und mit jedem gequatscht, so richtig mit viel Zeit und total nett. Jetzt freu ich mich, hoffentlich nochmal Wicked mit ihr zu sehen und sie sozusagen aus der deutschen Elphie zu verabschiedene.

So, und dann habe ich noch die Vorbereitungen für die Blog-Aktion getroffen. Ihr solltet alle eine Mail bekommen haben mit Position in der Teilnehmer-Liste und Adresse des Nachfolgers. Ich werde dann bald mal anfangen und danach das Buch auf die Reise schicken.

Thriller-Autor oder Comedian? – Lesung Sebastian Fitzek

Ich war eben in Kerpen bei der Lesung zu Der Augensammler von Sebastian Fitzek. Obwohl ich das Buch schon gelesen habe, wollte ich gerne diese Lesung besuchen, weil die OnlineLesungen von ihm schon immer so unterhaltsam waren und es live sicher noch interessanter werden würde. Und das war es! Mir hat der Abend sehr gut gefallen und, obwohl ich schon Inhalte kannte, war mir keine Sekunde langweilig.

Meine Assistentin raunte mir nach den ersten Sätzen zu: „Der spricht wie ein Comedian.“. Und, ja, irgendwie hat sie damit Recht. Aber das ist gut so, er wirkt dabei sehr sympathisch und die Lesung macht er so sehr interessant. Ein einfaches Runterrattern seiner Texte wäre doch schrecklich langweilig. Gerade diese Schere vom düsteren Inhalt seiner Bücher zum lockeren, erfrischenden Vortragsstil empfand ich total packend.

Die Momente, in denen aus dem Augensammler gelesen wurde, waren für mich natürlich nicht mehr so spannend. Aber – und das sagte Sebastian Fitzek auch selbst in der Einleitung – bei seinen Lesungen passiert viel, nur wird nicht sehr viel gelesen. Für mich besonders gut, aber ich finde das auch für jene nicht schlecht, die das Buch erst noch lesen wollen. Lesen kann man es auch immer noch zuhause oder das Hörbuch hören, aber die Geschichten zur Recherche und Anekdoten aus dem Alltag des Autors kann man nur erfahren, wenn man ihn vor sich hat.

Ich habe mich auf jeden Fall sehr gut unterhalten gefühlt und freue mich schon auf ein neues Buch und somit auf eine neue Lesereise. Die Zeit bis dahin werde ich jetzt erstmal mit den älteren Büchern überbrücken.

Entspannung an der Küste

Ich war im Urlaub, für drei Tage in Cuxhaven. Jetzt bin ich wieder ganz frisch und munter und… ach nein, ich habe mir ja intelligenterweise eine Erkältung als Andenken von da oben mitgenommen. Es ist mir ein Rätsel wie das bei dem herrlichen Wetter bloß passieren konnte…

Wir sind erst Donnerstagnachmittag losgefahren, weshalb wir erst abends eingecheckt haben. Nach dem Auspacken und einem ersten frisch machen ging es dann Essen. Für mich ist es am Meer immer sehr anstrengend, essen zu gehen, da ich überhaupt nicht auf Fisch stehe. Das ist jedes Mal ein Erlebnis, was zu finden. Verhungert bin ich aber glücklicherweise noch nie im Urlaub…
Nach dem Essen wollten wir noch einen Abendspaziergang am Strand machen. Es war noch gar nicht so spät, aber trotzdem schon ganz dunkel. Ich fand es total toll, das Meer zu hören und zu riechen, obwohl ich nichts davon sehen konnte. Das hatte etwas verträumtes – wie im Bett liegen und an den letzten Urlaub denken. Ich mag den Geruch von Meer überhaupt total gerne.
Wir waren leider gar nicht lange unterwegs, als uns der Regen gepackt hat. Darum sind wir dann zu meiner Wohnung zurück gegangen und haben den Abend in der Wohnzimmer-Ecke ausklingen lassen.

Für Freitag war der Plan, nach Cux-Dunen zu laufen, wir haben in Cux-Döse gewohnt, also etwa drei Kilometer an der Strandpromenade entlang. Auf der Wanderung hat uns dann ein ganz fieser Hagel-Schauer erwischt und wir waren innerhalb von Sekunden patschnass. Deshalb sind wir dann nicht mehr nach Dunen gegangen, sondern zurück zu den Wohnungen, um uns trocken zu legen. Dort haben wir uns dann gemütlich bei Kaffee und Kuchen aufgewärmt.
Am Nachmittag haben wir dann erneut versucht, nach Dunen zu kommen, dieses Mal aber mit Auto, so kamen wir dort wenigstens trocken an. Das Wetter hat mich zu einer absoluten Verzweiflungstat gedrängt, ich habe eine Mütze gekauft! Ich hasse Mützen, ich hasse sie wirklich. Aber es war einfach sooo furchtbar windig und kalt und *bäh*. Und ein neues Halstuch habe ich auch. Natürlich hat es dann auch wieder geregnet, aber wir konnten immer so grade in die Geschäfte flüchten und den richtigen Schauer vorbei ziehen lassen. In der Zeit habe ich ganz viele Postkarten für meine lieben Freaks und ein paar andere Menschen geholt.
Ewig lange kann man sich dort aber auch nicht aufhalten, also sind wir in die Wohnung von meiner Ma und meiner Tante zurück gefahren. Da haben wir es uns dann wieder gemütlich gemacht. So gemütlich, dass meine Tante und ich keine Lust hatten, für Abendessen nochmal durch das Wetter zu müssen. Meine Ma hat dann einen Imbiss in die Wohnung geholt.

Am Samstag wollten wir dann in der Innenstadt von Cuxhaven „richtig“ shoppen gehen. Viel los war in Cuxhaven nie, aber im Moment ist die Fußgängerzone auch noch voll mit Baustellen. Einige Geschäfte standen leer und so war das Thema Shopping ziemlich schnell erledigt. Ich steh eh nicht so auf shoppen, aber das war echt frustrierend… So sind wir dann relativ erfolglos zurück gefahren.
Nachdem wir noch ein wenig in der Wohnung von meiner Tante und meiner Ma gemütlich gesessen haben, sind wir dann nochmal essen gegangen. Die Karte in dem Restaurant war sehr ernüchternd. Eine Doppelseite Fisch und nur zwei Seiten Sonstiges, na danke! Ich habe dann ein wenig rumgenörgelt und letztendlich doch noch etwas gefunden.

Dann war auch schon der Tag der Abreise da. Anfangs hieß es, dass ab Sonntag das Wetter besser werden solle und deshalb hatten wir vor, den Tag noch in Cux zu verbringen. In der Realität sah das ganze dann aber anders aus… Also haben wir das Auto voll gestapelt und haben uns auf den Weg gemacht.
Etwa auf halber Strecke liegt ein Ort, in dem wir früher oft Urlaub gemacht haben. Wir haben uns dann entschieden, dort einen Halt für Mittagessen zu machen und alles nochmal anzusehen. Es hat sich da ziemlich viel verändert, seit ich das letzte Mal da war. Das ist aber auch schon eine Ewigkeit her. Es war aber wirklich interessant, das nochmal zu sehen. Urlaub würde ich da nicht machen wollen, da ist nämlich echt nichts los. Aber früher als Kind war ich da total zufrieden.

Eine Zusammenfassung für den Urlaub wäre wohl ungefähr: Regen, Essen, Sturm, Essen, Kaffee, Hagel, Essen, Regen, Hagel, Essen, Sturm, Kaffee und vereinzelt ein paar Schauer. Aber toll waren die Tage trotzdem. Gemütliche Stunden mit Menschen, die man lieb hat, können einem auch mal mehr wert sein, als Stunden voller Action.

Und jetzt hätte ich beinahe das Wohnungsbattle vergessen! Dabei fand ich das echt lustig. Also wir haben ja in zwei Wohnungen gewohnt, eine für mich und meine Assistentin, eine für meine Ma und meine Tante. Und natürlich haben wir die Wohnungen verglichen, aber meine hat natürlich gewonnen. Laut Quadratmeter-Angabe waren die Wohnungen identisch, meine lag allerdings 27 € günstiger. Damit alleine habe ich ja eigentlich schon gewonnen, aber ich mochte auch die Aufteilung meiner Wohnung lieber und außerdem hatten wir eine Spülmaschine. Der Punkt für das Glassortiment geht allerdings an die andere Wohnung. Dafür hatten wir aber auch keinen Pseudo-Schrank. Hach ja, es war schon eine tolle, kurze Zeit!