Mein Jahr 2018

Ich habe schon länger keinen Jahresrückblick mehr hier veröffentlicht, aber dieses Jahr hat es irgendwie verdient. Allerdings wird es nur ein kleiner und ohne Statistiken und Grafiken.

Die ersten Monate des Jahres brachten mir einen kleinen Kraftaufschwung, der sicher mit Spinraza zusammenhing. Mittlerweile ist das wieder etwas zurück gegangen, aber diese vorübergehende Steigerung hat mir viel gebracht. Zu Jahresbeginn habe ich auch ein neues kleines Hobby entdeckt: kreativ sein mit Bügelperlen. Die Größe der Arbeitsflächen ist ideal für mich und man kann wirklich coole Sachen damit machen. Im Mai war ich wie seit vielen Jahren wieder in Berlin auf der re:publica. Jedes Jahr aufs neue ist das eine anstrengende Reise, aber für die Atmosphäre und die tollen Vorträge immer wieder lohnenswert. Kurz danach habe ich eine neue Musical-Perle sehen dürfen: die deutschsprachige Version von American Idiot. Wieder ein Beispiel dafür, wie viel Theater man mit kleinen Mitteln schaffen kann. Genauso ein Beispiel war auch Fucking Disabled. Eine Theaterperformance über die Verschiedenheit von Körpern und deren sexuelle Attraktivität.

Im Sommer ging es dann wieder zur gamescom. Da gab es einiges interessantes zu sehen und ich hatte meinen ersten Blickkontakt zum Xbox Adaptive Controller. Anspielen konnte ich Life is Strange 2 und Spiderman. Beide habe ich noch nicht gespielt, stehen aber definitiv noch auf meiner imaginären Liste. Wenige Tage später ging es dann in den Familienurlaub nach Cuxhaven. Das waren sehr schöne zwei Wochen und das „Experiment“ Urlaub mit Eltern und Herzmann ist gelungen.

Das letzte Jahresdrittel war dann ziemlich verrückt und stand ganz im Zeichen des Xbox Adaptive Controllers. Alles fing damit an, dass ich ein Testpaket vom Controller bekommen habe. Ich habe hier und auf Twitter über meine Erfahrung damit geschrieben, woraufhin mich Deutschlandfunk Nova für einen kurzen Beitrag interviewte. Dann habe ich bei GamePro.de angefragt, ob sie an einem Testbericht von mir interessiert wären und habe den Auftrag bekommen. Der Bericht erschien sowohl online als auch im Printmagazin. Um auch weiterhin Spaß mit dem Controller haben und euch meine Eindrücke vermitteln zu können, wurde mir vom Xbox-Team letztlich auch noch eine Xbox One S zur Verfügung gestellt. Das alles hat mir weitere Türen geöffnet, die schon jetzt ein spannendes 2019 versprechen und worüber ich mich unheimlich freue. Aber auch musicaltechnisch gab es in dieser Zeit noch einen kleinen Aufschwung. So habe ich nach zehn Jahren mal wieder Mamma Mia! und wenig später eine Preview vom völlig überdrehten, aber ziemlich coolen Bat out of Hell gesehen.

Die re:publica 2019 ist schon gebucht und erste Planungen für das nächste Jahr versprechen schon jetzt, dass es spannend weitergeht. Ich bin bereit!

#rp15 – Eindrucksvolle Tage in Berlin

Wie schon vor zwei Jahren war ich auch in diesem Jahr wieder auf der re:publica. Beim letzten Mal habe ich es nicht auf die Reihe bekommen, noch darüber zu bloggen, das möchte ich in diesem Jahr besser machen.

Ich hatte mich wieder als Helferin angemeldet und so begann die re:publica für mich damit, die Besucher am ersten Tag mit Programmheften und Zeitungen zu versorgen und ihnen bei Fragen zur Seite zu stehen. Da ich mich direkt am Eingang positionierte, konnte ich wunderbar die vielen Leute beobachten, die den Innenbereich betraten, und schon in den ersten Stunden die Vielfalt der Besucher bewundern und genießen. Diese Vielfalt ist für mich – und wenn man sich andere Berichte ansieht, auch für viele andere – der besondere Spirit, der die re:publica ausmacht. Es ist unmöglich, hier die ganze Bandbreite an unterschiedlichen Merkmalen darzustellen, daher möchte ich mich auf etwas beschränken, das mir persönlich am Herzen liegt.

Viele der Besucher haben sichtbare Behinderungen, aber auch auf den Bühnen sind Menschen mit Behinderung und sogar im Rollstuhl nichts Ungewöhnliches. Auch das Publikum scheint das so zu sehen, denn man fühlt sich zu keiner Zeit wegen seiner Behinderung angestarrt oder ausgegrenzt. Die Organisatoren der re:publica sorgen für sehr gute Barrierefreiheit. Einige Beiträge werden mit Gebärdensprachdolmetschern oder Live-Untertiteln für Gehörlose übersetzt, Bühnen werden bei Bedarf oder dauerhaft mit Rampen ausgestattet und alle Bereiche sind stufenfrei befahrbar. Und dass ich bereits ein zweites Mal als Helferin angenommen wurde, spricht auch nicht zuletzt dafür, dass die Teilnahme von Behinderten in allen Bereichen der re:publica nicht nur gewünscht sondern auch gefördert wird. Dennoch bleibt für mich ein Wunsch (meckern auf sehr hohem Niveau, yeah!) hier offen: ich würde mich sehr über behinderte Speakerinnen und Speaker freuen, die über Themen gänzlich ohne Behinderungsbezug reden!

Ähnlich vielfältig wie das Publikum ist auch das Programm. Ich glaube, wirklich jeder kann hier Themen finden, die ihn interessieren. Die einen finden vielleicht ein paar mehr, die anderen weniger, aber es ist doch für alle etwas dabei. Da ich die re:publica aus rein privatem Interesse besuche, konnte ich mir eine bunte Mischung an Sessions ansehen, ohne einen Schwerpunkt auf einen Bereich zu legen und so reichten meine Session von Inklusion über Bildung und Gesundheit bis hin zu Interkulturellem, aber auch von der Partnerveranstaltung Media Convention habe ich mir etwas angesehen. Zuhause habe ich mir im Nachgang zur re:publica dann noch ein paar Mitschnitte von Sessions angesehen, die ich verpasst hatte. Einige Mitschnitte möchte ich euch empfehlen:

Allein an dieser ganz kleinen Auswahl wird schon deutlich, dass sehr viele Bereiche auf der re:publica von Bedeutung sind. Einer der Gründe, warum es so schwierig ist, jemandem kurz und knapp zu erklären, was die re:publica eigentlich ist. Die Organisatoren selbst nennen sie eine Konferenz, aber das klingt irgendwie staubig und steif und trifft für mich daher nicht den Charakter der Veranstaltung. Ich habe für mich irgendwann während der Veranstaltung beschlossen, dass ich sie eher ein Festival nennen würde, da es einfach auch ein reichhaltiges Rahmenprogramm gibt. Hier möchte ich die Live-Musik der Busker Diaries im Innenhof nicht unerwähnt lassen. Jeden Tag traten grandiose Berliner Straßenmusiker auf und spielten ihre Musik. Das ganze wurde wie ein Offline-Crowdfunding aufgezogen und gegen eine Spende konnte man verschiedene Dankeschöns erhalten. Eine sehr tolle Idee.

Zum Abschluss bleibt eigentlich nur noch eines zu sagen: Ich komme ganz sicher wieder! Sehr gerne ein weiteres Mal unterstützend als Helferin, aber sollte das nicht klappen, dann auch ebenso gerne als „normale“ Besucherin.