Ich sollte wohl mal wieder bloggen…

Tarzan und Sister Act – 22./23. Juli 2011, Hamburg

Ja ja, ist schon ein wenig her, ich weiß. Eigentlich wollte ich schon gar nicht mehr drüber schreiben, aber ich zwinge mich dann mal zu Kurzberichten jeweils.

Tarzan war sehr schön. Ich habe es geschafft, zwei Cover zu haben, die ich schon bei meinem ersten Besuch vor zwei Jahren in der jeweiligen Rolle hatte. Vinicius Gomes hatte ich mir auch als Terk gewünscht und mich so sehr über ihn gefreut. Er war super lustig und noch genialer als vor zwei Jahren. Über Isabel Trinkaus als Jane hatte ich mich erst nicht so gefreut, ich hätte gerne mal Elisabeth gesehen, bevor sie geht. Aber so hatte ich meine tolle, tolle Jane von vor zwei Jahren, die wieder total super war. Mit Alex Klaws hatte ich dann einen deutlich erwachseneren Tarzan als in meiner ersten Show. Er war gut und lustig, hat mir gefallen. Allerdings hat er mir manchmal beim Sprechen mit Menschen zu sehr gebrüllt. Jonna Schwertner als Kala war eine ganz tolle Mama. Besonders ihr Zusammenspiel mit Jaden Bojsen, dem schnuffelig-tollen kleinen Tarzan, war einfach nur schön. Trotzdem hat mir bei ihr noch etwas, das ich nicht genauer definieren kann, bis zur Perfektion gefehlt. Perfekt war dafür Kevin Kraus als Kerchak. Er hat ihn bis in die äußersten Fasern seines Affenfells ausgespielt, ganz toll. Insgesamt war es eine ganz fantastische Show und ich habe einen wundervollen Abend gehabt.

Gegen so eine Vorlage konnte Sister Act gar nicht ankommen. Trotzdem denke ich, dass es gut war, Sister Act als zweites zu sehen, sonst hätte Tarzan es wohl aus meiner Erinnerung gepustet. Das soll jetzt nicht heißen, dass Sister Act schlecht war, es war nur nicht so überragend. Von der Musik kannte ich nicht viel und ich bin froh, die CD bisher nicht gekauft zu haben. Die Lieder klangen beim ersten Eindruck relativ gleich und blieben nicht hängen. Ich finde sie recht langweilig, sie funktionieren für mich nur mit dem Geschehen auf der Bühne.
Die Darsteller haben auf jeden Fall das beste draus gemacht. Besonders genial fand ich Martine de Jager als Mary Patrick, sie ist eine echt geniale Komikerin. Ich würde gerne mal ihr Solo-Programm sehen. Als Deloris hat mich Patricia Meeden beeindruckt. Sie hat eine schöne, interessante Stimme, die ich in einem so zarten Persönchen nicht erwartet hätte. Tetje Mierendorf hat als Bones die Rolle seiner Lebensbestimmung gefunden, also neben Edna versteht sich… Er war einfach super lustig. Auch der Rest war gut, nur hat das ganze Stück halt nicht so viel Eindruck hinterlassen. Ich hatte eine schöne Vorstellung und würde mir Sister Act in NRW auch nochmal angucken, dafür nach Hamburg reisen würde ich allerdings kein zweites Mal.

Jesus Christ Superstar – 05. August 2011, Tecklenburg

Hm. Ehrlich gesagt, fällt es mir total schwer darüber was zu schreiben, weil ich weder so richtig was zu meckern habe, noch hat es mich vollends begeistert. Es war eine sehr schöne Vorstellung und Tecklenburg lohnt sich einfach immer, aber manche Dinge haben mich dann doch verwirrt und damit meine ich nicht die etwas gewöhnungsbedürftige Übersetzung. Was macht das Kind auf der Bühne, welche Bedeutung hat es? Mussten unbedingt „lustige“ Tanznummern hineingezwungen werden?
Aber auch hier konnten mir die Menschen auf der Bühne wieder alles retten, so dass ich letztlich doch begeistert bin. Ja, meine Gefühlslage ist irgendwie schizophren… Ich fange mal beim Regisseur Marc Clear an, der außerdem die Rolle des Pilatus übernahm. Er war toll und hat die Zerrissenheit seiner Rolle sehr glaubwürdig, aber deutlich gezeigt. Schauspielerisch gut war auch Mischa Mang als Judas, gesanglich mochte ich ihn allerdings nur bei Superstar. Mich ärgert bei JCS immer, dass die Nebenrollen alle so richtig klein sind. Da kann man gar nicht richtig eine Rolle anhimmeln, dann ist die aktive Bühnenzeit schon vorbei. Thomas Hohler hätte für mich als Simon noch viel länger zum Kampf aufrufen können, weil er, trotz extrem seltsamer Choreographie, echt genial war. So geht auch Petrus immer ziemlich unter und Frank Winkels hätte das nicht verdient, er war nämlich toll. Auch Femke Soetenga hat aus Maria Magdalena mehr als nur das nötigste heraus geholt. Ich liebe sie und ihre Stimme ja schon seit Chess 2009 und sie bestätigt mir jedes Mal, dass meine Liebe nicht deplatziert ist. Ach ja, einen Jeus gab es natürlich auch noch, Patrick Stanke. J., die gerne anonym bleibt, meinte vorher „Er wandelt ziemlich heilig über die Bühne“ und das stimmt. Ich weiß nicht genau, wie ich das beschreiben soll. Also gesanglich war er absolut genial, das war ja zu erwarten. Auch schauspielerisch ist es ja nicht falsch, dass er heilig rumwandelt, für mich war das nur einfach nicht sehr spannend. Ja, so viel dann mal von meinen wirren Gefühlen zu JCS in Tecklenburg.

Patrick Stanke Hautnah – 06. August 2011, Wuppertal

„Was für ein Konzert ist das morgen?“ fragte meine Tante auf der Fahrt nach Tecklenburg „Morgen singt unser Jesus.“ Und wie er gesungen hat! Die Konzert-Beschreibung war für mich, die ja schon mal bei SoS von Patrick „begrabbelt“ wurde, ziemlich beängstigend, sollte es doch so nah wie nie sein. Aber an meinem Tisch ganz hinten saß ich dann doch ganz gut und sicher.
Das Konzert war musikalisch ziemlich ruhig angelegt. Mir hat das sehr gefallen und ich habe mich zu keiner Zeit auch nur ansatzweise gelangweilt, im Gegenteil, es hätte noch ganz lange so weitergehen dürfen. Außerdem ist dann keiner zum Party Machen aufgesprungen und ich konnte die ganze Zeit die Bühne sehen. Also Hautnah oder SoS, ich könnte mich nicht entscheiden, weil beides toll ist und seine Vorzüge hat. Jedenfalls hat Patrick gezeigt, dass er auch ohne die Jungs und fast ohne Gast einen Konzertabend toll gestalten und durchziehen kann.

Ein kontrastreiches Wochenende

Rocky Horror Show – 01.07.2011, Köln

Ja, ich war mittlerweile schon weitaus spontaner, aber auch eine Entscheidung einen Tag vorher kann man noch als spontan bezeichnen. Und mal wieder hat sich die Spontaneität gelohnt. Nicht nur, weil unsere Lieblingssaalwache aus dem Capitol Theater im Musical Dome aushelfen musste, sondern weil die Show wirklich genial war und viel, viel Spaß gemacht hat. Ich hatte zuvor ja so meine Bedenken, nicht die Show betreffend, sondern das Publikum… Konfetti schmeißen, Wasserpistolen, Hilfe?! Diese Bedenken wurden dann auch im Theater erstmal unterstützt. Es waren wirklich viele Leute verkleidet da, das hatte ich nicht in dem Maße erwartet. Ich habe mich zwischen den ganzen Verrückten zum ersten mal als „normale“ Theaterbesucherin gefühlt und nicht als Freak.
Abgesehen davon war das Publikum auch während der Show seltsam. So ziemlich von Anfang an war super Stimmung und richtig Party im Saal, das war toll! Es war echt witzig, „im Regen“ zu sitzen und zu sehen, wie der halbe Saal Zeitungen auf dem Kopf hat oder auch das Lichtermeer war sehr schön. Dann wiederum gab es aber Momente, wo man den Darstellern angesehen hat, dass sie Reaktionen erwarten, aber vom Publikum so gut wie nichts kam. Insgesamt war es aber doch ein heiteres Publikum.

Da die Besetzungsliste am Ende wie ein Filmabspann eingeblendet wird, gab es keine Besetzungsbildschirme. Passt natürlich zur Rocky Horror Show und ist mal eine lustige Idee, aber ich konnte die Liste von meinem Platz aus gar nicht ganz sehen und mir fehlte genau die Hälfte mit den Namen der Darsteller. Nett fand ich an dieser Liste allerdings, dass auch die Backstage-Mitarbeiter aufgelistet wurden. Ein Herz für die fleißigen Bienchen hinter der Bühne!
Ich begnüge mich dann einfach mit den Rollennamen, wo ich die Darsteller nicht sicher weiß. Magenta hat mich schon bei der Eröffnung umgehauen. Ihre Stimme mochte ich sehr, sehr gerne und auch darstellerisch war sie einfach toll. Riff Raff war auch sehr genial! Der hat für einige Lacher gesorgt, so schön wie er Janets „That’s very kind of you“ nachgemacht hat. Seinen Gesang mochte ich auch sehr, aber ich finde eh, dass den Abend das Niveau sehr hoch lag und ich das selten so empfand. Eine weitere lustige Rolle ist die Columbia. Die kann ziemlich viel Scheiß machen und ist total überdreht und sie war einfach genial. Die Doppelrolle Eddie/Dr. Scott hat sich mir jetzt nicht so eingeprägt, allerdings hat mir der Eddie-Teil etwas besser gefallen, da ich das Sprechen von Dr. Scott nicht so mochte. Und jetzt hätte ich beinahe Rocky unterschlagen! Aber auch der war toll, ein leicht dümmliches, muskelbepacktes… Wesen mit toller Stimme.
Nun aber zu denen, wo ich auch Namen zu weiß. Brad müsste von Jon Hawkins gespielt worden sein. Er war sehr niedlich und seine Stiiimme, die war einfach nur unglaublich toll. Ich habe mich sofort in den Klang verliebt. Auch total niedlich war Daisy Wood-Davis als Janet. In Daisy habe ich mich ja schon durch Twitter verliebt, weil ich ihre Tweets immer sehr süß oder lustig finde und so habe ich mich sehr auf sie gefreut. Und dann war sie auch noch auf der Bühne sooo toll, ihre Stimme ist super schön und sie hat toll gespielt. Von den Phantoms war eine Jana Stelley. Die waren alle toll, aber Jana hat es mir besonders angetan. Solche Rollen sind einfach perfekt für sie, ihre Columbia wäre bestimmt auch sehr genial. Es macht einfach Spaß, Jana im Hintergrund zu beobachten. Komme ich nun zum Kracher des Abends, Rob Fowler als Frank’n’Furter. Ein Wort: Wow! Was Rob da gebracht hat, ist einfach nur der Hammer und nicht in Worte zu fassen. Mega-Genial!

Die Rocky Horror Show könnte zu einem „meiner Stücke“ werden, würde sie länger hier spielen. So habe ich das Glück, dass ich mich gar nicht erst richtig daran gewöhnen kann.

Die Päpstin – 02.07.2011, Fulda

Am nächsten Tag ging es dann nach Fulda zur Päpstin. Um die Jugendherberge herum gab es… nichts. Also fuhren wir mit dem Auto in die Stadt, wo sich die Parkplatzsuche auch erstmal schwierig gestaltete. Was ist der Sinn von auf 30 Minuten begrenzten Behindertenparkplätzen direkt vor einem Theater? Nachdem wir einen unbegrenzten Parkplatz gefunden hatten und in meiner wheelmap-App nach einem Restaurant oder Café gesucht haben, wussten wir die Antwort. Da man mit Rolli eh fast nirgendwo reinkommt, braucht man auch nicht so lange parken. Wir steuerten also das einzige rollstuhlgerechte Café an und wollten dort eine Kleinigkeit essen. Eigentlich waren wir zu spät, aber für mich wurde glücklicherweise eine Ausnahme gemacht. Danach gingen wir dann wieder zurück zum Theater und schlenderten durch den dahinterliegenden, wunderschönen Schlosspark.

Nach einiger Zeit ging es dann ins Theater und natürlich auf direktem Weg zum Merchandise-Stand, Programmhefte holen und Besetzungsliste inspizieren. Da gab es dann eine kleine Enttäuschung, zum einen wird das Ensemble nicht aufgeführt, zum anderen war Sabrina nicht da. So spielte Eveline Suter die Päpstin. Und sie hat mich sehr überzeugt! Stimmlich hat sie einige Ähnlichkeiten mit Sabrina, liegt aber insgesamt vom Klang her etwas tiefer. Ich finde das für diese Rolle sehr passend, schließlich täuscht Johanna vor, ein Mann zu sein. Ein wenig schade fand ich, dass sie beim Sprechen öfter mal über einzelne Silben gestolpert ist, aber da war sie an dem Abend bei weitem nicht die einzige. Über Mathias Edenborn als Gerold habe ich mich erstmal nicht so gefreut. Ja, ich wollte ihm eigentlich noch eine Chance geben und bei Musical Rocks! hat er mir auch gut gefallen, aber gerade die positiven Meinungen über sein Cover machten mich skeptisch. Nun muss ich also zugeben, dass er mir ausgesprochen gut gefallen hat. Ich bin froh, ihn gesehen zu haben und so nochmal einen anderen Eindruck von ihm bekommen zu haben. Sehr angetan bin ich auch von Isabel Dörfler in ihrer Dopelrolle Johannas Mutter/Marioza. Die beiden Rollen sind ziemlich verschieden und sie hat aus beiden das beste gemacht, so dass ich mich nicht festlegen mag, welche Rolle mir besser gefiel. Ich mochte sie in beiden sehr gerne. Christian Schöne hat einen sehr fiesen Anastasius gespielt. Einen richtig ekelhaften Typen, dem man lieber nicht im Wege steht. Dass er in Wirklichkeit so super sympathisch ist, hatte ich bei der grandiosen Darstellung echt nicht erwartet. Mein Hauptgrund, neben Sabrina, für die Reise nach Fulda war Matthias Bollwerk als Johannes und in diversen weiteren Nebenrollen, die fast größer waren als seine „Hauptnebenrolle“. Ich habe mich immer sehr über seine Solo-Zeilen in den Liedern gefreut, weil ich seine Stimme so gerne mag. Außerdem hat er mir auf dem Jahrmarkt gefallen, wo er jonglieren und zaubern durfte, und als Quacksalber mit lateinischem Text aus Frühlings Erwachen. Wenn man sich die Kinderbesetzung im Programmheft ansieht, denkt man, dass sind alles kleine Überflieger, die schon im Mutterleib mit Ballett angefangen haben. Und dieses Talent konnte man merken. Doreen Sommer als kleine Johanna hat mich überzeugt und mir sehr gut gefallen. Auch Finn McGilvray als kleinen Johannes fand ich gut und nicht bloß niedlich.

Auf mehr Einzelpersonen werde ich jetzt nicht eingehen. Es sei aber gesagt, dass mir jeder im Ensemble, egal ob Haupt- oder Nebenrolle gefallen hat. Alle zusammen haben ein sehr schönes Stück auf die Bühne gezaubert und mir einen tollen Theaterabend bereitet.

Vielen Dank allen Beteiligten für dieses tolle Wochenende!

Mal wieder etwas von allem

Ich muss wieder mehrere Dinge zusammenfassen, sonst wird das wieder gar nichts. Es geht mir oft so, dass ich über irgendwas bloggen möchte, aber dann fallen mir in dem Moment nur so 3-4 Sätze ein und dann denke ich, das lohnt sich gar nicht und lasse es. Aber je länger ich warte, desto verschwommener wird natürlich das Ereignis. Naja…

Wicked – 13.02.2011

Eigentlich sollte das der Sonntag werden, an dem wir Willemijn aus der deutschen Elphie verabschieden wollten. Aber „eigentlich“ ist ein gemeines Wort und wie man plant und denkt, so kommt es nie. Elphaba wurde von Melanie Gebhard gespielt. Sie hat mich ein wenig enttäuscht. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich traurig war, nicht Willemijn verabschieden zu können (wie ich da noch dachte) oder ob sie wirklich schwächer war, als ich sie in Erinnerung hatte. Jedenfalls konnte sie an den guten Eindruck, den ich von ihr hatte, nicht anknüpfen. Zur Überraschung hatte ich doch tatsächlich mal Anton Zetterholm als Fiyero, ja, es gibt ihn wirklich. Aber auch er konnte mich nicht richtig überzeugen. Es gab Stellen, da war er richtig gut, und dann wieder so überhaupt nicht. Zwischendurch war überhaupt kein Schauspiel erkennbar, seine vermittelten Emotionen wirkten fehl am Platz. Insgesamt hat mich die Vorstellung ziemlich kalt gelassen. Einzig ein „neues Gesicht“ hat sie mir wieder interessant machen können. Theano Makariou als Nessarose. Es gibt Darsteller, da merkt man schon im ersten Moment „Ja, er/sie wird mein neuer Liebling in der Rolle.“ und Theano ist eine davon. Ich habe Janines Nessa wirklich sehr gern, aber bei Theano ist dieses Tüpfelchen auf dem i. Sie war erst eine richtig süße Nessa und ich dachte schon, dass die Wandlung zur bösen Hexe des Ostens vielleicht schwierig wird, aber sie hat es super gut gemeistert!

BACKSTAGE Geheimkonzert – 15.02.2011

Ich liebe die Konzerte im LUKAS. Die Location hat ganz viel Charme und ist super heimelig, man fühlt sich dort einfach wohl. Dazu kommt, dass Philippe Ducloux ein super Veranstalter ist. Er ist um jeden der Gäste bemüht und versucht, dass alle glücklich sind und einen schönen Abend genießen können. Auch wenn ich es bestimmt schon mal an anderer Stelle erwähnt habe, Philippe ist auch auf der Bühne großartig. Er ist ein ganz toller Sänger mit Entertainer Qualitäten. Dass Philippe auftreten würde, war klar, komme ich nun zu den geheimen Gästen. Kristin Hölck gehört im LUKAS auch schon mehr oder weniger zu den altbekannten Gesichtern. Ich liebe sie für ihre Stimme! Sie hat diese Stimmfarbe, die ich total gerne mag, sie hat Witz und Power. Die Überraschung des Abends war wohl Stefan Stara. Bei der/dem angekündigten WickedlerIn hätte ich ja mit jemanden aus der aktuellen Oberhausen-Cast gerechnet, die sind ja quasi nebenan. Aber ich habe mich sehr, sehr, sehr über Stefan gefreut. Als er dann auch noch so unglaublich toll und niedlich verpeilt war, noch viel mehr. Und dann gab es noch zwei für mich völlig unbekannte Damen. Migena Gjata hat mich nicht sooo sehr begeistert. Sie war gut, keine Frage, aber ich mag diese klassische Art zu singen nicht so (außer bei Philippe). Ich mag halt Musical und nicht Oper. Dafür fand ich Susanna Mucha total süß! Sie hatte jetzt nicht die allerstärkste Stimme und hat mal ihren Einsatz verpasst, aber sie machte einfach einen mega sympathischen Eindruck und schön war ihre Stimme ja trotzdem.

Wicked – 20.02.2011

Ja, ähem… Da war es wieder, das Gedankenvirus. Die Woche vorher, als Willemijn spontan nicht spielte, sagte man uns, dass sie am 20. ihre letzte Show mit Valerie haben würde. Da fing es schon an, dass sich der Wunsch ausbreitete, aber um nicht wieder Pech zu haben, fiel die entgültige Entscheidung spontan aus. Aber sie getroffen zu haben, war gut! Denn was da an Besetzung war, ist fast meine Traumcast gewesen. Willemijn Verkaik für mich zum letzten Mal als deutsche Elphaba. Ich betone das so, weil ich sehr hoffe, sie in Scheveningen sehen zu können. Sie war unglaublich genial, das beste, was ich bisher von ihr gesehen habe! Ich mag sonst ihre erste Sprechszene nicht so, weil das immer so abgespult daher kam. Das passt zur Szene, ja, aber die Interpretation von den anderen gefällt mir besser. Jedenfalls war es bei der Vorstellung von Anfang an toll und ich mochte selbst diese sonst kritische Stelle. Man hat gemerkt, dass sie auf die letzten Tage nochmal alles und mehr raus lässt. Valerie Link als Glinda ist ein Traum. Ich weiß echt nicht, warum sie mir beim allerersten Mal nicht gefiel. Sie ist unglaublich toll in der Rolle! Ich sage ja immer, dass ich Joana gar nicht schlecht finde, aber an Valeries Niveau kommt sie nicht ran. Dass Petter Bjällö den Zauberer spielen würde, wussten wir auch schon im Voraus, was ein weiterer Pluspunkt für die Show war. Er war wieder großartig. Ich liebe seine Stimme und, auch wenn er ein sehr junger Zauberer ist, er spielt ihn super. Über Helena Blöcker als Madame Akaber habe ich mich auch gefreut. Bei ihr denkt man anfangs, dass Akaber wirklich eine nette Lehrerin ist und ihr das Wohl der Schüler am Herzen liegt. Später ist man dann genau so überrascht wie Elphaba, dass sie eigentlich so gemein ist. Und dann durfte ich nach langer Zeit nochmal Jonas Wahlin als Fiyero sehen. Er war gut und viel besser, als ich ihn in Erinnerung hatte. Er hat zwar eher Sprechgesang fabriziert, aber so hat er wenigstens keine Töne versaut. Und die Choreo beim Tanz durch die Welt sah sogar richtig gut aus. Insgesamt konnte man der Show den nahenden Abschied anmerken, und dass es für einige in dieser Kombination die letzte Show war. Es war sehr intensiv und emotionsgeladen.

Black Swan

Sowas ganz anderes. Und irgendwie auch nicht. Schließlich geht es um Theater bzw. Ballett. Der Film ist ziemlich psycho, aber manchmal mag ich das ganz gern. Black Swan hat mir auf jeden Fall super gefallen. Ich bin total beeindruckt, wie gut die Kombination Psychothriller-Tanzfilm funktioniert hat. Das hatte ich vorher nicht erwartet. Also mein Fazit bleibt „krank, aber guuut!“

Abschied von Grease – 09.02.2011

Also erstmal: Es ist tatsächlich schon mehr als ein Monat vom neuen Jahr rum, warum schreibt sich 2011 noch so ungewohnt??

Auf diesen Mittwoch freute ich mich schon seit wir die Plätze reserviert hatten. Eine Mail ließ diese Vorfreude dann nochmal um 150% ansteigen. Es sollte doch wirklich zu unserer letzten Show noch geschehen, dass Michael Heller Danny spielen würde. Genial! So am Rumhibbeln habe ich dann am Montag Heikes Idee umgesetzt und schwarze und weiße Notenschlüssel- und Notenkekse als Abschiedsgeschenke gebacken.

Ja, sie sind so lecker wie sie aussehen. Und meine Wohnung hat ganz himmlisch geduftet, besonders bei den schokoladigen Keksen.

Mit gepackten Kekstütchen und einer neuen Ladung Schoko-Käfer (man sollte immer Essen dabei haben, wenn man Darsteller trifft) ging es dann gestern zum Capitol Theater. Nachdem wir unsere Karten kauften, führte der Weg ziemlich direkt zum Souvenierstand, um auf die Besetzungsliste zu schauen. Doch es gab keine. Unsere Lieblingssaalwache meinte später, dass Lars den Danny spielen würde, was uns ein wenig wunderte, da mir ja eine andere Info gegeben wurde.

Als sich dann Danny auf der Bühne zeigte, war die Verwunderung noch größer, denn dieser war Riccardo Greco. Ich habe mich sehr über Riccardo gefreut, obwohl ich ja mit jemand anderem gerechnet hatte. Aber so ist der Abschluss auch irgendwie rund, zwei mal Lars, zwei mal Riccardo. Und Riccardo war wieder toooll, toll, toll! Er ist ein ganz toller Danny und spielt alle Facetten wunderbar aus.
Da er nicht Danny war, spielte Michael Heller wie üblich den Doody. Ich war einfach nur glücklich, dass ich ihn überhaupt nochmal bei Grease auf der Bühne hatte, da war überhaupt kein Platz, um über den kurzfristigen Besetzungswechsel enttäuscht zu sein. Im Endeffekt bin ich sogar froh, da ich eh schon zwei Dannys gleich doll mag, dass ich jetzt nicht noch einen dritten kennen lernen „musste“. Michael IST einfach Doody und das Bild kann ich mir jetzt ungestört bewahren.
Auch sehr glücklich gemacht hat mich, dass Karen Selig Sandy spielte und so Yara Hassan die Marty übernahm. Karen gefällt mir als Sandy um einen Hauch besser als Sanne. Mir liegt ihre Stimme mehr, sie klingt etwas angenehmer und wärmer, allerdings nicht bei ihrer Marty. Außerdem wirkt ihr Spiel weniger gekünstelt. Yara ist für mich jedes mal ein Überraschungspaket. Bei der Premiere hat sie mir den Kopf leer getanzt und jetzt kann sie auch noch super singen. Man sagt doch eigentlich, dass Tänzer nicht so gute Sänger sind und umgekehrt. Also bei Yara trifft das nicht zu. Ich liebe ihren Gesang!
Erwähnte ich eigentlich schon große Verwunderung, was die Besetzung betrifft? Ich fühle mich mittlerweile in meiner These bestätigt, dass die Cast vor der Show Zettelchen aus einer Losbox zieht und jeder dann erst erfährt, wen er spielt. Jedenfalls fiel schon vor der Show auf, dass Aaron nicht durchs Theater wuselte und Programme und CDs verkaufte. Beim ersten Auftritt der Jungs-Clique erklärte sich dann seine Abwesenheit, Aaron LeBlanc spielte Sonny. Er war gut und sehr witzig. Ich weiß nicht, ob ich wegen ihm jetzt mehr auf Sonny geachtet habe, aber irgendwie war mir diese Rolle nie so präsent vorgekommen wie gestern. Aaron hat auf jeden Fall viel Witz beigesteuert und was aus der Rolle gemacht. Leider konnte man ihn nicht immer verstehen, am Akzent sollte er noch etwas arbeiten.
Auf mehr werde ich jetzt nicht im Detail eingehen. Es war eine wundervolle – für mich letzte – Grease-Vorstellung und jeder einzelne auf (und hinter, das muss man auch mal erwähnen!) der Bühne hat zu diesem gelungenen Abend beigetragen. Vielen Dank euch allen!

Nach der Show haben wir dann noch die kleinen Leckereien verteilt. Damit haben wir für glückliche Gesichter gesorgt, was wiederum uns noch glücklicher machte. Grease in Düsseldorf war eine tolle, viel zu kurze Zeit und jetzt habe ich ein weiteres Stück, um das ich trauern werde.

Rock’n’Roll der 50er/60er – das mag ich!

Oh ja, ich habe mittlerweile wirklich einen sehr großen Faible für die 50ies und 60ies, besonders für die Musik. Wobei ich auch die Petticoat-Kleider total liebe, so eins (zwei, drei, vier…) hätte ich auch gerne. Das erste mal habe ich diese Vorliebe wohl durch die Musik vom Buddy-Musical wahrgenommen. Die gefiel mir auf Anhieb richtig gut und dann dachte ich „Ist zwar echt überhaupt nicht deine Zeit, aber die Hairspray-Musik liebst du ja auch.“ Klar, Hairspray wurde erst später geschrieben, musikalisch aber an die Richtung der Zeit angelehnt. Das war dann so ein Aha-Moment.

Vor ein paar Tagen bin ich durch die Tag-Funktion von WordPress auf eine Filmrezension über Cry-Baby gestoßen. Die Beschreibung hat mich sofort angelockt und ich habe mir den Film direkt bestellt. Er ist mit Johnny Depp, er ist von John Waters (dem wir Hairspray verdanken), er ist ein Filmmusical und er spielt in den 50ern, besser geht’s kaum!
Ich habe Cry-Baby dann am Freitag geguckt und ich bin wirklich begeistert. Er hat viele sehr schräge Momente, die ich total genial finde, weil sie teilweise echt nur abgedreht und surreal sind. Die Musik ist sehr gelungen, ich überlege gerade, mir den Soundtrack auch noch zuzulegen. Einziges Manko: Johnny singt nicht selbst. Aber die Schauspieler sind toll, toll, toll! Ich muss ja ganz ehrlich zugeben, Johnny hätte ich nicht erkannt. Aber die haben wirklich eine perfekte Cast zusammen gestellt, allen voran wohl Killerface, die mir am meisten in Erinnerung ist.

Eben habe ich mir dann den Film zu Grease angesehen, mit John Travolta und Olivia Newton-John. Ich habe den Film schon mal gesehen, aber das ist schon einige Jahre her und er war mir nicht mehr präsent, als ich im November dann zum ersten mal in dem Musical saß. Jetzt habe ich dann natürlich darauf geachtet, in wie weit sich der Film und die aktuelle Bühnenfassung unterscheiden. Teilweise geht das echt weit auseinander, auch was die Reihenfolge der Lieder betrifft. Der Film kann natürlich nicht mit einem Live-Erlebnis mithalten, welche Verfilmung kann das schon, aber er hat mir gut gefallen. Dennoch finde ich einige Sachen im Musical logischer, zum Beispiel dass Hopelessly Devoted erst später in der Handlung kommt. Auf der anderen Seite ist im Film Sandys Wandel nicht so abrupt und etwas nachvollziehbarer. So haben beide Versionen ihre Vorzüge und Daseinsberechtigung.

Jetzt muss ich demnächst mal wieder Hairspray gucken. Aber vielleicht dann die Ur-Version, wenn ich sie mir endlich anschaffe. Dann habe ich meinen Ausflug in die Vergangenheit fast komplettiert.

Musical Rocks! die zweite – 06.01.2011

Ja ja, die Wiederholungstäter haben wieder zugeschlagen. Aber ich kann mich fein rausreden, denn obwohl es mir Sonntag richtig gut gefallen hat, wäre ich nie auf die Idee gekommen, vier Tage später nochmal zu Musical Rocks! zu gehen, hätte mich nicht eine Freundin gefragt und mir so wieder einen wachsenden Gedanken eingepflanzt.

Diesen Eintrag möchte ich ganz besonders euch Tänzern widmen, wo ich euch letztes Mal so schändlich übergangen habe… Das sollte nämlich keines Falls eine Abwertig der Leistung bedeuten, ich habe im Eifer schlicht und einfach einen Absatz vergessen. Die Tänzer waren wirklich genial und beinahe die wahren Helden des Abends. Ich fange langsam an, mich für Tanz richtig begeistern zu können. Es ist aber auch echt faszinierend, wie sie mit feinster Präzision selbst das kleinste Glied des kleinen Fingers bewegen können. Absolute Glanzleistung an beiden Abenden!
Insgesamt hat mir die Show beim zweiten Besuch aber besser gefallen. Es war zwar wesentlich weniger Publikum da und das war auch noch ziemlich lahm, aber die lieben Leute auf der Bühne waren super drauf und hatten scheinbar mächtig Spaß. Ich fand, dass alle im Vergleich zu Sonntag nochmal an Leistung zugelegt haben. Vielleicht weil sie sich nicht während der Show über ihre beschissenen Mikros ärgern mussten. Die Soundanlage wurde nämlich in der Zwischenzeit ausgetauscht und alle Mikros haben anstandslos gearbeitet, sogar das von Eise und das will was heißen. Ich freue mich auch, dass ich Nadine nicht mehr schwächer empfand als die anderen. Im Gegenteil, an diesem Abend wurde sie fast mein Liebling.

Ich bin sehr froh, nochmal dort gewesen zu sein! Jetzt habe ich einen richtig guten Eindruck von der Show und würde mich freuen, wenn es als Tour gespielt würde und ich noch den ein oder anderen Standort mitnehmen könnte.

Grease – 19.12.2010, Mittag

Da war sie wieder, die Spontaneität, die mir immer Tolles beschert. Da es Samstag wegen dem Wetter leider nicht nach Datteln ging, sollte Grease am Sonntagmittag etwas Ablenkung und Trost bringen. Natürlich bin ich immer noch traurig über Samstag, aber die Grease-Show hat sich so sehr gelohnt, dass die Freude überwiegt.

Im Capitol Theater kommen wohl gerade Urlaubszeiten und Krankheiten zusammen, was den Verantwortlichen sicher ziemlichen Stress bereitet hat, uns aber eine interessante und wohl einmalige Show brachte. So coverte Christopher Jonas den Sonny, sprang aber hier und da in seine reguläre Ensemble-Rolle zurück, um die Tanzszenen zu verstärken. Speziell war auch, dass Tino Honegger als Cover zwar den Kennickie spielte, Lars Redlich, also Danny, aber das „Greased Lightning“ sang. Auch mit Omri Schein als Roger und Brady van Vaerenbergh als Eugene war es im Vergleich zur Premiere anders besetzt. Obwohl damit die Konstellation echt sehr von der Normalität abwich, hat es an keiner Stelle gehakt oder Patzer gegeben. „Greased Lightning“ wurde sogar so souverän abgeliefert, dass ich ins Zweifeln kam, ob es letztes Mal wirklich anders war. Damit ist wohl genug bewiesen, dass die genannten Herren super waren.
In meinem letzten Bericht habe ich Selvi Rothe als Rizzo etwas übergangen, da ich noch von den ganzen Eindrücken überrumpelt war. Selvi ist ja so klasse! Sie hat eine ganz tolle Stimme und ihr Solo ist eins meiner Lieblingslieder. Überrascht hat mich Sanne Buskermolen als Sandy. Sie hat in den vergangenen Wochen nochmal ordentlich drauf gelegt und ich mag sie in der Rolle jetzt so richtig gern. Ich fand sie zuletzt ja schon super, aber ein klein wenig Skepsis war da noch. Natürlich überhaupt keine Skepsis hatte ich bei Michael Heller als Doody. Sein Link bei Hairspray ist mir ja schon ans Herz gewachsen, aber, obwohl die jetzige Rolle kleiner ist, mag ich ihn als Doody noch viel lieber. Doody ist so eine Liebhab-Rolle und Michael kann man auch einfach nur mögen und das zusammen ist dann eben absolut perfekt.

Ich freu mich schon aufs nächste Grease, mal sehen, in welcher Besetzung.

RENT – 28.11.2010, Feierabendhaus Hürth

Feierabendhaus Hürth, über den Veranstaltungsort wusste ich erstmal so gar nichts, nur dass er am Chemie-Park liegt. Ich habe also erst per Mail angefragt, ob ich überhaupt stufenfrei den Saal erreichen kann und, wenn ja, wie ich an Karten komme. Mir wurde dann zugesagt, dass es kein Problem wäre und ich einfach online buchen könne. Das war ja schon eine mega Überraschung, wo kann man schließlich Rolli-Plätze online buchen? Bei freier Platzwahl und einem breiten Mittelgang erklärt sich das dann. Ich konnte also online buchen und mittig sitzen, der Wahnsinn! Aber auch von der Rolli-Toilette bin ich nachhaltig beeindruckt. Der Raum ist sehr groß, also selbst mit elektrischem Rollstuhl und Hilfsperson wird es dort nicht eng und die Einrichtung war richtig edel, nicht die Haltegrife aus weißem Plastik, sondern welche aus Metall, und sogar der Spiegel war gekippt, so dass ich mich hätte nachschminken können.

Aber auch wenn allein schon diese Erfahrungen den Ausflug lohnend machten, es ging ja doch vordergründig fürs Musical hin. Ich hatte keine besonders hohen Erwartungen, da ich mich auf eine reine Laiengruppe, das Ensemble Musical for You, einstellte. Als Heike dann das sehr schöne Programmheft aufschlug und „Sascha?“ quietschte, stiegen meine Erwartungen gleich ein paar Stufen an. Mit Sascha Kurth hatten wir überhaupt nicht gerechnet! Und er hat nicht nur Mark fantastisch gesungen und gespielt, sondern bei fast allem der Produktion mitgewirkt, Choreographien, Gesangscoach, Bühnenbild, Redaktion etc. Ganz schön tough, so neben dem Studium an der Folkwang, Respekt!
Dass Saschas professionelle Leistung natürlich herausgestochen hat, sollte klar sein, dennoch hat er sich nicht in den Vordergrund gespielt oder von den anderen abgelenkt. So konnte besonders Lars Schmidt als Roger glänzen. Er war echt fantastisch, ein schöner, rockiger Hauch in der Stimme und sehr glaubhaftes Spiel. Auch Anke Kruse als Joanne hat mich voll überzeugt, besonders stimmlich. Sie hat eine sehr schöne, markante Stimme mit ganz viel Kraft, so eine echte Röhre. Ganz besonders erwähnenswert ist auch Anatol Käbisch als Angel, er war nämlich echt genial! Allein für das Rumgespringe auf Absatzschuhen gebührt ihm schon Respekt, aber er hat Angel einfach insgesamt wunderbar verkörpert. Leander Thorne passte als Collins sehr gut zu ihm. Obwohl bei Leander nicht jeder Ton gesessen hat, mochte ich ihn gerne auf der Bühne haben. Er hat einen sehr tollen, gefühlvollen Collins gespielt und war super.
Bei Elisa Käbisch als Mimi habe ich sehr gemischte Gefühle. Es gab Momente, wo ich ihre Stimme gar nicht leiden konnte, und dann wiederum waren da Sequenzen, die ich total gerne mochte. Ihr Spiel war eher weniger überzeugend, wenn sie gesprochen hat, hat sie manchmal zu stark betont und sie hat nicht sexy genug agiert, aber auch beim Spiel gab es wieder Momente, wo sie eben doch genau Mimi getroffen hat. Bei Bernadette Kascha als Maureen geht es mir ähnlich. Vor der Pause fand ich sie genial, also Maureens Perfomance und La Vie Boheme, aber im zweiten Teil mochte ich ihre Darstellung nicht mehr. Ich hatte das Gefühl, dass sie gesanglich etwas überfordert war und sehr angestrengt auf der Bühne stand. Thomas Still als Benny ging dann aber so gar nicht. Ich weiß nicht, ob überhaupt ein Ton gesessen hat, es hörte sich ziemlich schlimm an, schauspielerisch war da leider auch fast nichts. Er sollte sich vielleicht überlegen, sich nur auf seine ganzen anderen Aufgaben, die er sehr gut erfüllt, zu konzentrieren und die Bühne dem Rest der Truppe überlassen.

Auch wenn sich der Bericht jetzt nicht durchweg positiv liest, habe ich mich am Ende ein wenig geärgert, dass wir nur zur letzten Vorstellung gegangen sind. Es war nämlich, trotz einiger Schwächen, ein wirklich wundervoller Abend. Sowohl das Ensemble Musical for You als auch das Feierabendhaus werden mich sicher nochmal wiedersehen, wenn das Programm interessant ist.

Grease – 18.11.2010, Düsseldorfer Premiere

Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen und überhaupt einen Bericht schreiben soll. Das letzte Mal, dass ich nach einer Show so ohne Worte war, war der 15. Januar letzten Jahres, glaube ich… Und wohin der geführt hat, wisst ihr ja alle.

Also ein Kurzbericht sähe so aus: Bunt, Spaß, Rock’n’Roll oder: Grease ist Buddy meets Hairspray. Etwas ausführlicher werde ich es aber jetzt noch versuchen. Nun, es war ja eine richtige Premiere mit Prominenz und Kameras und so, also haben wir uns so richtig in Schale geschmissen und das sah so aus:

So aufgehübscht ging es dann zum Bahnhof und mit der Bahn nach Düsseldorf. Den Weg von Bahnhof zum Theater kennen wir mittlerweile quasi im Schlaf, obwohl wir festgestellt haben, dass der letzte Besuch im Capitol schon sieben Monate zurück lag. So schnell vergeht die Zeit!

Mit einer halben Stunde Verspätung waren dann auch irgendwann alle Besucher (So was wie Kinderstube kennt diese Prominenz wohl nicht ^^) im Saal und die Show konnte anfangen. Und dann ging es Schlag auf Schlag und die Assoziationen gaben sich die Hand. Buddy, Hairspray, Buddy mit Hairspray, Jesus Christ Superstar und noch vereinzelt ein paar andere. Für die Hairsprayler und die von Buddy muss es schon komisch sein, jetzt Grease zu machen. Durch den Rahmen „Rock’n’Roll der 50ies“ ist eben vieles sehr ähnlich, aber dann gleichzeitig auch wieder anders.

Während der Show war ich total überfordert und wusste nicht, wo ich hingucken soll. Ich hatte noch nie schon bei der ersten Show so viele Leute, auf die ich achten wollte. Ich sag euch, das ist verdammt anstrengend und absolute Reizüberflutung!

Zur Show an sich lässt sich gar nicht viel mehr sagen. Grease möchte Spaß verbreiten und, bei flotterem Publikum, sicher auch zum Mitwippen und Mitklatschen animieren, aber keine tiefgründige Story vermitteln. Deshalb komme ich jetzt mal zu meinen absoluten Highlights:

Riccardo Greco mit Greased Lightning. Wow! Das war so ganz anders als alles, was ich bisher von ihm kannte, und, ehrlich gesagt, hätte ich ihm das gar nicht zugetraut. Aber er war richtig genial und hat eine super Stimmung verbreitet. Ich bin immer noch überrascht, wie viel Präsenz er ausgestrahlt hat. PEZZAAAZZZZ!
Und das Mega-Highlight, Yara Hassan als ChaCha. Was kann die Frau tanzen, der Wahnsinn! Ich kenne ein Video, wo sie auch so krass tanzt, aber in live war das einfach unglaublich. Mein Kopf war plötzlich total leer, ich konnte sie nur noch mit offenem Mund anstarren. So was habe ich noch nie erlebt.
Auch der Rest war echt super! Ich bin überrascht, dass mir sogar Sanne Buskermolen gefallen hat. Ich hatte mal ein recht unschönes Sarah-Erlebnis mit ihr, aber ich gebe ja gerne zweite Chancen und sie hat ihre gut genutzt. Michael Heller hat mit Doody die perfekte Rolle, er darf sich durch den Abend grinsen und ganz niedlich schüchtern sein. Das passt so wunderbar, deshalb kann ich ihn mir nur schlecht als Danny vorstellen. Vorallem wo jetzt Lars Redlich diese Rolle für mich geprägt hat. Er hat alle Facetten von Danny super ausgespielt, das schleimig-oberflächliche, aber auch das verliebte, und beim Tanz mit Yara hätte er mich auch umgehauen, wenn das nicht Yara schon vorher erledigt hätte.

Am Ende bleibt der Wunsch „Nochmal, nochmal, nochmal, nochmal, nochmal, …“

„Hand aufs Herz“

Eigentlich wollte ich schon nach der ersten Woche über Hand aufs Herz bloggen, aber irgendwie fehlten mir da noch die Worte und es hat sich einfach nicht ergeben. Mittlerweile habe ich also schon zwei Wochen tapfer durchgehalten und brav jede Folge geguckt. Mal „live“ um 18 Uhr auf Sat1, mal verspätet eine Aufnahme. Tja, und was soll ich nun sagen?

Sonderlich hohe Erwartungen hatte ich eh von Anfang an nicht, nur ein klein wenig Hoffnung, dass es vielleicht doch besser wird als gedacht. Als Sat1 bekannt machte, dass es eine neue Soap in Eigenproduktion heraus bringen würde, die sich durch viele Gesangs- und Tanzeinlagen von anderen Soaps abhebe, war mein erster Gedanke: „Aha, jetzt wird also Glee kopiert.“ Auch die ersten inhaltlichen Beschreibungen hörten sich noch sehr glee-mäßig an. Schulchor besteht aus den Loosern der Schule, Sportgruppe ist die Schulelite, Sportlehrerin will Chorlehrer(in) das Leben schwer machen etc. Aber es wird doch immer mehr Soap und immer weniger Glee.

Man merkt schon – und das ist ja irgendwie auch klar -, dass ich Hand aufs Herz nicht für sich betrachten konnte, sondern immer wieder mal Vergleiche zu Glee gezogen haben. Dabei kommt Hand aufs Herz leider nicht sonderlich gut weg. Einige Ideen, die bei Glee noch witzig waren und Charme hatten, wie etwa die Telefonkonferenz, wirken bei Hand aufs Herz für mich nur noch abgekupfert und einfallslos. Weiter steht bei Glee jede Folge unter einem Motto, mal mehr und mal weniger tiefgründig, so etwas fehlt mir bei Hand aufs Herz noch völlig. Da plätschert einfach nur eine belanglose Story vor sich hin.

Aber was mich wohl am allermeisten ärgert, ist, dass man als Musical-Fan unter dem Vorwand einer „Musical-Soap“ auf eine völlig falsche Fährte gelockt wird. Es wird nur ungefähr in jeder zweiten Folge ein Lied angesungen und in den bisherigen zehn Sendungen waren das erst drei verschiedene. Davon wiederholt sich Kiss from a Rose am meisten. Ich weiß, dass nicht nur ich das als langweilig und mittlerweile sogar nervig empfinde.

Da ich aber jemand bin, der gerne zweite und dritte Chancen vergibt, werde ich wohl trotzdem noch ein, zwei, drei Wochen dran bleiben und gucken, wie sich das so entwickelt. Dass es niemals den Suchtfaktor und den Charme von Glee erreichen wird, ist mir klar, aber vielleicht entwickelt es sich dennoch etwas zum positiven. Außerdem freue ich mich immer, wenn Köln gezeigt wird und ich die Plätze zuordnen kann. Und ich mag die Szenen mit Dennis Schigiol als Hotte und erwarte schon freudig das erste Auftreten von Lucy Scherer.