Grease Tour 2012 – Köln

Nachdem ich Grease nun viermal in Köln gesehen habe, möchte ich doch noch ein wenig zusammenfassend über die Besuche und meine Eindrücke schreiben.

Die Premiere am 26.01. wurde durch eine Überraschung zur perfekten Show der diesjährigen Tour. Michael Heller übernahm noch einmal die Rolle des Doody und spielte ihn so süß und perfekt wie eh und je. Auch die anderen „alten Hasen“ Lars Redlich als Danny, Omri Schein als Eugene und Jasmin Mauter als Patty konnten an ihre tollen Leistungen der vergangenen Tour anknüpfen. Lars hat noch ein paar Kleinigkeiten und Witze eingebaut, die seinem Danny etwas mehr Farbe geben. Omri wirkt noch überdrehter als im letzten Jahr, aber das ist toll so. Überrascht hat mich Denise Obedeka als Rizzo. Ich kannte sie nur als Inez von Hairspray, was nicht nur eine ganz andere Rolle ist, sondern wo ich sie auch nie so überragend gut fand. Ihre Rizzo aber hat mich besonders vom Gesang her beeindruckt. Wo auch immer diese Stimme plötzlich herkommt, sie soll sie behalten. Meine Entdeckung des Premierenabends war aber Tim Edwards als Roger. Er hält bei Mooning einen hohen Ton unglaublich lange und damit hat er mich gepackt, aber auch wie er spielt, ist super. Ich liebe die Stelle, wo er sich vor Lachen am Boden kugelt, aber auch jedes mal, wenn Jan in umschubbst und, ach, überhaupt alles.

In der zweiten und dritten Show, 10./11.02., gab es dann einen anderen Danny und Kennickie, womit ich bei einer weiteren Neuentdeckung dieser Tour bin. Stefan Rüh, welcher den Kennickie spielt und ein Cover auf Danny hat. Bei der Premiere als Kennickie hat er mir schon sehr gut gefallen, aber der Funke war noch nicht ganz übergesprungen. Als er dann an besagtem Wochenende als Danny auf der Bühne stand, änderte sich das schlagartig. Mit ihm habe ich nochmal einen ganz anderen Danny gesehen, was total spannend war. Er macht verschiedene kleine Dinge, die ihn von den anderen Dannys unterscheiden, und es hat einfach Spaß gemacht, diese zu entdecken. Da Stefan als Danny auf der Bühne stand, übernahm Adam Floyd den Kennickie. Dieses Jahr darf das Kennickie-Cover tatsächlich selbst Greased Lightning singen, es geschehen noch Wunder. Und gerockt hat er das Ding, leider ist er mit der deutschen Aussprache deutlich überfordert, aber, das muss man echt hervorheben, sein Spiel hat unter der Sprachbarriere eigentlich nicht gelitten.

Am 18.02. hieß es dann ein letztes Mal Grease is the word und es war Zeit, vom Musical Dome Abschied zu nehmen. Die Show hat mir diesen letzten Abend in meinem zweiten Zuhause auf jeden Fall versüßt und den Abschied leichter gemacht. Dennoch vermisse ich schon jetzt die Zeiten und Begegnungen im und am Musical Dome, die mir in den vergangenen Jahren sehr wichtig geworden sind und mir viele schöne Momente bereitet haben. Die Besetzung für die letzte Show war bis auf Doody und ein paar Ensemble-Leuten ähnlich zur Premiere. An diesem Abend ist mir erneut aufgefallen, wie sehr mich das Zusammenspiel von Lars und Stefan begeistert. Man merkt bei den beiden, dass die sich auch hinter der Bühne gut verstehen und auf einer Welle liegen.

Ich hatte bei der diesjährigen Tour jedes mal eine schöne Show, wenn auch das Niveau der vergangenen Tour nicht gehalten werden konnte. Mir fehlen ein paar Gesichter der letzten Runde, allerdings würde ich auch ein paar Entdeckungen dieser Tour nicht mehr abgeben wollen. Perfekt wäre wohl nur eine Mischung beider Besetzungen.

Grease – 19.12.2010, Mittag

Da war sie wieder, die Spontaneität, die mir immer Tolles beschert. Da es Samstag wegen dem Wetter leider nicht nach Datteln ging, sollte Grease am Sonntagmittag etwas Ablenkung und Trost bringen. Natürlich bin ich immer noch traurig über Samstag, aber die Grease-Show hat sich so sehr gelohnt, dass die Freude überwiegt.

Im Capitol Theater kommen wohl gerade Urlaubszeiten und Krankheiten zusammen, was den Verantwortlichen sicher ziemlichen Stress bereitet hat, uns aber eine interessante und wohl einmalige Show brachte. So coverte Christopher Jonas den Sonny, sprang aber hier und da in seine reguläre Ensemble-Rolle zurück, um die Tanzszenen zu verstärken. Speziell war auch, dass Tino Honegger als Cover zwar den Kennickie spielte, Lars Redlich, also Danny, aber das „Greased Lightning“ sang. Auch mit Omri Schein als Roger und Brady van Vaerenbergh als Eugene war es im Vergleich zur Premiere anders besetzt. Obwohl damit die Konstellation echt sehr von der Normalität abwich, hat es an keiner Stelle gehakt oder Patzer gegeben. „Greased Lightning“ wurde sogar so souverän abgeliefert, dass ich ins Zweifeln kam, ob es letztes Mal wirklich anders war. Damit ist wohl genug bewiesen, dass die genannten Herren super waren.
In meinem letzten Bericht habe ich Selvi Rothe als Rizzo etwas übergangen, da ich noch von den ganzen Eindrücken überrumpelt war. Selvi ist ja so klasse! Sie hat eine ganz tolle Stimme und ihr Solo ist eins meiner Lieblingslieder. Überrascht hat mich Sanne Buskermolen als Sandy. Sie hat in den vergangenen Wochen nochmal ordentlich drauf gelegt und ich mag sie in der Rolle jetzt so richtig gern. Ich fand sie zuletzt ja schon super, aber ein klein wenig Skepsis war da noch. Natürlich überhaupt keine Skepsis hatte ich bei Michael Heller als Doody. Sein Link bei Hairspray ist mir ja schon ans Herz gewachsen, aber, obwohl die jetzige Rolle kleiner ist, mag ich ihn als Doody noch viel lieber. Doody ist so eine Liebhab-Rolle und Michael kann man auch einfach nur mögen und das zusammen ist dann eben absolut perfekt.

Ich freu mich schon aufs nächste Grease, mal sehen, in welcher Besetzung.

Grease – 18.11.2010, Düsseldorfer Premiere

Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen und überhaupt einen Bericht schreiben soll. Das letzte Mal, dass ich nach einer Show so ohne Worte war, war der 15. Januar letzten Jahres, glaube ich… Und wohin der geführt hat, wisst ihr ja alle.

Also ein Kurzbericht sähe so aus: Bunt, Spaß, Rock’n’Roll oder: Grease ist Buddy meets Hairspray. Etwas ausführlicher werde ich es aber jetzt noch versuchen. Nun, es war ja eine richtige Premiere mit Prominenz und Kameras und so, also haben wir uns so richtig in Schale geschmissen und das sah so aus:

So aufgehübscht ging es dann zum Bahnhof und mit der Bahn nach Düsseldorf. Den Weg von Bahnhof zum Theater kennen wir mittlerweile quasi im Schlaf, obwohl wir festgestellt haben, dass der letzte Besuch im Capitol schon sieben Monate zurück lag. So schnell vergeht die Zeit!

Mit einer halben Stunde Verspätung waren dann auch irgendwann alle Besucher (So was wie Kinderstube kennt diese Prominenz wohl nicht ^^) im Saal und die Show konnte anfangen. Und dann ging es Schlag auf Schlag und die Assoziationen gaben sich die Hand. Buddy, Hairspray, Buddy mit Hairspray, Jesus Christ Superstar und noch vereinzelt ein paar andere. Für die Hairsprayler und die von Buddy muss es schon komisch sein, jetzt Grease zu machen. Durch den Rahmen „Rock’n’Roll der 50ies“ ist eben vieles sehr ähnlich, aber dann gleichzeitig auch wieder anders.

Während der Show war ich total überfordert und wusste nicht, wo ich hingucken soll. Ich hatte noch nie schon bei der ersten Show so viele Leute, auf die ich achten wollte. Ich sag euch, das ist verdammt anstrengend und absolute Reizüberflutung!

Zur Show an sich lässt sich gar nicht viel mehr sagen. Grease möchte Spaß verbreiten und, bei flotterem Publikum, sicher auch zum Mitwippen und Mitklatschen animieren, aber keine tiefgründige Story vermitteln. Deshalb komme ich jetzt mal zu meinen absoluten Highlights:

Riccardo Greco mit Greased Lightning. Wow! Das war so ganz anders als alles, was ich bisher von ihm kannte, und, ehrlich gesagt, hätte ich ihm das gar nicht zugetraut. Aber er war richtig genial und hat eine super Stimmung verbreitet. Ich bin immer noch überrascht, wie viel Präsenz er ausgestrahlt hat. PEZZAAAZZZZ!
Und das Mega-Highlight, Yara Hassan als ChaCha. Was kann die Frau tanzen, der Wahnsinn! Ich kenne ein Video, wo sie auch so krass tanzt, aber in live war das einfach unglaublich. Mein Kopf war plötzlich total leer, ich konnte sie nur noch mit offenem Mund anstarren. So was habe ich noch nie erlebt.
Auch der Rest war echt super! Ich bin überrascht, dass mir sogar Sanne Buskermolen gefallen hat. Ich hatte mal ein recht unschönes Sarah-Erlebnis mit ihr, aber ich gebe ja gerne zweite Chancen und sie hat ihre gut genutzt. Michael Heller hat mit Doody die perfekte Rolle, er darf sich durch den Abend grinsen und ganz niedlich schüchtern sein. Das passt so wunderbar, deshalb kann ich ihn mir nur schlecht als Danny vorstellen. Vorallem wo jetzt Lars Redlich diese Rolle für mich geprägt hat. Er hat alle Facetten von Danny super ausgespielt, das schleimig-oberflächliche, aber auch das verliebte, und beim Tanz mit Yara hätte er mich auch umgehauen, wenn das nicht Yara schon vorher erledigt hätte.

Am Ende bleibt der Wunsch „Nochmal, nochmal, nochmal, nochmal, nochmal, …“