Mal wieder etwas von allem

Ich muss wieder mehrere Dinge zusammenfassen, sonst wird das wieder gar nichts. Es geht mir oft so, dass ich über irgendwas bloggen möchte, aber dann fallen mir in dem Moment nur so 3-4 Sätze ein und dann denke ich, das lohnt sich gar nicht und lasse es. Aber je länger ich warte, desto verschwommener wird natürlich das Ereignis. Naja…

Wicked – 13.02.2011

Eigentlich sollte das der Sonntag werden, an dem wir Willemijn aus der deutschen Elphie verabschieden wollten. Aber „eigentlich“ ist ein gemeines Wort und wie man plant und denkt, so kommt es nie. Elphaba wurde von Melanie Gebhard gespielt. Sie hat mich ein wenig enttäuscht. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich traurig war, nicht Willemijn verabschieden zu können (wie ich da noch dachte) oder ob sie wirklich schwächer war, als ich sie in Erinnerung hatte. Jedenfalls konnte sie an den guten Eindruck, den ich von ihr hatte, nicht anknüpfen. Zur Überraschung hatte ich doch tatsächlich mal Anton Zetterholm als Fiyero, ja, es gibt ihn wirklich. Aber auch er konnte mich nicht richtig überzeugen. Es gab Stellen, da war er richtig gut, und dann wieder so überhaupt nicht. Zwischendurch war überhaupt kein Schauspiel erkennbar, seine vermittelten Emotionen wirkten fehl am Platz. Insgesamt hat mich die Vorstellung ziemlich kalt gelassen. Einzig ein „neues Gesicht“ hat sie mir wieder interessant machen können. Theano Makariou als Nessarose. Es gibt Darsteller, da merkt man schon im ersten Moment „Ja, er/sie wird mein neuer Liebling in der Rolle.“ und Theano ist eine davon. Ich habe Janines Nessa wirklich sehr gern, aber bei Theano ist dieses Tüpfelchen auf dem i. Sie war erst eine richtig süße Nessa und ich dachte schon, dass die Wandlung zur bösen Hexe des Ostens vielleicht schwierig wird, aber sie hat es super gut gemeistert!

BACKSTAGE Geheimkonzert – 15.02.2011

Ich liebe die Konzerte im LUKAS. Die Location hat ganz viel Charme und ist super heimelig, man fühlt sich dort einfach wohl. Dazu kommt, dass Philippe Ducloux ein super Veranstalter ist. Er ist um jeden der Gäste bemüht und versucht, dass alle glücklich sind und einen schönen Abend genießen können. Auch wenn ich es bestimmt schon mal an anderer Stelle erwähnt habe, Philippe ist auch auf der Bühne großartig. Er ist ein ganz toller Sänger mit Entertainer Qualitäten. Dass Philippe auftreten würde, war klar, komme ich nun zu den geheimen Gästen. Kristin Hölck gehört im LUKAS auch schon mehr oder weniger zu den altbekannten Gesichtern. Ich liebe sie für ihre Stimme! Sie hat diese Stimmfarbe, die ich total gerne mag, sie hat Witz und Power. Die Überraschung des Abends war wohl Stefan Stara. Bei der/dem angekündigten WickedlerIn hätte ich ja mit jemanden aus der aktuellen Oberhausen-Cast gerechnet, die sind ja quasi nebenan. Aber ich habe mich sehr, sehr, sehr über Stefan gefreut. Als er dann auch noch so unglaublich toll und niedlich verpeilt war, noch viel mehr. Und dann gab es noch zwei für mich völlig unbekannte Damen. Migena Gjata hat mich nicht sooo sehr begeistert. Sie war gut, keine Frage, aber ich mag diese klassische Art zu singen nicht so (außer bei Philippe). Ich mag halt Musical und nicht Oper. Dafür fand ich Susanna Mucha total süß! Sie hatte jetzt nicht die allerstärkste Stimme und hat mal ihren Einsatz verpasst, aber sie machte einfach einen mega sympathischen Eindruck und schön war ihre Stimme ja trotzdem.

Wicked – 20.02.2011

Ja, ähem… Da war es wieder, das Gedankenvirus. Die Woche vorher, als Willemijn spontan nicht spielte, sagte man uns, dass sie am 20. ihre letzte Show mit Valerie haben würde. Da fing es schon an, dass sich der Wunsch ausbreitete, aber um nicht wieder Pech zu haben, fiel die entgültige Entscheidung spontan aus. Aber sie getroffen zu haben, war gut! Denn was da an Besetzung war, ist fast meine Traumcast gewesen. Willemijn Verkaik für mich zum letzten Mal als deutsche Elphaba. Ich betone das so, weil ich sehr hoffe, sie in Scheveningen sehen zu können. Sie war unglaublich genial, das beste, was ich bisher von ihr gesehen habe! Ich mag sonst ihre erste Sprechszene nicht so, weil das immer so abgespult daher kam. Das passt zur Szene, ja, aber die Interpretation von den anderen gefällt mir besser. Jedenfalls war es bei der Vorstellung von Anfang an toll und ich mochte selbst diese sonst kritische Stelle. Man hat gemerkt, dass sie auf die letzten Tage nochmal alles und mehr raus lässt. Valerie Link als Glinda ist ein Traum. Ich weiß echt nicht, warum sie mir beim allerersten Mal nicht gefiel. Sie ist unglaublich toll in der Rolle! Ich sage ja immer, dass ich Joana gar nicht schlecht finde, aber an Valeries Niveau kommt sie nicht ran. Dass Petter Bjällö den Zauberer spielen würde, wussten wir auch schon im Voraus, was ein weiterer Pluspunkt für die Show war. Er war wieder großartig. Ich liebe seine Stimme und, auch wenn er ein sehr junger Zauberer ist, er spielt ihn super. Über Helena Blöcker als Madame Akaber habe ich mich auch gefreut. Bei ihr denkt man anfangs, dass Akaber wirklich eine nette Lehrerin ist und ihr das Wohl der Schüler am Herzen liegt. Später ist man dann genau so überrascht wie Elphaba, dass sie eigentlich so gemein ist. Und dann durfte ich nach langer Zeit nochmal Jonas Wahlin als Fiyero sehen. Er war gut und viel besser, als ich ihn in Erinnerung hatte. Er hat zwar eher Sprechgesang fabriziert, aber so hat er wenigstens keine Töne versaut. Und die Choreo beim Tanz durch die Welt sah sogar richtig gut aus. Insgesamt konnte man der Show den nahenden Abschied anmerken, und dass es für einige in dieser Kombination die letzte Show war. Es war sehr intensiv und emotionsgeladen.

Black Swan

Sowas ganz anderes. Und irgendwie auch nicht. Schließlich geht es um Theater bzw. Ballett. Der Film ist ziemlich psycho, aber manchmal mag ich das ganz gern. Black Swan hat mir auf jeden Fall super gefallen. Ich bin total beeindruckt, wie gut die Kombination Psychothriller-Tanzfilm funktioniert hat. Das hatte ich vorher nicht erwartet. Also mein Fazit bleibt „krank, aber guuut!“

Musical Rocks! die zweite – 06.01.2011

Ja ja, die Wiederholungstäter haben wieder zugeschlagen. Aber ich kann mich fein rausreden, denn obwohl es mir Sonntag richtig gut gefallen hat, wäre ich nie auf die Idee gekommen, vier Tage später nochmal zu Musical Rocks! zu gehen, hätte mich nicht eine Freundin gefragt und mir so wieder einen wachsenden Gedanken eingepflanzt.

Diesen Eintrag möchte ich ganz besonders euch Tänzern widmen, wo ich euch letztes Mal so schändlich übergangen habe… Das sollte nämlich keines Falls eine Abwertig der Leistung bedeuten, ich habe im Eifer schlicht und einfach einen Absatz vergessen. Die Tänzer waren wirklich genial und beinahe die wahren Helden des Abends. Ich fange langsam an, mich für Tanz richtig begeistern zu können. Es ist aber auch echt faszinierend, wie sie mit feinster Präzision selbst das kleinste Glied des kleinen Fingers bewegen können. Absolute Glanzleistung an beiden Abenden!
Insgesamt hat mir die Show beim zweiten Besuch aber besser gefallen. Es war zwar wesentlich weniger Publikum da und das war auch noch ziemlich lahm, aber die lieben Leute auf der Bühne waren super drauf und hatten scheinbar mächtig Spaß. Ich fand, dass alle im Vergleich zu Sonntag nochmal an Leistung zugelegt haben. Vielleicht weil sie sich nicht während der Show über ihre beschissenen Mikros ärgern mussten. Die Soundanlage wurde nämlich in der Zwischenzeit ausgetauscht und alle Mikros haben anstandslos gearbeitet, sogar das von Eise und das will was heißen. Ich freue mich auch, dass ich Nadine nicht mehr schwächer empfand als die anderen. Im Gegenteil, an diesem Abend wurde sie fast mein Liebling.

Ich bin sehr froh, nochmal dort gewesen zu sein! Jetzt habe ich einen richtig guten Eindruck von der Show und würde mich freuen, wenn es als Tour gespielt würde und ich noch den ein oder anderen Standort mitnehmen könnte.

Sogar bis zu den Wise Guys verfolgen mich Musicals

Wenn man ein großer Musical-Freak ist, wie ich einer bin, und sich – scheinbar eindeutig zu viel – mit Musicals beschäftigt, passiert es sehr oft, dass Worte, Sätze oder gar Gesten einen schmunzelnd bis genervt „nicht schon wieder“-denkend und Augen verdrehend an verschiedene Stücke erinnern. Bei mir ist das schon fast ein Dauerzustand und ich sollte mich eher wundern, wenn ich mal keine Musical-Halluzinationen habe.

Ich habe gestern beim Wise Guys Konzert nach ungefähr fünf solcher Ereignisse aufgegeben, sie mir merken zu wollen. Das war etwa auf halbem Wege bis zur Pause. Die halbe Zeit hing ich jedenfalls bei Buddy. Warum muss man denn auch als Acappella-Gruppe, also als Band ohne! Instrumente, ständig so tun, als würde man Gitarre spielen? Ist doch klar, dass ein armer Musical-Freak wie ich dann irgendwelche Assoziationen hat… Und ein mal gab es sogar einen imaginären Kontrabass. Fies!

Aber das klingt jetzt so, als hätte ich mich gar nicht auf das Konzert konzentrieren können. Das wäre gelogen! Ich habe schon noch genug vom Konzert und der genialen Stimmung in der Philharmonie mitbekommen, um am Ende sagen zu können: „Gerne nochmal auf ein Wise Guys Konzert!“. Die drei Stunden sind wirklich verflogen und das ist ja immer schon Beweis genug, dass man Spaß hatte und es keine Langeweile gab. Das Programm war bunt gemischt, natürlich großteils aus Liedern vom aktuellen Album Klassenfahrt aufgestellt, aber auch abwechslungsreich ergänzt mit älteren Stücken. Außerdem war von Ballade bis „Mitklatsch-Nummer“ alles dabei.

A prospos Balladen, ich bin eigentlich kein Mensch, der nah am Wasser gebaut ist oder überhaupt emotional schnell überrollt wird, aber gestern bei Sorge dich nicht hatte ich einen ganz dicken Kloß im Hals. Das Lied ist so wunderwunderschön und die Atmosphäre dazu war total ergreifend, ich musste dabei die ganze Zeit an meinen Papa denken und an meine Ma, die das alles tragen muss und, hm… Mir stand das Pipi-Wasser wirklich in den Augen, so etwas habe ich bei mir noch nie erlebt. Ich kriege sogar jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran zurück denke. Einfach nur wow!

Und ich bin sogar zwei mal an dem Abend überrascht worden. Eine junge Sängerin, die 15-jährige Jördis Tielsch, durfte in der zweiten Hälfte ihr Können zeigen. Das Mädchen ist unglaublich! Sie hat eine ganz außergewöhnliche Stimme, die sich absolut nicht nach der einer Jugendlichen anhört. Sie ginge stimmlich auch locker als über 20 durch. Sie kann mit ihrer Stimme aber ganz toll umgehen und ich habe ihr super gerne zugehört. Geige spielt sie lässig nebenbei auch noch ganz fantastisch. Ich finde es sehr gut, dass sie sich bewusst nicht Formaten wie Popstars oder DSDS zuwendet und stattdessen jetzt von den Wise Guys an die Hand genommen wird. Ich wünsche ihr so sehr, dass sie ihren Weg gehen und mit ihrer Musik viele Menschen verzaubern kann!

Übrigens war ich zum ersten Mal in der Philharmonie. Es hat mir dort aber ziemlich gut gefallen, auch wenn ich sonst nähere Plätze „gewohnt“ bin. Mal von weiter hinten und hoch oben den absoluten Überblick zu haben, war auch sehr interessant. Also alles in allem ein unbedingt wiederholenswertes Erlebnis!

Konzertmarathon

Im Moment mache ich wohl alles, was ich mache, eher exzessiv. Das geht von stundenlang lesen bis zu drei Abenden bei irgendwelchen Shows. Am Montag war im Metronom-Theater in Oberhausen ein Benefiz-Konzert für die Erdbebenopfer in L’Aquila und gestern fand in Essen ein kleines, gemütliches Konzert statt. Beide Konzerte waren so unterschiedlich, sowohl von der Atmosphäre als auch von der Musik her und ich kann gar nicht sagen, welcher Abend mir besser gefallen hat. Beide waren auf ihre Art ein besonderes Erlebnis.

Das Konzert für L’Aquila stand ganz im Zeichen von bekannten, aber auch unbekannteren, Rock/Pop-Songs. Die vier Darsteller wollten sich mit ihrer Auswahl von einer ganz anderen Seite zeigen und das ist ihnen auch gelungen. Getragen wurde der Abend von Roberta Valentini, die selbst Verwandtschaft in der Region von L’Aquila hat, und Willemijn Verkaik. Die beiden holten sich, neben einer wunderbaren Band, von Alexander Klaws und David Michael Johnson (DMJ) weitere Unterstützung auf die Bühne.
Die Bühne wurde durch einen Vorhang in der Tiefe deutlich gekürzt, mir war das fast schon zu viel, da es etwas gequetscht wirkte, wenn zusätzlich zur fünfköpfigen Band alle vier Akteure auf der Bühne waren. Auf den Vorhang wurde ein Rubiks-Zauberwürfel projiziert, der die Organisation symbolisierte, an die die Einnahmen des Abends gehen. Zwischendurch diente diese Leinwand auch zum Einspielen kleiner Video-Clips. Die waren total lustig! Im ersten Video hat Wilemijn „dokumentiert“, wie sie total hektisch und panisch einen Geburtstagskuchen für Roberta abholt, deren Geburtstag am Montag war. Zum zweiten Video haben Roberta und Willemijn Not that kind of girl gesungen. Im Video trafen beide als grüne Hexe Elphaba in verschiedenen Situationen aufeinander. Besonders lustig waren die Stellen, wo die eine Elphie die jeweils andere mit Fiyero, dargestellt von Anton Zetterholm, erwischt hat. Besonders nachhaltig im Gedächtnis geblieben, ist mir vorallem das „Sprachtausch-Lied“, Willemijn hat erst Niederländisch und dann Italienisch gesungen und Roberta genau umgekehrt.
Insgesamt war es ein sehr schöner und lustiger Abend, mit dem ein gutes Ziel unterstützt werden konnte.

Gestern war ich dann in Essen beim Konzert von Petter Bjällö und Claus Dam, unterstützt und veranstaltet von Philippe Ducloux. Das LUKAS, in dem der Abend veranstaltet wurde, ist eine Gaststätte, weshalb es keine richtige Theateratmosphäre gab. Die Zuschauer saßen an Tischen und konnten während des Konzerts Getränke bestellen und Essen für die Pause. An sich fand ich es sehr gemütlich dort, aber die immer wieder vorbeilaufende Bedienung hat schon etwas gestört. Ich kann verstehen, dass das LUKAS an den Veranstaltungen mitverdienen möchte, genervt hat es trotzdem.
Den Genuss des Abends konnte das dennoch nicht trüben. Petter und Claus haben ihr Konzert charmant und mit viel Witz gstaltet. Die ersten zwei Blöcke bestanden aus Musik von Cole Porter, der dritte Teil wurde aus einem Mix verschiedenster Lieder gestaltet. Ich bin dank den beiden jetzt auf jeden Fall ein kleiner Cole-Porter-Liebhaber, ich habe eine Weile gebraucht, aber jetzt bin ich von seiner Musik sehr überzeugt.
Ich freu mich schon auf die anderen Konzerte im LUKAS und ich hoffe, dass nochmal ein Cole-Porter-Abend von Petter und Claus in meinem Einzugsgebiet stattfindet.