Stanke ohne Strom rockt in den Mai – 30.04.2011

oder: Mittendrin statt nur dabei!

Tja, wo fange ich an? Ich weiß es nicht. Also eins ist ja schon mal klar, SoS ist viel gute Musik und ganz viel Witz und Spaß. So, fertig! Mit jedem Konzert wird SoS genialer und irgendwie auch besonderer, aber auch schwieriger in Worte zu fassen, da es kein einfaches Konzert ist, sondern ein Erlebnis auf vielen Ebenen. Natürlich steht die Musik im Vordergrund, aber die Lachmuskeln werden auch gehörig strapaziert und das Publikum wird immer sehr ins Geschehen eingebunden und Publikumsnähe gesucht.

Publikumsnähe. Hatte ich nicht, nachdem Patrick letztes mal meinen Arm „begrabbelt“ hatte, den Wunsch geäußert, beim nächsten mal einen „Patrick sicheren“-Platz zu bekommen? Ja, weit gefehlt. Patricks „Fundstück der Woche“ bestand nämlich aus Reaktionen auf der SoS-Fanseite bei Facebook. Schon als er damit anfing, rechnete ich mit dem Schlimmsten. Als erste aus unserer Riege bekam es Alina ab, „die sich freut und das mit all ihren Kindern teilt“. Irgendwann danach ging es zu den Groupies, die „SoS sind“. Ja, und dann ich. Irgendwer schrieb, dass sie wegen einer 24-Stunden-Schicht nicht zu SoS kommen könne, worauf ich kommentierte, dass das beim richtigen Beruf schon geht, ich würde jemanden mitbringen, die bei mir im Dienst ist. Meine arme „Betreuerin“, wie Patrick sie aufrief, durfte dann auch direkt mal aufstehen und sich der SoS-Gemeinde zeigen.

Auf jeden Fall weiß ich jetzt, dass Patrick meinen Namen drauf hat. Im zweiten Teil sollten alle ihre Stühle wegbringen, um für mehr Tanz- und Party-Stimmung Platz zu schaffen. „Melanie, du darfst sitzen bleiben“ Scherzkeks. Aber für genau sowas liebe ich die Musicalmenschen. Die nehmen das einfach ganz normal hin, fahren nicht auf der „Dutzi-Dutzi-Mitleidsschiene“ und haben aber auch überhaupt keine Kontaktprobleme. Ja, also zurück zur Situation, es standen dann also alle und ich konnte natürlich in der fünften Reihe nichts mehr sehen. „Melanie, komm nach vorne“ Und alle haben Platz gemacht und zwar sofort und ohne Gemotze, wenn ich da an das eine Konzert in Hamm zurück denke… So ein wenig mulmig ist es mir mittlerweile aber ja schon, bei der SoS-Truppe so nah dran zu sein, aber es hat sich ja gezeigt, dass man vor denen eh nirgendwo sicher ist, also was soll’s.

Jetzt habe ich schön drumherum gefaselt und eigentlich nichts vom Konzert an sich erzählt. Ich kann auch gar nicht so viel dazu schreiben, eine Setliste zu tippen, darauf habe ich keine Lust. Die SoS-Truppe war jedenfalls sehr gut drauf und hat ordentlich Stimmung gemacht. Man konnte sehen, dass sie viel Spaß hatten und dieser Funke sprang auch sofort über. Mit Jana Stelley haben die sich einen kleinen, unermüdlichen Flummy als Specialguest geholt, die wirklich super zu den Chaoten passt. Sie hat auch so einen liebenswerten Knall.

Es war ein tolles In-den-Mai-Rocken und ich bin sehr glücklich, dass ich dabei war!

Mal wieder etwas von allem

Ich muss wieder mehrere Dinge zusammenfassen, sonst wird das wieder gar nichts. Es geht mir oft so, dass ich über irgendwas bloggen möchte, aber dann fallen mir in dem Moment nur so 3-4 Sätze ein und dann denke ich, das lohnt sich gar nicht und lasse es. Aber je länger ich warte, desto verschwommener wird natürlich das Ereignis. Naja…

Wicked – 13.02.2011

Eigentlich sollte das der Sonntag werden, an dem wir Willemijn aus der deutschen Elphie verabschieden wollten. Aber „eigentlich“ ist ein gemeines Wort und wie man plant und denkt, so kommt es nie. Elphaba wurde von Melanie Gebhard gespielt. Sie hat mich ein wenig enttäuscht. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich traurig war, nicht Willemijn verabschieden zu können (wie ich da noch dachte) oder ob sie wirklich schwächer war, als ich sie in Erinnerung hatte. Jedenfalls konnte sie an den guten Eindruck, den ich von ihr hatte, nicht anknüpfen. Zur Überraschung hatte ich doch tatsächlich mal Anton Zetterholm als Fiyero, ja, es gibt ihn wirklich. Aber auch er konnte mich nicht richtig überzeugen. Es gab Stellen, da war er richtig gut, und dann wieder so überhaupt nicht. Zwischendurch war überhaupt kein Schauspiel erkennbar, seine vermittelten Emotionen wirkten fehl am Platz. Insgesamt hat mich die Vorstellung ziemlich kalt gelassen. Einzig ein „neues Gesicht“ hat sie mir wieder interessant machen können. Theano Makariou als Nessarose. Es gibt Darsteller, da merkt man schon im ersten Moment „Ja, er/sie wird mein neuer Liebling in der Rolle.“ und Theano ist eine davon. Ich habe Janines Nessa wirklich sehr gern, aber bei Theano ist dieses Tüpfelchen auf dem i. Sie war erst eine richtig süße Nessa und ich dachte schon, dass die Wandlung zur bösen Hexe des Ostens vielleicht schwierig wird, aber sie hat es super gut gemeistert!

BACKSTAGE Geheimkonzert – 15.02.2011

Ich liebe die Konzerte im LUKAS. Die Location hat ganz viel Charme und ist super heimelig, man fühlt sich dort einfach wohl. Dazu kommt, dass Philippe Ducloux ein super Veranstalter ist. Er ist um jeden der Gäste bemüht und versucht, dass alle glücklich sind und einen schönen Abend genießen können. Auch wenn ich es bestimmt schon mal an anderer Stelle erwähnt habe, Philippe ist auch auf der Bühne großartig. Er ist ein ganz toller Sänger mit Entertainer Qualitäten. Dass Philippe auftreten würde, war klar, komme ich nun zu den geheimen Gästen. Kristin Hölck gehört im LUKAS auch schon mehr oder weniger zu den altbekannten Gesichtern. Ich liebe sie für ihre Stimme! Sie hat diese Stimmfarbe, die ich total gerne mag, sie hat Witz und Power. Die Überraschung des Abends war wohl Stefan Stara. Bei der/dem angekündigten WickedlerIn hätte ich ja mit jemanden aus der aktuellen Oberhausen-Cast gerechnet, die sind ja quasi nebenan. Aber ich habe mich sehr, sehr, sehr über Stefan gefreut. Als er dann auch noch so unglaublich toll und niedlich verpeilt war, noch viel mehr. Und dann gab es noch zwei für mich völlig unbekannte Damen. Migena Gjata hat mich nicht sooo sehr begeistert. Sie war gut, keine Frage, aber ich mag diese klassische Art zu singen nicht so (außer bei Philippe). Ich mag halt Musical und nicht Oper. Dafür fand ich Susanna Mucha total süß! Sie hatte jetzt nicht die allerstärkste Stimme und hat mal ihren Einsatz verpasst, aber sie machte einfach einen mega sympathischen Eindruck und schön war ihre Stimme ja trotzdem.

Wicked – 20.02.2011

Ja, ähem… Da war es wieder, das Gedankenvirus. Die Woche vorher, als Willemijn spontan nicht spielte, sagte man uns, dass sie am 20. ihre letzte Show mit Valerie haben würde. Da fing es schon an, dass sich der Wunsch ausbreitete, aber um nicht wieder Pech zu haben, fiel die entgültige Entscheidung spontan aus. Aber sie getroffen zu haben, war gut! Denn was da an Besetzung war, ist fast meine Traumcast gewesen. Willemijn Verkaik für mich zum letzten Mal als deutsche Elphaba. Ich betone das so, weil ich sehr hoffe, sie in Scheveningen sehen zu können. Sie war unglaublich genial, das beste, was ich bisher von ihr gesehen habe! Ich mag sonst ihre erste Sprechszene nicht so, weil das immer so abgespult daher kam. Das passt zur Szene, ja, aber die Interpretation von den anderen gefällt mir besser. Jedenfalls war es bei der Vorstellung von Anfang an toll und ich mochte selbst diese sonst kritische Stelle. Man hat gemerkt, dass sie auf die letzten Tage nochmal alles und mehr raus lässt. Valerie Link als Glinda ist ein Traum. Ich weiß echt nicht, warum sie mir beim allerersten Mal nicht gefiel. Sie ist unglaublich toll in der Rolle! Ich sage ja immer, dass ich Joana gar nicht schlecht finde, aber an Valeries Niveau kommt sie nicht ran. Dass Petter Bjällö den Zauberer spielen würde, wussten wir auch schon im Voraus, was ein weiterer Pluspunkt für die Show war. Er war wieder großartig. Ich liebe seine Stimme und, auch wenn er ein sehr junger Zauberer ist, er spielt ihn super. Über Helena Blöcker als Madame Akaber habe ich mich auch gefreut. Bei ihr denkt man anfangs, dass Akaber wirklich eine nette Lehrerin ist und ihr das Wohl der Schüler am Herzen liegt. Später ist man dann genau so überrascht wie Elphaba, dass sie eigentlich so gemein ist. Und dann durfte ich nach langer Zeit nochmal Jonas Wahlin als Fiyero sehen. Er war gut und viel besser, als ich ihn in Erinnerung hatte. Er hat zwar eher Sprechgesang fabriziert, aber so hat er wenigstens keine Töne versaut. Und die Choreo beim Tanz durch die Welt sah sogar richtig gut aus. Insgesamt konnte man der Show den nahenden Abschied anmerken, und dass es für einige in dieser Kombination die letzte Show war. Es war sehr intensiv und emotionsgeladen.

Black Swan

Sowas ganz anderes. Und irgendwie auch nicht. Schließlich geht es um Theater bzw. Ballett. Der Film ist ziemlich psycho, aber manchmal mag ich das ganz gern. Black Swan hat mir auf jeden Fall super gefallen. Ich bin total beeindruckt, wie gut die Kombination Psychothriller-Tanzfilm funktioniert hat. Das hatte ich vorher nicht erwartet. Also mein Fazit bleibt „krank, aber guuut!“

Rock’n’Roll der 50er/60er – das mag ich!

Oh ja, ich habe mittlerweile wirklich einen sehr großen Faible für die 50ies und 60ies, besonders für die Musik. Wobei ich auch die Petticoat-Kleider total liebe, so eins (zwei, drei, vier…) hätte ich auch gerne. Das erste mal habe ich diese Vorliebe wohl durch die Musik vom Buddy-Musical wahrgenommen. Die gefiel mir auf Anhieb richtig gut und dann dachte ich „Ist zwar echt überhaupt nicht deine Zeit, aber die Hairspray-Musik liebst du ja auch.“ Klar, Hairspray wurde erst später geschrieben, musikalisch aber an die Richtung der Zeit angelehnt. Das war dann so ein Aha-Moment.

Vor ein paar Tagen bin ich durch die Tag-Funktion von WordPress auf eine Filmrezension über Cry-Baby gestoßen. Die Beschreibung hat mich sofort angelockt und ich habe mir den Film direkt bestellt. Er ist mit Johnny Depp, er ist von John Waters (dem wir Hairspray verdanken), er ist ein Filmmusical und er spielt in den 50ern, besser geht’s kaum!
Ich habe Cry-Baby dann am Freitag geguckt und ich bin wirklich begeistert. Er hat viele sehr schräge Momente, die ich total genial finde, weil sie teilweise echt nur abgedreht und surreal sind. Die Musik ist sehr gelungen, ich überlege gerade, mir den Soundtrack auch noch zuzulegen. Einziges Manko: Johnny singt nicht selbst. Aber die Schauspieler sind toll, toll, toll! Ich muss ja ganz ehrlich zugeben, Johnny hätte ich nicht erkannt. Aber die haben wirklich eine perfekte Cast zusammen gestellt, allen voran wohl Killerface, die mir am meisten in Erinnerung ist.

Eben habe ich mir dann den Film zu Grease angesehen, mit John Travolta und Olivia Newton-John. Ich habe den Film schon mal gesehen, aber das ist schon einige Jahre her und er war mir nicht mehr präsent, als ich im November dann zum ersten mal in dem Musical saß. Jetzt habe ich dann natürlich darauf geachtet, in wie weit sich der Film und die aktuelle Bühnenfassung unterscheiden. Teilweise geht das echt weit auseinander, auch was die Reihenfolge der Lieder betrifft. Der Film kann natürlich nicht mit einem Live-Erlebnis mithalten, welche Verfilmung kann das schon, aber er hat mir gut gefallen. Dennoch finde ich einige Sachen im Musical logischer, zum Beispiel dass Hopelessly Devoted erst später in der Handlung kommt. Auf der anderen Seite ist im Film Sandys Wandel nicht so abrupt und etwas nachvollziehbarer. So haben beide Versionen ihre Vorzüge und Daseinsberechtigung.

Jetzt muss ich demnächst mal wieder Hairspray gucken. Aber vielleicht dann die Ur-Version, wenn ich sie mir endlich anschaffe. Dann habe ich meinen Ausflug in die Vergangenheit fast komplettiert.

Von diesem und jenem

Ich war die letzten Tage wieder so ein bisschen unterwegs und bevor ich gar nichts darüber schreibe (was immer passiert, wenn ich es nicht sofort anpacke – wie etwa letzte Woche), fasse ich jetzt alles in einem kleinen Eintrag zusammen.

Angefangen hat es am 20.01. mit Holiday on Ice in der Köln Arena. Ich mag Holiday on Ice. Eiskunstlauf finde ich einfach nur total faszinierend! Das ist wie tanzen nur noch schwieriger. Meine Liebe fürs Tanzen entdecke ich ja gerade erst, aber Tanzen auf dem Eis hatte es mir schon immer angetan.

Am 21. ging es dann mal wieder zu Grease. Dass Riccardo Greco den Danny spielen würde, war klar, deshalb hatten wir den Termin gewählt. Aber dass fast nur Cover auf der Bühne stehen würden, konnte zu dem Zeitpunkt keiner ahnen. Zurück zu Riccardo: er ist ein ganz fantastischer Danny! Er hat jedes Detail ganz klasse ausgespielt. Er spielt anders als Lars, aber keinesfalls schlechter. Sandy wurde von Karen Selig gespielt und ich muss sagen, dass sie mir besser in der Rolle gefällt als Sanne. Ihr Spiel war überzeugender, aber vorallem singt sie die Höhen leichter und klingt nicht gepresst. Und dann hat es Yara Hassan mal wieder geschafft, mich zu überraschen. Sie war an dem Abend Marty. Sie hat die Rolle zwar etwas seltsam angelegt und sah vorallem mit der Perücke echt seltsam aus, aber ihr Gesaaang! Ich weiß noch, dass ich in meinem ersten Buddy-Bericht schrieb, Yara könnte eine tolle Stimme haben, man lässt sie nur nicht singen. Jetzt konnte sie es endlich zeigen. Die größte Überraschung war aber Matthias Bollwerk, der leider kurzfristig doch nur Vince spielte. Erst nachdem wir unsere Karten schon hatten, gab er bekannt, dass er Walk-In für Vince und Kennickie wird. Ich rechnete mir keine großen Chancen aus, ihn zu erwischen, da der Spontan-Besuch vor zwei Wochen leider wegen ausverkaufter Rolliplätze nicht klappte. Dann schrieb Riccardo jedoch, dass Matthias Freitag Kennickie spielen würde und ich war sehr gespannt und freute mich noch viel mehr auf die Show. Der Freude tat es dann auch keinen Abbruch, dass er dann „nur“ Vince spielte. Ich konnte ihn überhaupt auf der Bühne erleben und er war super toll!

Als krönenden Abschluss ging es dann am Samstag zu Willemijn Verkaiks so genanntem Abschiedskonzert. Das Konzert war echt super schön. Und Willemijn und Bart, ihr Mann, sind so witzig, die haben ganz viel rumgealbert. Also eigentlich mehr Bart, aber sie hat dann mitgemacht. Nachher hat sie sich dann neben den Ausgang gestellt und mit jedem gequatscht, so richtig mit viel Zeit und total nett. Jetzt freu ich mich, hoffentlich nochmal Wicked mit ihr zu sehen und sie sozusagen aus der deutschen Elphie zu verabschiedene.

So, und dann habe ich noch die Vorbereitungen für die Blog-Aktion getroffen. Ihr solltet alle eine Mail bekommen haben mit Position in der Teilnehmer-Liste und Adresse des Nachfolgers. Ich werde dann bald mal anfangen und danach das Buch auf die Reise schicken.

Musical Rocks! die zweite – 06.01.2011

Ja ja, die Wiederholungstäter haben wieder zugeschlagen. Aber ich kann mich fein rausreden, denn obwohl es mir Sonntag richtig gut gefallen hat, wäre ich nie auf die Idee gekommen, vier Tage später nochmal zu Musical Rocks! zu gehen, hätte mich nicht eine Freundin gefragt und mir so wieder einen wachsenden Gedanken eingepflanzt.

Diesen Eintrag möchte ich ganz besonders euch Tänzern widmen, wo ich euch letztes Mal so schändlich übergangen habe… Das sollte nämlich keines Falls eine Abwertig der Leistung bedeuten, ich habe im Eifer schlicht und einfach einen Absatz vergessen. Die Tänzer waren wirklich genial und beinahe die wahren Helden des Abends. Ich fange langsam an, mich für Tanz richtig begeistern zu können. Es ist aber auch echt faszinierend, wie sie mit feinster Präzision selbst das kleinste Glied des kleinen Fingers bewegen können. Absolute Glanzleistung an beiden Abenden!
Insgesamt hat mir die Show beim zweiten Besuch aber besser gefallen. Es war zwar wesentlich weniger Publikum da und das war auch noch ziemlich lahm, aber die lieben Leute auf der Bühne waren super drauf und hatten scheinbar mächtig Spaß. Ich fand, dass alle im Vergleich zu Sonntag nochmal an Leistung zugelegt haben. Vielleicht weil sie sich nicht während der Show über ihre beschissenen Mikros ärgern mussten. Die Soundanlage wurde nämlich in der Zwischenzeit ausgetauscht und alle Mikros haben anstandslos gearbeitet, sogar das von Eise und das will was heißen. Ich freue mich auch, dass ich Nadine nicht mehr schwächer empfand als die anderen. Im Gegenteil, an diesem Abend wurde sie fast mein Liebling.

Ich bin sehr froh, nochmal dort gewesen zu sein! Jetzt habe ich einen richtig guten Eindruck von der Show und würde mich freuen, wenn es als Tour gespielt würde und ich noch den ein oder anderen Standort mitnehmen könnte.

Musical Rocks – 02.01.2011

Ich habe 2011 geschrieben, das fühlt sich noch komisch und unwirklich an.

Das neue Jahr ist noch ganz jung und ich hatte schon meinen ersten Musicaltermin. Heike und ich haben beschlossen, dass wir das ab jetzt zur Tradition machen, Silvester feiern mit verrückten Musical Friends und am 2. Januar direkt ein Musical(-Konzert) ansehen.

Ja, also es ging dann mal wieder in den MusicalDome. Ich weiß gar nicht wieso, denn eigentlich ist er alles andere als perfekt, aber ich mag den MuDo von allen Theatern, die ich bisher kenne, echt am allerliebsten, ich bin wahnsinnig gerne dort und fühle mich da schon etwas zuhause. Dicht gefolgt von den beiden Cs, Capitol und Colosseum, die sich eh sehr ähneln.

Gestern gab es Musical Rocks, eine Produktion aus Österreich, die ein kurzes Gastspiel in Köln abhält. Es war ein sehr gelungener, aber leider recht kurzer Abend. Aber erstmal zu negativen Dingen. Die Soundabmischung war wirklich alles andere als optimal. Teilweise war die Musik so laut, dass die Sänger nur noch zu erahnen waren. Das Problem wurde noch dadurch verstärkt, dass die hässlichen Mikros ständig ausfielen. Und wenn sie gerade halbwegs arbeiteten, gaben sie nervige Klick- und Ploppgeräusche von sich.

Doch alle diese Mängel konnten die fabelhaften Solisten wieder wett machen. Allen voran Anke Fiedler, ein Wort: WOW! Ehrlich, Anke hat eine super tolle Stimme und ganz viel Power. Sie ist meine Entdeckung des Abends. Ihren Namen hatte ich schon mal aufgeschnappt, aber konnte sonst noch nichts mit ihr anfangen. Jetzt weiß ich, ich will sie wiedersehen! Auch Franziska Schuster konnte mich voll und ganz in ihren Bann ziehen. Sie hat mir sehr gut gefallen und auch viel Ausstrahlung auf der Bühne gezeigt, ein kleines Energiebündel. Obwohl sie auch sehr gut war, konnte mich Nadine Schreier nicht voll überzeugen. Vielleicht habe ich von ihr einfach zu viel erwartet, bei Stage Fever mochte ich sie nämlich total gerne. Im Vergleich zu den beiden anderen Damen fand ich sie gestern aber etwas schwach. Sie war auf jeden Fall gut, aber es fehlte eben dieser „Funke“.
Bei den Herren führt für mich in jedem Fall Michael Eisenburger das Feld an. Ich weiß nicht, ob es mir nur so vorkommt, aber für mein Gefühl durfte er auch die meisten Titel singen. In den letzten Monaten habe ich ihn öfter mal gesehen und ich weiß, dass ich seine Stimme und seine Bühnenpräsenz total mag. Ein musikalischer Komiker und Entertainer. Auch gestern war er wieder klasse! Mathias Edenborn hat mir gestern auch ganz gut gefallen. Wenn er nicht Fiyero spielt, kann er also tatsächlich toll sein. Ich finde es immer wieder toll, positiv überrascht zu werden. Der dritte Herr im Bunde war Cedric Lee Bradley. Er hat mich sehr an DMJ erinnert, was aber weniger an der Hautfarbe lag, sondern an seiner Art. Und genau diese Art finde ich auf Dauer nervig. Ich mag es nicht, wenn einer auf der Bühne quasi dauerhaft versucht, dass Publikum zum Mitmachen zu animieren. Das kann man mal machen, vorallem bei flotten Nummern, aber nicht über die Dauer eines ganzen Konzerts… Stimmlich mochte ich ihn aber auch ganz gerne.

Für mich hat sich Musical Rocks auf jeden Fall gelohnt. Wenn ich allerdings die Preise für PK 1 sehe und daran messe, was an Bühnentechnik genutzt wurde, sind die Preise mehr als maßlos überzogen.

„Hand aufs Herz“

Eigentlich wollte ich schon nach der ersten Woche über Hand aufs Herz bloggen, aber irgendwie fehlten mir da noch die Worte und es hat sich einfach nicht ergeben. Mittlerweile habe ich also schon zwei Wochen tapfer durchgehalten und brav jede Folge geguckt. Mal „live“ um 18 Uhr auf Sat1, mal verspätet eine Aufnahme. Tja, und was soll ich nun sagen?

Sonderlich hohe Erwartungen hatte ich eh von Anfang an nicht, nur ein klein wenig Hoffnung, dass es vielleicht doch besser wird als gedacht. Als Sat1 bekannt machte, dass es eine neue Soap in Eigenproduktion heraus bringen würde, die sich durch viele Gesangs- und Tanzeinlagen von anderen Soaps abhebe, war mein erster Gedanke: „Aha, jetzt wird also Glee kopiert.“ Auch die ersten inhaltlichen Beschreibungen hörten sich noch sehr glee-mäßig an. Schulchor besteht aus den Loosern der Schule, Sportgruppe ist die Schulelite, Sportlehrerin will Chorlehrer(in) das Leben schwer machen etc. Aber es wird doch immer mehr Soap und immer weniger Glee.

Man merkt schon – und das ist ja irgendwie auch klar -, dass ich Hand aufs Herz nicht für sich betrachten konnte, sondern immer wieder mal Vergleiche zu Glee gezogen haben. Dabei kommt Hand aufs Herz leider nicht sonderlich gut weg. Einige Ideen, die bei Glee noch witzig waren und Charme hatten, wie etwa die Telefonkonferenz, wirken bei Hand aufs Herz für mich nur noch abgekupfert und einfallslos. Weiter steht bei Glee jede Folge unter einem Motto, mal mehr und mal weniger tiefgründig, so etwas fehlt mir bei Hand aufs Herz noch völlig. Da plätschert einfach nur eine belanglose Story vor sich hin.

Aber was mich wohl am allermeisten ärgert, ist, dass man als Musical-Fan unter dem Vorwand einer „Musical-Soap“ auf eine völlig falsche Fährte gelockt wird. Es wird nur ungefähr in jeder zweiten Folge ein Lied angesungen und in den bisherigen zehn Sendungen waren das erst drei verschiedene. Davon wiederholt sich Kiss from a Rose am meisten. Ich weiß, dass nicht nur ich das als langweilig und mittlerweile sogar nervig empfinde.

Da ich aber jemand bin, der gerne zweite und dritte Chancen vergibt, werde ich wohl trotzdem noch ein, zwei, drei Wochen dran bleiben und gucken, wie sich das so entwickelt. Dass es niemals den Suchtfaktor und den Charme von Glee erreichen wird, ist mir klar, aber vielleicht entwickelt es sich dennoch etwas zum positiven. Außerdem freue ich mich immer, wenn Köln gezeigt wird und ich die Plätze zuordnen kann. Und ich mag die Szenen mit Dennis Schigiol als Hotte und erwarte schon freudig das erste Auftreten von Lucy Scherer.

GLEE – Ich bekenne meine Sucht

Heute Nachmittag habe ich die letzte Episode der ersten Staffel Glee geguckt und schon jetzt würde ich gerne noch eine und noch eine und noch eine Folge gucken. Ich hatte das Verlangen nach der nächsten Folge noch nie so stark wie bei dieser Serie. Überhaupt bin ich gar nicht so ein Serien-Gucker. Es gab bisher nur ganz wenige Serien, die ich wirklich ernsthaft verfolgt habe und ausgerechnet die wurden meistens früh wieder abgesetzt wie zum Beispiel Pushing Daisies, das ich fast genauso geliebt habe wie Glee, oder Moonlight.

Da Glee in Deutschland noch nicht läuft, habe ich irgendwann im Juni, also kurz nachdem die erste Staffel in Amerika beendet war, angefangen, online alle Folgen nachzuholen. Das hatte gleich zwei Vorteile, ich konnte gucken, wann ich wollte und so viel ich wollte. Das wiederum war aber auch ein Nachteil, weil die zweite Staffel erst nächste Woche anläuft und ich nicht so unendlich lange darauf warten wollte. Ich habe es dann trotz meiner Sucht geschafft, mich im Konsum ein wenig zu zügeln, was wirklich schwer war. Es ist mir mehr als ein Mal passiert, dass ich bloß noch eine Folge gucken wollte und danach ins Bett gehen und plötzlich war es zwei Uhr nachts und aus einer Folge wurden drei.

Auf Glee aufmerksam geworden bin ich, weil es als Musical-Serie angekündigt wurde und Darsteller wie Idina Menzel und Kristin Chenoweth in Gastrollen auftreten sollten. Für Musical-Freaks wie mich sind das Zauberworte, die einen sofort aufhorchen lassen. Irgendwie hat es dann trotzdem über ein halbes Jahr gedauert, bis ich es mal angeschaut habe. Aber so muss ich wenigstens nur eine Woche auf die zweite Staffel warten, auch gut! Die ersten zwei, drei Folgen hatten mich dann auch noch gar nicht so richtig gepackt. Ich fand sie ganz nett und wollte auch erstmal weiter gucken, aber ich war noch nicht so abhängig wie jetzt. Aber dann hat es „klick“ gemacht und ich war gefesselt.

Ich mag natürlich ganz besonders, dass so viel von richtig guten Stimmen gesungen wird. Wie ich bei „31 Lieder“ schon erwähnt habe, werden unter anderem Lieder aus den Charts neu verpackt und gefallen mir plötzlich. Aber ich finde auch ganz besonders toll, dass man bei jedem Charakter eine Entwicklung beobachten kann, das ist einfach so schön und macht Spaß. Deshalb stört mich auch gar nicht weiter, dass Glee schon ziemlich amerikanisch anmutet. Denn die Mischung aus Musik und Charakter-Entwicklung, gewürzt mit den tollen Darstellern, ist einfach ganz nach meinem Geschmack.

Ja, ich liebe, liebe, LIEBE GLEE!

Konzertmarathon

Im Moment mache ich wohl alles, was ich mache, eher exzessiv. Das geht von stundenlang lesen bis zu drei Abenden bei irgendwelchen Shows. Am Montag war im Metronom-Theater in Oberhausen ein Benefiz-Konzert für die Erdbebenopfer in L’Aquila und gestern fand in Essen ein kleines, gemütliches Konzert statt. Beide Konzerte waren so unterschiedlich, sowohl von der Atmosphäre als auch von der Musik her und ich kann gar nicht sagen, welcher Abend mir besser gefallen hat. Beide waren auf ihre Art ein besonderes Erlebnis.

Das Konzert für L’Aquila stand ganz im Zeichen von bekannten, aber auch unbekannteren, Rock/Pop-Songs. Die vier Darsteller wollten sich mit ihrer Auswahl von einer ganz anderen Seite zeigen und das ist ihnen auch gelungen. Getragen wurde der Abend von Roberta Valentini, die selbst Verwandtschaft in der Region von L’Aquila hat, und Willemijn Verkaik. Die beiden holten sich, neben einer wunderbaren Band, von Alexander Klaws und David Michael Johnson (DMJ) weitere Unterstützung auf die Bühne.
Die Bühne wurde durch einen Vorhang in der Tiefe deutlich gekürzt, mir war das fast schon zu viel, da es etwas gequetscht wirkte, wenn zusätzlich zur fünfköpfigen Band alle vier Akteure auf der Bühne waren. Auf den Vorhang wurde ein Rubiks-Zauberwürfel projiziert, der die Organisation symbolisierte, an die die Einnahmen des Abends gehen. Zwischendurch diente diese Leinwand auch zum Einspielen kleiner Video-Clips. Die waren total lustig! Im ersten Video hat Wilemijn „dokumentiert“, wie sie total hektisch und panisch einen Geburtstagskuchen für Roberta abholt, deren Geburtstag am Montag war. Zum zweiten Video haben Roberta und Willemijn Not that kind of girl gesungen. Im Video trafen beide als grüne Hexe Elphaba in verschiedenen Situationen aufeinander. Besonders lustig waren die Stellen, wo die eine Elphie die jeweils andere mit Fiyero, dargestellt von Anton Zetterholm, erwischt hat. Besonders nachhaltig im Gedächtnis geblieben, ist mir vorallem das „Sprachtausch-Lied“, Willemijn hat erst Niederländisch und dann Italienisch gesungen und Roberta genau umgekehrt.
Insgesamt war es ein sehr schöner und lustiger Abend, mit dem ein gutes Ziel unterstützt werden konnte.

Gestern war ich dann in Essen beim Konzert von Petter Bjällö und Claus Dam, unterstützt und veranstaltet von Philippe Ducloux. Das LUKAS, in dem der Abend veranstaltet wurde, ist eine Gaststätte, weshalb es keine richtige Theateratmosphäre gab. Die Zuschauer saßen an Tischen und konnten während des Konzerts Getränke bestellen und Essen für die Pause. An sich fand ich es sehr gemütlich dort, aber die immer wieder vorbeilaufende Bedienung hat schon etwas gestört. Ich kann verstehen, dass das LUKAS an den Veranstaltungen mitverdienen möchte, genervt hat es trotzdem.
Den Genuss des Abends konnte das dennoch nicht trüben. Petter und Claus haben ihr Konzert charmant und mit viel Witz gstaltet. Die ersten zwei Blöcke bestanden aus Musik von Cole Porter, der dritte Teil wurde aus einem Mix verschiedenster Lieder gestaltet. Ich bin dank den beiden jetzt auf jeden Fall ein kleiner Cole-Porter-Liebhaber, ich habe eine Weile gebraucht, aber jetzt bin ich von seiner Musik sehr überzeugt.
Ich freu mich schon auf die anderen Konzerte im LUKAS und ich hoffe, dass nochmal ein Cole-Porter-Abend von Petter und Claus in meinem Einzugsgebiet stattfindet.