„Moulin Rouge Story“ Schubring/Adenberg

„Komm ins Moulin Rouge“ fordert direkt der erste Track und wenn man dieser Einladung folgt, kann man knappe 1:30 Stunden in die Welt des wohl bekanntesten Pariser Varieté eintauchen. Die Kompositionen von Marc Schubring sind insbesondere bei den Shownummern sehr bildhaft, sodass es einem leicht fällt, sich die Tänze und das Geschehen auf der Bühne vorzustellen. Diese eingängige Musik lässt die CD zu einem Album werden, dass man gut auch mal nebenbei und gerne immer wieder hören kann, ohne sich vollständig darauf konzentrieren zu müssen.

Man sollte sich jedoch durchaus auch die Zeit nehmen, konzentriert hinzuhören, um den Texten von Wolfgang Adenberg die verdiente Wertschätzung entgegen zu bringen. Diese verdeutlichen das Auf und Ab im Leben der Protagonisten. Denn auf der einen Seite unterstützen sie die fröhliche Beschwingtheit der Musik, aber andererseits bilden sie oft auch einen schönen Kontrast und stellen die Dramatik in den Vordergrund. Durchweg jedoch sind sie stimmig gereimt und haben einen schönen Sprachfluss, was sie sehr gut singbar macht.

Für den Gesang haben sich die Kreativen mit Sabrina Weckerlin, Drew Sarich, Jan Ammann, Ethan Freeman und Adrian Becker namhafte Künstler ins Studio geholt, die ihre Sache ausgesprochen gut machen. Fans der genannten Darsteller werden mit jeweils mindestens einem Solo ihres Lieblings belohnt. Obwohl es eine Studioaufnahme ist, sind die Stücke nicht einfach nur eingesungen, sondern emotionsgeladen und leidenschaftlich interpretiert. Dadurch kann die bildhafte Musik den Zuhörer erst richtig ins Geschehen ziehen.

Ich bewerte dieses Album mit 4 von 5 Schafnasen. Es ist insgesamt wirklich ein gelungenes Album, dem für die fünfte Schafnase nur eine Kleinigkeit fehlt: obwohl einige Songs durchaus Ohrwurmcharakter bieten, hat sich bei mir keiner davon dauerhaft festgesetzt.

Meine kleine Veranstaltungsstatistik 2013

Ich weiß, ich weiß, ich bin ein kleines bisschen spät dran, aber besser spät als gar nicht. Nicht wahr? So stimmt die Statistik wenigstens, weil keine spontanen und überraschenden Besuche mehr hinzugekommen sind. Ich will euch auch gar nicht mit viel mehr Vorgeplänkel langweilen und lieber direkt die Fakten präsentieren.

Mein Veranstaltungstyp-Kuchen sah 2013 so aus:

Veranstaltungen 2013Das macht 22 Veranstaltungen in zwölf Monaten. Das sind 1,83 Veranstaltungen im Monat oder 0,42 pro Woche. Im Vergleich zum letzten Jahr verzeichne ich somit einen Rückgang um 62,07 %. Für die sonstigen Veranstaltungen bedeutet dies -50 %, für Konzerte -61,11 und für Musicals -63,89 %. Ehrlich gesagt, das ist nicht so viel wie ich insgesamt erwartet hatte. Als ich die einzelnen Termine aufgeschrieben habe, war ich positiv überrascht, wie viel schlussendlich doch zusammengekommen ist.

Auf die Monate gesehen verteilen sich die Veranstaltungen so:

Veranstaltungen 2013 je MonatEs gab tatsächlich doch nur zwei Monate ohne Veranstaltung und diese hängen nicht einmal zusammen. Es war zwar das ganze Jahr über nicht so, dass mir etwas gefehlt hätte oder ich dieses „Ich muss unbedingt mal wieder ins Musical“-Gefühl hatte, dennoch hat es sich rückblickend so angefühlt, als wären mehr „Veranstaltungslöcher“ da gewesen. So hilft der Jahresrückblick auch dabei, mir nochmal alle Veranstaltungen bewusst zu machen.

Alle Veranstaltungen im Detail:

Januar
07.01 Modays Night, Lars Redlich

Februar
09.02. Kino, Les Misérables

März
02.03. SnoWhite

April
06.04. Rocky Horror Show
20.04. Hairspray
26.04. WDR Rundfunk-Orchester plays Pop feat. Serkan Kaya und Judith Lefeber
27.04. Frühlings Erwachen

Mai
07.05. Hinterm Horizont
29.05. We Will Rock You Band-Night

Juni
03.06. Mondays Night, Kerstin Ibald
16.06. Nonnstop

Juli
20.07. Sommernacht

August
04.08. Scott Alan LIVE
23.08. Der Graf von Monte Christo
24.08. Der Schuh des Manitu
30.08. Kolpings Traum

Oktober
11.10. Carl van Wegberg in Concert
26.10. Nonnstop

November
02.11. Nonnstop
19.11. Gefährten
20.11. Hinterm Horizont
23.11. Jesus Christ Superstar

Und hier geht’s zur Statistik von 2012.

Welcher Musical-Typ bist du?

Du wolltest schon immer wissen, welcher Musical-Typ du eigentlich bist? Dann kommt hier deine Chance. Beantworte die folgenden sieben Fragen und das Rätsel wird gelöst. Merke dir einfach, welchen Antwort-Buchstaben du am häufigsten nutzt und sieh dir dann am Ende der Seite die Auflösung an. Viel Spaß!

Du hast ein Date – Was bringst du ihm/ihr mit?
A – Parfüm
B – rote Rose und Handkuss
C – Spritzblume
D – Kuscheltier
E – Best-of-Party-CD

Was sagst du als erstes zu ihm/ihr?
B – „Deine Augen leuchten wie Sterne…“
D – Du sagst nichts – du singst!
A – „Hallo, da bist du ja!“
C – „Hey, riech mal…!“
E – „Kennst du schon das neue Lied von…“

Was findet man in deiner Handtasche?
A – Portemonnaie, Schlüssel, Handy
E – (wie A +) MP3-Player
D – (wie A +) bunte Sachen
B – (wie A +) Spitzentaschentuch
C – (wie A +) Kram, Krempel, Zeugs

Was ist dein Traumberuf?
C – Zitronenfalter
D – Tierschützer/-pfleger
E – DJ
B – Bildhauer/Maler/…
A – Verwaltung

Wohin möchtest du gerne reisen?
E – Mallorca
D – Disneyland
C – Taka-Tuka-Land
B – Venedig/Paris
A – Holland

Wer war der Held deiner Kindheit?
D – Pippi Langstrumpf
A – Superman
E – Madonna
C – Tom/Jerry
B – Casanova

Wie hast du reagiert, als du den Titel dieses Tests gelesen hast?
A – „Aha.“
B – „Oooh… <3“
C – „Hahaha!“
D – „Yessss!“
E – „Öhm…“

Zur Auflösung bitte auf „Weiterlesen“ klicken bzw. ein Stück nach unten scrollen. Welcher Musical-Typ bist du? weiterlesen

MUSICAL CHALLENGE

Die liebe Ann-So hat eine wunderbare Musical-Challenge erfunden, an der ich dann jetzt auch endlich teilnehme.

Schreibe 4 deiner Lieblingsmusicals auf ohne auf die Fragen darunter zu achten:

1. Spamalot

2. Rocky Horror Show

3. Buddy

4. Grease

 

Schreibe jetzt 4 weitere Musicals auf, die dir gerade in den Sinn kommen:

5. Wicked

6. Die Päpstin

7. Marie Antoinette

8. Tanz der Vampire

 

Beantworte nun folgende Fragen:

Deine Lieblingsfigur aus 1?
Sir Robin

Deine Hassfigur aus 2?
Dr. Scott

Dein Lieblingslied aus 3?
Peggy Sue

Welche Rolle in 4 würdest du am liebsten spielen?
Rizzo

Hast du 5 schon einmal live gesehen?
Schon… 13 mal

Was/Welches Lied kommt dir als erstes in den Sinn, wenn du an 6 denkst?
Einsames Gewand

Würdest du 7 weiter empfehlen?
Auf jeden Fall

Kennst du alle Texte aus 8?
Ja

Welche Figuren aus 3 und 5 würden sich gut verstehen/sollten sich treffen?
Hipockets Duncan und der Zauberer

Hättest du gerade lieber Karten für 4 oder für 6?
Grease

Welches ist dein Lieblingspärchen aus 1-8?
Sandy und Danny

Wann hast du das erste Mal von 4 gehört?
Äh… ich habe irgendwan mit 14 oder so den Film gesehen

Kombiniere eine Liedzeile aus 1 mit einer Liedzeile aus 7!
Wir werden nichts am Broadway,
denn wir haben keine JINKS.
Festgelegt ist unser Schicksalslauf,
der Wunsch zu fliehen bleibt Fantasie.

Gefällt dir der Prolog/die Eröffnungsszene aus 2 oder aus 6 besser?
Rocky Horror Show, ich liebe Science Fiction Double Feature

Gibt es von 3 einen Film? Wenn nein, sollte es deiner Meinung nach einen geben?
Ja, unbedingt! Wobei das Mitmachen da zu kurz käme…

Ein Lied aus 8, das dir gerade einfällt?
Knoblauch

Mit welcher Figur aus 1-8 kannst du dich am ehesten identifizieren?
Elphie

Dieses Lied aus 5 geht ja mal gar nicht!
Ein seelenvoller Mann

Würde 2 auch in die heutige Zeit passen?
Ja

Würdest du 7 gerne selbst inszenieren? Wenn ja, wie?
Auf jeden Fall klassisch mit tollen, pompösen Kleidern. Ich fand die Tecklenburger Inszenierung ziemlich gut, daran würde ich mich orientieren.

SUPERFRAGE: Nehme das Thema aus 1, den Ort aus 2, die Zeit aus 3, das Titellied aus 4, die männliche Hauptfigur aus 5, die weibliche Hauptfigur aus 6, den Antiheld/Gegenspieler/Bösen aus 7 und die Schlussszene aus 8 und du hast dein SUPER-MUSICAL!
Danny versucht zusammen mit Elphaba in den 50er Jahren auf Transsexual Transilvania Anastasius den heiligen Gral abzujagen und sie singen „You’re the one that I want“. Im heiligen Gral befand sich leider Vampirblut, sodass alle mehr oder weniger sterben. Dieses Musical wird ein Hit!

 

Live-Tweets aus dem Theatersaal?

Vor ein paar Tagen habe ich noch über zu viel Digitalisierung geschrieben und jetzt komme ich mit so einem Thema daher. Das liegt daran, dass ich gestern die Blogparade „Digital im Theatersaal“ von livekritik.de entdeckt habe und das Thema sehr spannend und interessant finde. Nur weil ich letztens meinte, dass die Nutzung vom Internet, speziell den sozialen Medien, ein bisschen extrem wird, bin ich ja nicht generell dagegen. Ganz im Gegenteil: solange sie noch reflektiert genutzt werden, bin ich sogar ein großer Befürworter und ich beobachte gerne die neusten Entwicklungen. So bin ich also auf die Blogparade gestoßen und wusste sofort, dass ich etwas dazu schreiben möchte. Ehrlich gesagt, habe ich keinen Pro- oder Contra-Standpunkt und deshalb werde ich einfach wild meine Gedanken aufschreiben und gucken, was am Ende dabei herum kommt.

Kern der Blogparade ist die Idee, im Theater während einer Vorstellung per Twitter, Facebook oder der Plattform livekritik.de sein Netzwerk und andere Interessierte an der Vorstellung teilhaben zu lassen. In einer ähnlichen Form passiert das schon bei meinen Musical-Freunden und mir. Oft schreiben wir unmittelbar vor oder nach einer Vorstellung und in den Pausen einen Facebook-Status, Tweet oder Nachrichten per SMS/WhatsApp über das Theatererlebnis, um die Daheimgebliebenen doch irgendwie „mit dabei“ zu haben. Wenn ich mir jetzt aber vorstelle, dass ich während einer Show regelmäßig tippen würde, habe ich sehr gemischte Gefühle.

Ich halte mich durchaus für multitasking-fähig und denke, dass ich während einer Vorstellung nichts Wesentliches verpassen würde, wenn ich zwischendurch mal 140 Zeichen ins Handy tippe. Allerdings ist es bei mir meistens so, dass mich das Geschehen auf der Bühne so sehr vereinnahmt, dass ich vermutlich gar keine Lust auf die Live-Berichterstattung hätte. Irgendwie hätte ich auch ein schlechtes Gewissen, wenn ich meinen Blick von der Bühne abwenden würde, um ins Handy zu starren. Das entspricht einfach nicht meinem Verständnis vom zivilisierten Theaterbesucher, da man nicht nur die Schauspieler aus dem Blick verliert, sondern mit dem leuchtenden Handy auch störend auffallen kann. Mich selbst würde es auf jeden Fall nerven, wenn in meinem Augenwinkel ständig das Handy des Sitznachbarn aufblinken würde.

Auf der anderen Seite würde es mir für meine Showberichte wahnsinnig helfen, wenn ich während der Vorstellung in Form von Tweets oder ähnlichem quasi Notizen schreiben würde. Von der Aufmerksamkeit, die man dem Bühnengeschehen schenkt, sehe ich hier keinen großen Unterschied zu einem klassischen Notizblock. Natürlich, bei einem Notizblock ploppen keine Antworten auf und man kann keinen Hashtag verfolgen, aber die kann man sich ja auch für die Pause oder nach der Vorstellung aufheben. Mir ginge es beim Live-Bericht eher darum meine eigenen Gedanken festzuhalten und schon ein bisschen vorzusortieren.

Mal weg vom eigenen Theaterbesuch, ich würde tatsächlich unglaublich gerne Live-Berichte von Vorstellungen verfolgen, die meine Freunde besuchen, aber vielleicht auch Berichte von Fremden. Ich liebe es einfach schon, wenn ich nur miterleben kann, wie jemand im Theater ankommt, die Besetzungsliste liest und seinen Platz einnimmt. Da habe ich immer selbst ein bisschen Spannung und Theatergefühl. Es wäre auf jeden Fall sehr interessant, dann auch unmittelbar zu lesen, wie demjenigen die Show gefällt. Dabei finde ich es gleichermaßen interessant, ob ich nun die Show selbst schon kenne oder es eine neue für mich ist.

Da ich noch so unentschlossen bin, was ich von Theater-Live-Berichten halten soll, würde ich es sehr gerne mal ausprobieren. Dann kann ich für mich am besten entscheiden, wie es meinen Theatergenuss beeinflusst und ob ich Spaß daran habe. Ich finde die Idee auf jeden Fall grundsätzlich ganz interessant. Ich kann mir vorstellen, dass sich da für die Theater marketing-technisch etwas draus machen ließe. Spontan denke ich da an eine spezielle Preview, um durch die Live-Berichte das Interesse an den folgenden Vorstellungen zu vergrößern. Ich werde jedenfalls gespannt verfolgen, wie sich das alles entwickelt.

„Schau das Mädchen im Rollstuhl dort an, sie hat es sehr schwer“ – Über Menschen mit Behinderung als Teil eines Bühnenstücks

Ich habe lange überlegt, worüber ich zu den Blogger-Themen-Tagen „#EinfachSein Behinderungen, Medien und die Gesellschaft“ schreiben soll. Mal wieder ein paar Ämtergeschichten? Das erschien mir nicht außergewöhnlich genug. Es ist doch hinlänglich bekannt, dass Menschen mit Behinderung früher oder später und meistens für den Rest ihres Lebens auf das Wohlwollen ihrer Sachbearbeiter angewiesen sind. Über meine Ausbildungsplatzsuche? Das wiederum war mir zu speziell und ich wusste auch nicht, wie ich daraus einen ganzen Artikel schreiben sollte. Somit verwarf ich beide Ideen sofort wieder und grübelte weiter. Schließlich stellte ich mir die Frage, welche Themen eigentlich meinen Blog ausmachen und da nimmt ganz klar das Musical den größten Teil ein. So wurde der erste Funken für mein Thema geboren, doch was sollte ich damit nun machen?

Gerne hätte ich die Darstellung von Menschen mit Behinderung in dem ein oder anderen Musical für die Blogger-Themen-Tage genauer unter die Lupe genommen, ähnlich wie ich es bei dem Film „Inklusion“ damals gemacht habe. Doch schon stand ich mit meiner, wie ich bis dahin noch dachte, sehr raffinierten Idee vor dem nächsten großen Problem. Welche Rollen stellen überhaupt Menschen mit Behinderung dar? Nun ja, da ist zum Beispiel Nessarose mit ihrem Rollstuhl, die Schwester der grünen Hexe Elphaba aus Wicked. Sie wird eigentlich sehr klischeehaft gezeichnet und bedient mit recht kurzer Bühnenzeit direkt viele „Behindertenvorurteile“. Ihr Vater umsorgt sie überfürsorglich, sie ist anfangs immer allein auf dem Schulhof und liest und die Einladung zur Party bekommt sie nur aus Mitleid („Schau das Mädchen im Rollstuhl dort an, sie hat es sehr schwer. Ich find es nicht fair, wir geh‘n aus und sind froh, sie ist so… oh. Weißt du, wen ich bewundern würde? Einen, der zu ihr käm, der sie mit sich nähm.„). So entwickelt sie sich im Laufe des Stücks zur verbitterten, herrschsüchtigen Persönlichkeit und wird die Böse Hexe des Ostens. Als dann ihre Schwester sie um Hilfe bittet, macht sie Elphaba Vorwürfe, dass diese ihre Zauberkräfte erst einmal dafür einsetzen solle, dass sie laufen kann („Mein Leben lang hing ich ab von dir, frag mich wer das erträgt? Mein Leben lang hing ich ab von dir und dem Scheißding, das mich bewegt. Nach Mitleid heischend, hoffte ich weinend, nur dass sich mein Bein endlich regt.„). Eigentlich mochte ich die Figur der Nessa immer sehr gerne, mittlerweile ist sie mir aber doch zu sehr mit Bitterkeit und Leid beladen und ich kann sie nicht mehr so mögen.

An dieser Stelle wäre ich dann eigentlich fertig mit meinem Beitrag. Das Phantom der Oper oder den Glöckner von Notre Dame klammere ich aus. Zum einen kenne ich die Stücke nicht gut genug, zum anderen, was für mich noch wichtiger ist, sind sie mir nicht „behindert genug“ in dem Sinne, dass die heutige Gesellschaft sie mit ihren Fehlbildungen wohl doch relativ gut aufnehmen würde. Und jetzt komme ich zu dem, was ich mit meinem Beitrag eigentlich sagen möchte: Warum gibt es nicht hier und da mal eine behinderte Rolle in einem Musical? Dabei muss es sich für mich nicht einmal um eine Hauptrolle handeln, auch wenn ich bei Romeo und Julia eine Julia im Rollstuhl sehr cool fände, allerdings müsste das Stück dann aus dem historischen Kontext gehoben werden, da es sonst reichlich unrealistisch und lächerlich wäre. Es muss auch nicht die Behinderung zu einem zentralen Thema im Stück werden. Aber wäre es nicht schön, wenn zum Beispiel eine von Sophies Freundinnen aus Mamma Mia! eine Behinderung hätte? Sie könnte ohne leidend zu sein im Rollstuhl sitzen oder vielleicht gehörlos sein, dann könnte man sogar Gebärdensprache in die Choreographien einbauen.

Ich finde, auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft ist es wichtig, dass von Kunst, Unterhaltung und Medien ein Bild von Inklusion gezeichnet und vermittelt wird. Das fängt damit an, dass Menschen mit Behinderungen bei Geschichten, die in der heutigen Zeit spielen, dazu gehören. Und es würde damit aufhören, dass solche Rollen auch von „echten“ Menschen mit Behinderung gespielt werden. Aber bis dahin ist der Weg wohl noch sehr lang.

Les Misérables – Der Film

Ich habe schon so lange nicht mehr über etwas musicalmäßiges oder gar einen Film geschrieben, ich weiß gar nicht, ob ich das noch kann. Also dann mal los:

Als ich in den Kino-Saal kam, war ich überrascht, wie viele Leute da waren. Es waren schätzungsweise 70 – 80 Leute, was ich für einen Musical-Film sehr beachtlich finde, wenn man dann auch noch bedenkt, dass es Samstag am Karnevals-Wochenende und ein Kino im Rheinland waren. Gestern gab es in 120 Kinos in Deutschland und Österreich ein Premieren-Event zu Les Misérables, bei dem erst eine Live-Schaltung vom Roten Teppich der Berlinale und im Anschluss der Film gezeigt wurden. Den Roten Teppich hätte ich persönlich nicht gebraucht, aber es gab doch ein paar interessante Infos und Hugh Jackman und Anne Hathaway haben einen sehr sympathischen Eindruck hinterlassen. Dieses Vorgeplänkel war also ganz gut gemacht und wurde nicht langweilig.

Dann ging der Film endlich los und er war so gut! Ich muss dazu sagen, dass ich LesMis bisher nicht live gesehen habe und die Musik mich noch nicht ganz gepackt hatte. Mit den ersten Trailern zum Film stiegen jedoch Interesse und Vorfreude im gleichen Maß stark an. Mittlerweile liebe ich sogar schon einige Lieder aus LesMis und frage mich, wie ich sie all die Jahre übergehen konnte. Aber zurück zum Film: Bedingt durch die Verfilmung von Mamma Mia! war ich doch etwas skeptisch, was so eine Star-Besetzung angeht und hätte mir lieber in allen Hauptrollen „echte“ Musicaldarsteller gewünscht. Im Gegensatz zu Mamma Mia! gab es bei LesMis aber keinen Totalausfall zu beklagen und alle sangen befriedigend bis sehr gut. Am schlechtesten hat dabei wohl Russell Crowe als Javert abgeschnitten, was bereits am Roten Teppich angesprochen wurde, da er häufig nur Sprechgesang erklingen ließ. Für mich war das nicht weiter tragisch und sein Spiel hat dieses Manko wett gemacht. Bei Hugh Jackman als Jean Valjean sah das ganze dann schon anders aus. Es gab zwar auch die ein oder andere Stelle, die stimmlich etwas mehr Power hätte vertragen können, aber insgesamt war das eine saubere Leistung und vor allem schauspielerisch überragend. Anne Hathaways I dreamed a dream in der Rolle der Fantine wurde im Vorfeld von einigen zerissen, da sie es eher zerbrechlich singt und nicht so kraftvoll heraus beltet, wie man es von diesem Stück gewohnt ist. Mir hatte schon im Trailer ihre Version sehr gut gefallen, aber im Gesamtkontext des Films fand ich es noch passender. Überhaupt hat sie eine sehr gute Darstellung abgeliefert, mit der sie alle Auszeichnungen, die sie bekommen hat und bekommen kann, mehr als verdient. Wer auch unbedingt ausgezeichnet werden sollte, ist Eddie Redmayne als Marius, auch wenn immer mindestens der ganze Kopf beim Singen mit Vibrato gewackelt hat, was ich zwischendurch doch etwas witzig fand. Davon abgesehen hat er aber sehr überzeugend gespielt und konnte vor allem auch gesanglich überzeugen. Amanda Seyfried als Cosette war niedlich und hat damit wohl ihren Job sehr gut erfüllt. Leider hat sie mir stimmlich nicht gut gefallen, da sie oft extrem piepsig war. Ich weiß nicht, in wie weit das die Partitur vorgibt oder sie nicht tiefer kommt. Wenn es für Amanda noch singbar gewesen wäre, hätte es meinen Ohren gut getan, die Vorlage etwas herunter zu transponieren. Über Aaron Tveit als Enjolras und Samantha Barks als Éponine muss ich nicht viel sagen, beide waren absolut überzeugend in Spiel und Gesang. Hier war die Broadway-/Westend-Erfahrung eben doch deutlich zu spüren. Für die großen Ensemble-Nummer wurde auf einige ehemalige und aktuelle Darsteller der LesMis-Produktionen zurück gegriffen. Kerry Ellis habe ich leider vergeblich gesucht, aber wenn ich noch einmal ins Kino gehe, nehme ich meine Brille mit und werde noch genauer auf die Leute bei Master of the house achten. Im Gegensatz dazu war es dann allerdings sehr leicht Andy Coxon zu finden, worüber ich mich ebenso gefreut habe.

Der Film ist wirklich gut gelungen. Ich mochte die vielen Nahaufnahmen, aber auch die Kamerafahrten nach oben heraus haben mir sehr gefallen, weil dadurch die großen Szenen deutlich an Schwung und Präsenz gewonnen haben. Ich möchte auch unbedingt lobend erwähnen, dass die Lieder nicht vorher im Studio eingesungen, sondern live am Set aufgenommen wurden. Damit hat man etwas Neues gewagt, dass sich aber sehr gelohnt hat. Das Geschehen bleibt dadurch authentischer. Nicht verstehen kann ich allerdings, dass man die paar gesprochenen Sätze für Deutschland synchronisiert hat. Teilweise handelte es sich nur um Halbsätze mitten im Lied, was mich dann sehr gestört hat, weil man durch die Sprachwechsel dann für einen Moment aus der Handlung heraus gerissen wurde. Ansonsten bin ich jedoch vollends zufrieden und freue mich schon, dass ich den Film nochmal gucken „muss“.

Meine kleine Veranstaltungsstatistik 2012

Die Welt ist also nicht untergegangen. Na, das ist doch ein guter Anlass, um vor der letzten Woche des Jahres 2012 meine Veranstaltungsstatistik zu veröffentlichen. Wie im letzten Jahr habe ich wieder einen Überblick über die Veranstaltungen pro Monat erstellt und eine Übersicht über die Verteilung von Musicals, Konzerten und sonstigen Veranstaltungen. Ebenso habe ich wie im letzten Jahr auch den noch anstehenden Silvester-Besuch schon mit eingerechnet.

Meine Veranstaltungen 2012 verteilen sich wie folgt:

Kreisdiagramm

Verglichen zum letzten Jahr habe ich damit den Schnitt von 4 „sonstigen Veranstaltungen“ gehalten. Bei Konzertbesuchen habe ich ihn um 5,88 % gesteigert und bei Musicalbesuchen sogar  um sagenhafte 24,14 %. Wie ihr seht, habe ich in diesem Jahr genau doppelt so viele Musicals gesehen wie Konzerte und mit insgesamt 58 Veranstaltungen komme ich auf durchschnittlich 1,12 Veranstaltungen pro Woche.

Aufgeschlüsselt nach Veranstaltungen pro Monat sieht das ganze dann so aus:

BalkendiagrammInteressant finde ich hier, dass es im September und Oktober trotz Ausbildungsbeginn nochmal rauf ging. Aber ihr seht, den hohen Durchschnitt und Arbeiten habe ich nicht lange nebeneinander durchgehalten.

Und hier dann noch die Gesamtübersicht:

Januar
03.01. Kein Pardon
07.01. Full Monty
09.01. Mondays Night Roberta Valentini
20.01. Rocky Horror Show
26.01. Grease

Februar
03.02. Musical Highlights
04.02. King Kong
06.02. Mondays Night Maricel
10.02. Grease
11.02. Grease
12.02. Lars but not least
17.02. Elisabeth
18.02. Grease
25.02. Forum junger Künstler

März
10.03. Linie 1
30.03. Musical Rocks
31.03. Et Lisbeth

April
02.04. Mondays Night Enrico de Peri
05.04. Die Tagebücher von Adam und Eva
11.04. Kein Pardon
15.04. Company (Musical im Kino)
27.04. WDR Rundfunk Orchester plays Rock mit Serkan Kaya
29.04. Kein Pardon

Mai
05.05. Ein Mann geht durch die Wand
12.05. Musical Gala
24.05. Stanke ohne Strom

Juni
02.06. Hair, Wuppertal
17.06. Hair, Bonn
27.06. Rebecca

Juli
01.07. Die Tagebücher von Adam und Eva
06.07. ZERO
14.07. Marie Antoinette
19.07. Frankenstein (Theater im Kino)
20.07. Tanz der Vampire
21.07. Hinterm Horizont
25.07. Kein Pardon
27.07. Stanke ohne Strom
28.07. Sommernacht des Musicals

August
03.08.Rebecca
04.08. Rebecca
06.08. Mondays Night Vera Bolten
10.08. Hairspray

September
01.09. Nächster Stop New York
08.09. RENT
10.09. Musical & Mehr Part II
14.09. RENT
29.09. Musical Allstars

Oktober
01.10. Mondays Night Jana Stelley
03.10. Cats
06.10. Thrill me
07.10. Cats
20.10. Kein Pardon
27.10. Thrill me

November
03.11. Rebecca
09. – 11.11. Odenwald mit Filmdreh
29.11. Premiere „Untot in Deutschland“

Dezember
22.12. KATiELLis Christmas
* 31.12. Kein Pardon

Damit wäre zur Statistik für dieses Jahr alles gesagt und ich kann ein in vielerlei Hinsicht erfolgreiches 2012 abschließen. Ich wünsche euch schöne Feiertage, verbringt sie gemütlich im Kreise eurer Lieben, genießt das viele Essen und lasst euch nett beschenken! Mein Blog geht hiermit in die „Feiertagspause“ und wir lesen uns im nächsten Jahr wieder. Macht’s gut!

THRILL ME – 06.10.2012, KATiELLi Theater Datteln

Nie wieder verspreche ich hier einen Bericht, damit habe ich mich ja selbst in Zugzwang versetzt. Nun hänge ich also schon zehn Minuten vor meinem geöffneten neuen Artikel und weiß nicht, wo und wie ich anfangen soll. Wir erinnern uns, dass dieses Problem bei mir meistens dann auftritt, wenn mich eine Show sehr begeistern konnte. So auch wieder dieses Mal. Nicht, dass mich das großartig überraschen würde, denn es war ein Stück im wundervollen KATiELLi Theater, wo ich erfahrungsgemäß mittlerweile davon ausgehe, etwas Tolles zu sehen.

Und THRILL ME war richtig toll. Manchmal braucht es nämlich für einen tollen Theaterabend nicht mehr als ein paar Holzpaletten, Klaviermusik und zwei genialen Darstellern. Dominik Schulz hatte es als Richard Loeb gar nicht schwer, mich von dessen Intelligenz und krimineller Energie zu überzeugen, obwohl ich mir das zuvor schwer vorstellen konnte. Schon in den ersten Sekunden wurde klar, dieser Richard ist ein krasser Typ, der ganz sicher vor Mord nicht zurück schreckt. Ein schauspielerisch sehr beeindruckender Moment war für mich der, wo Richard mit dem Kind spricht. Obwohl zu keiner Zeit ein Kind auf der Bühne war, hatte ich das Gefühl es sei da, weil Dominik es durch sein gelungenes Spiel greifbar gemacht hat.
Genauso stark mithalten konnte Bernd Julius Arends als Nathan Leopold. Er wechselt ständig zwischen der Gegenwart 1958 und der Vergangenheit 1924 und erzählt so in Rückblenden von den Verbrechen, die er mit Richard verübt hat. Obwohl er dabei nicht durch Kostümwechsel oder ähnliches unterstützt wird, ist immer sofort ersichtlich in welcher Zeit Nathan sich gerade befindet. Schnell wurde deutlich, dass Nathan alles dafür tun würde, um mit Richard zusammen zu sein.

Mit THRILL ME ist durch Bernd wieder ein ganz besonderes Stück ins Deutsche übertragen worden. Jeder, der es irgendwie einrichten kann, sollte nach Datteln fahren und es sich ansehen. Der Aufwand wird mit einem sehr spannenden und gelungenen Musical belohnt. Mir hat es wirklich gut gefallen und ich kann es von ganzem Herzen empfehlen.

THRILL ME – Eine Ankündigung

Heute mal ein etwas anderer Blog. Ich möchte euch auf ein kleines Stück aufmerksam machen, das ich selbst noch gar nicht gesehen habe, da es erst am 5. Oktober seine Deutschlandpremiere feiert.

THRILL ME – Die Leopold & Loeb Story

Chicago 1924 – Nathan Leopold und Richard Loeb, zwei Jurastudenten aus wohlbehüteten Elternhäusern, brauchen ständig den ganz besonderen Kick. Anfangs sind es kleinere Strafdelikte wie Einbruch, Diebstahl und Brandstiftung. Aber schon sehr bald empfindet Richard das alles als viel zu trivial. Ihm fehlt der Reiz, der Kitzel. Er plant das perfekte Verbrechen, einen Mord. Nathan, der aus Liebe alles für ihn macht, soll ihm dabei helfen. So planen sie das perfekte Verbrechen. Sind sie wirklich intelligenter als der Rest der Welt?

Die Geschichte hört sich für mich sehr spannend und vielversprechend an. Auch der Trailer macht eindeutig Lust auf mehr. So kleine Stücke mit nur zwei, drei Darstellern sind nämlich immer etwas ganz, ganz besonderes, weil man die Geschichte viel intensiver miterlebt als bei den großen Stücken. Außerdem lohnt sich ein Abend im KATiELLi Theater immer, aber das dürfte meinen Bloglesern ja mittlerweile hinlänglich bekannt sein.

Die Spieltermine sind:
Freitag, 05.10 – 20:00 Uhr (Premiere) ausverkauft
Samstag, 06.10 – 19:30 Uhr
Freitag, 12.10 – 19:30 Uhr
Samstag, 13.10 – 19:30 Uhr
Freitag, 19.10 – 19:30 Uhr
Samstag, 20.10 – 19:30 Uhr
Sonntag, 21.10 – 18:00 Uhr
Freitag, 26.10 – 19:30 Uhr
Samstag, 27.10 – 19:30 Uhr
Sonntag, 28.10 – 18:00 Uhr

Karten bekommt ihr unter 0177 9776356.

Da ich am 6. Oktober in der Vorstellung bin, wird es von mir dann wohl am Sonntag einen kleinen Bericht geben wie es mir gefallen hat. So, stay tuned 😉