Xbox Elite Wireless Controller Series 2

Eine gute Ergänzung zum Xbox Adaptive Controller?

Schon wenige Wochen nachdem ich mit dem Xbox Adaptive Controller mehr auf der Xbox unterwegs war, habe ich darüber nachgedacht, mir den Elite Controller („damals“ gab es noch nur einen) anzuschaffen. Hauptgrund für die Überlegung war das Speichern verschiedener Profile, zwischen denen mit einem Schalter hin und her gewechselt werden kann. Für manche Spiele brauche ich die Belegung der Sticks zum Beispiel umgekehrt und es erfordert leider relativ viele Schritte, das systemseitig zu tauschen. Ein Schalter am Controller würde das stark vereinfachen. Ich habe mich dann aber doch nicht durchgerungen, den Controller anzuschaffen. Da der Schalter für das Wechseln zwischen den beiden Profilen ein Schiebe-Schalter ist, war ich mir nicht sicher, ob ich den überhaupt betätigen kann und für diese Unsicherheit war mir der Preis deutlich zu hoch.

Während ich trotzdem immer mal wieder über die Anschaffung nachdachte, wurde dann der Xbox Elite Wireless Controller Series 2 angekündigt. Und ja, der hatte mich ziemlich direkt. Aus dem Schiebe-Schalter wurde nun ein Knopf zum Drücken und, was mein Interesse auch sehr stark weckte, der Widerstand der Sticks kann in drei Stufen verstellt werden. Das wollte ich auf jeden Fall ausprobieren! Durch die Unterstützung von vielen lieben Twitter-Menschen nach meinem gamescom-Rucksack-Drama kam auch genug Geld dafür zusammen und ich konnte den Controller bestellen.

Das erste, was sofort auffällt, ist das Gewicht. Der Elite Series 2 ist eine gute Ecke schwerer als mein bisheriger Controller.

Ich halte den Controller nicht in der Hand, er liegt zum Spielen einfach vor mir auf dem Tisch. Daher ist das Gewicht für mich kein Problem, für andere kann es aber einen großen Unterschied machen. Nachdem ich mir einen Überblick über das ganze Zubehör verschafft hatte, habe ich die Sticks auf leichtesten Widerstand eingestellt und etwas glattere Aufsätze gewählt. Ich mag diesen ribbeligen Rand der Sticks am Standard-Controller nicht gerne und finde das Gefühl so viel angenehmer.

Der leichtere Widerstand bringt nicht ganz so viel wie ich gehofft hatte. Die Kraft, um den Stick in Bewegung zu bringen, ist etwa gleich viel wie bei meinem anderen Controller. Dann jedoch in Bewegung zu bleiben, geht schon ein bisschen leichter. Ich glaube, auf Dauer wird mir das durchaus etwas Erleichterung bringen, wenn auch nicht ganz so viel wie erwartet. Am Controller kann außerdem mit Schiebe-Schaltern an der Unterseite eingestellt werden, wie weit die Trigger gedrückt werden müssen. Ich habe mir das auf kürzesten Weg eingestellt, wodurch ich tatsächlich erstmals in der Lage bin, immerhin den rechten Trigger eines Xbox Controllers zu drücken. Es ist aber sogar zusätzlich noch systemseitig über die Xbox möglich, die Empfindlichkeit der Sticks und der Trigger einzustellen. Damit habe ich mich allerdings noch nicht richtig befasst.

Aber ich habe mir natürlich die Einstellungen ein wenig angesehen. Ich wollte ja auch meine Profile anlegen und ausprobieren. Es gibt sehr viele, sehr hilfreiche Einstell-Möglichkeiten. Ich habe zum Beispiel erstmal die Vibration in den Griffen ausgeschaltet und in den Triggern halbiert. Ich mag dieses Feedback an sich gerne, aber das rumpelt immer so laut auf meinem Tisch rum und oft „wandert“ der Controller dann auch durch die Gegend und ich muss mühsam die Position korrigieren. Das passiert jetzt nicht mehr und trotzdem habe ich noch ein bisschen Vibration.

Nachdem ich mir ein Profil mit Standard-Belegung und eins mit getauschten Sticks angelegt hatte, startete ich ein Spiel. Erstmal ohne Adaptive Controller, ich wollte ja nur einmal kurz testen. Es funktionierte alles ziemlich gut, also mal das Profil wechseln. Hierbei stellte ich leider fest, dass der Knopf ziemlich schwer geht. Drücken kann ich ihn nicht. Wenn ich aber mit dem Knöchel eines Fingers „drauf haue“ kann ich ihn auslösen. Nicht ideal, aber okay. Etwas problematischer ist, dass auch der Xbox-Knopf recht schwer geht. Ich kann ihn nur an einer ganz bestimmten Ecke in einem ganz bestimmten Winkel drücken. Damit hätte ich nicht gerechnet, denn diesen Knopf gibt es auf jedem Xbox Controller und ich hatte damit nie Probleme. Auf der anderen Seite kann ich beim Elite Series 2 aber das Steuer-Kreuz bzw. den Steuer-„Kreis“ deutlich leichter drücken als auf meinem anderen Controller. Das ist tatsächlich ein richtiger Gewinn in der Handhabung.

Ein paar Tage später wollte ich dann mal richtig spielen, also habe ich den Elite Series 2 und den Adaptive Controller im Copilot gekoppelt – und dann wurde es witzig. Jedes Mal, wenn ich einen am Adaptive Controller angeschlossenen Knopf betätigte, hat die Xbox zusätzlich zur entsprechenden Aktion völlig willkürliche andere Aktionen durchgeführt. Screenshots oder Spiele-Clips erstellt, die Schnell-Suche vom Store geöffnet und sogar die Lautstärke vom Fernseher verstellt. Es sind Dinge passiert, von denen ich nicht mal wusste, dass es sie gibt.

Eigentlich wäre das der Moment gewesen, um davon auszugehen, dass der Elite und der Adaptive Controller nicht kompatibel sind. Doch das konnte ich mir absolut nicht vorstellen. Zum Glück habe ich einen recht guten Draht zu Leuten bei Xbox und konnte mich auf kurzem Weg informieren und mir helfen lassen. Das Ergebnis: Tatsächlich sind die beiden Controller im Moment nur unter bestimmten Voraussetzungen kompatibel. Das heißt, es gibt einen Bug, der im Copilot das beschriebene Phänomen auslöst. Dieser tritt aber nur dann auf, wenn der Copilot über den Elite Series 2 eingeschaltet wird. Wird der Copilot über den Adaptive Controller eingeschaltet, harmonieren die beiden Controller gewohnt miteinander und ergänzen sich gut.

Der Xbox Elite Wireless Controller Series 2 hat meine Erwartungen also leider nicht komplett erfüllt. Dennoch überwiegen die positiven Aspekte und er ist für mich ein guter Controller, der perfekt zu meinem Setup mit dem Xbox Adaptive Controller passt.

Mini-Accessibility-Reviews

Zu:
The Sinking City (PlayStation 4)
The Witcher III (PlayStation 4)
Wolfenstein The New Order (Xbox One)
Vampyr (Xbox One)

Endlich bin ich mal wieder dazu gekommen, ein bisschen was zu zocken. Danke, Urlaub! Bis auf bei Sinking City habe ich allerdings in alles nur mal ein bisschen hinein gespielt, um mich mit der Steuerung bekannt zu machen. Auf die Inhalte werde ich daher eher nicht eingehen, sondern mehr nur darauf, ob und wie gut ich die Games bedienen konnte.

Ich fange mal mit Sinking City an. Nach langer Zeit hatte ich mal wieder einen PlayStation-Controller in der Hand und musste feststellen, dass ich mich doch schon ziemlich an den Xbox-Controller umgewöhnt habe. Es fühlte sich merkwürdig ungewohnt an. Auch habe ich festgestellt, dass ich durch den Adaptive Controller sehr verwöhnt bin und es mir ziemlich lästig war, für die Navigation des Charakters beide Sticks zu nutzen. Für mich war die aktiv spielende Zeit an Sinking City dann auch recht schnell vorbei, als für die Item-Wahl die Schultertasten gebraucht wurden und zum „fotografieren“ gehalten werden mussten. Ab da gab ich den Controller ab und habe nur noch bei den Ermittlungen mitgedacht. Spätestens bei den Kämpfen wäre es aber eh vorbei gewesen, denn das Spiel ist wirklich unfair und teilweise sehr verbuggt, was das angeht.

Dann habe ich „nur mal eben“ auch auf der PlayStation in The Witcher III reingeguckt. So ungefähr für zweieinhalb oder auch drei Stunden. Die automatische Kameraführung funktionierte für mich richtig gut. Ich konnte problemlos durch die Welt steuern und musste dafür nur einen Stick nutzen. Schwierigkeiten haben mir auch hier wieder die Schultertasten bereitet. Für den Hexersinn oder das Zielen mit der Armbrust müssen sie gedrückt gehalten werden. Die Armbrust kann ohne zielen auch gar nicht verwendet werden, was zu einem frustigen Moment führte, weil das Game unbedingt wollte, dass ich den Greifen erschieße und ich das aber so nicht konnte. Tatsächlich habe ich es dann irgendwie geschafft, ihn mit dem Schwert zu treffen und dann zu erledigen. Nervig war auch, dass ich immer aufs Touchpad gekommen bin, wenn ich die Position vom Controller ändern musste, und sich dadurch ständig die Map geöffnet hat. Auf der Xbox könnte ich den Witcher wahrscheinlich ganz gut spielen, aber ich scheue mich so vor großen Spielen, weil ich dafür zu wenig Zeit und oft nicht die Energie habe und da sind mir die 50 € dann einfach zu viel.

Drüben im Xbox-Universum habe ich mich auch ein bisschen umgesehen. Dank GamePass kann ich aus einer großen Auswahl jederzeit Spiele ausprobieren, ohne mich in große Unkosten stürzen zu müssen. Angefangen habe ich mit Wolfenstein The New Order. Einige Bekannte von mir haben vor kurzem mit Wolfenstein Youngblood angefangen und mein Interesse für die Reihe dadurch geweckt. Wieder einmal bin ich überrascht, welche Spielmöglichkeiten ich durch den Adaptive Controller mittlerweile habe. Nie hätte ich gedacht, mal Shooter spielen zu können – und auch nicht, dass ich daran sogar Spaß habe. Ich hatte allerdings ein Problem, mir fehlt noch ein zusätzlicher Knopf für den Adaptive Controller, den ich zum Beispiel mit dem Kinn oder dem Kopf betätigen kann. Also so, dass ich am besten gleichzeitig noch etwas anderes drücken kann. Mit dem aktuellen Setup musste ich für verschiedene Anforderungen Knöpfe umstecken lassen und das ist natürlich nicht so toll. Ich muss mir da mal was überlegen.

Zu guter letzt gab es dann noch ein bisschen Vampyr. Das Spiel steuert sich sehr angenehm und auf Stufe „Ich will nur die Story“ sind die Kämpfe auch mit schlechter Reaktion und verminderten Ausweichmöglichkeit einigermaßen machbar. Sehr nervig und schwierig war für mich, dass in Dialogen die Antwortoption mit dem linken Stick ausgewählt und mit A bestätigt werden muss. Die Auswahl rastet dabei nicht ein, also darf der Stick nicht losgelassen werden. Ich habe mir dann mit dem Adaptive Controller einen Knopf für A direkt neben den Stick platziert, aber das fühlte sich nach totaler Knopfverschwendung an, weil ich A eigentlich ohne Probleme nutzen kann. Auch das Menü ist unpraktisch gestaltet. Die Auswahl der einzelnen Punkte erfolgt über einen Curser und es ist nicht möglich, sich mit dem Steuerkreuz durch die Punkte zu klicken.

Leider war der Urlaub viel zu schnell vorbei – wie das irgendwie immer so ist. Ich hätte gerne Vampyr und Wolfenstein noch weiter verfolgt. Die nächsten paar Wochen sind noch relativ voll gepackt, aber wenn sich dann mal wieder ein freies Wochenende findet, hole ich sicher eines der Games wieder raus.