Anno 1800

Eigentlich ist Anno so ein Spiel, von dem ich ohne Zweifel behaupten würde, dass es nichts für mich ist. Immer, wenn ich mal solche Simulationen, mit Städte aufbauen oder Freizeitparks oder was auch immer, ausprobiert habe, fühlte ich mich schnell gestresst, weil irgendwer irgendwo irgendwas wollte, und das ist etwas, das ich beim Spielen nicht empfinden möchte. In Anno 1800 wird allerdings nicht permanent nach irgendwelchen zu erfüllenden Bedürfnissen geschrien, sodass der Stresslevel gering blieb. Zusätzlich fällt es mir aber auch schwer, bei Spielen ohne klaren roten Faden, zu entscheiden, wie ich anfange und was ich als nächstes mache. Mit der geführten Kampagne hat Anno diesem Problem allerdings gut entgegen gewirkt. Und so habe ich tatsächlich nicht nur die Kampagne durchgespielt, sondern auch noch Spaß dabei gehabt.

Die Kampagne hat mir sehr gut geholfen, mich nicht durch die Möglichkeiten überfordert zu fühlen und einen Fokus darauf zu haben, was ich sinnvollerweise zu tun habe. An manchen Stellen, obwohl ich schon die Auswahl „viele Erklärungen“ getroffen hatte, fiel das Tutorial allerdings etwas schwach aus. Im ersten Versuch bin ich daher auch ziemlich schnell pleite gewesen. Ein bisschen mehr Erklärung dazu, was sich wie auf die Finanzen auswirkt oder wo ich das ablesen kann, wäre hilfreich gewesen. Insgesamt war der Einstieg aber recht einfach und nach und nach kam ich auch immer besser zurecht.

Im Prinzip ist Anno ausschließlich mit der Maus spielbar und daher für mich recht accessible. Ein paar kleinere Probleme hatte ich dennoch. Wird das Spiel pausiert, kann die Pause nur mit Betätigen der ESC-Taste beendet werden. Da ich zunächst im Vollbild-Modus gespielt habe, kam ich nicht ohne weiteres an meine Bildschirmtastatur. Für solche Fälle habe ich eine meiner zusätzlichen Maustasten als Windows-Taste definiert. Das ist sozusagen mein Fallschirm, wenn ein Spiel mich mal wieder im Vollbild gefangen hält.
Nun denn, Bildschirmtastatur raus gekramt, Pause beendet und von Vollbild auf Fenstermodus gewechselt, um ohne Umweg Zugriff auf die Bildschirmtastatur zu haben. Das Options-Menü hat übrigens den Zurück-Button oben links als kleines Icon, was ich zunächst vergeblich gesucht habe und auch nicht sehr intuitiv fand.
Im weiteren Spielverlauf stieß ich noch auf ein paar weitere Einschränkungen bei ausschließlicher Maussteuerung. Um die Perspektive der Kamera zu ändern (also den Winkel), muss das Mausrad gedrückt und gehalten werden. Ich hatte bisher erst eine Maus, wo ich diese Taste überhaupt drücken konnte, ansonsten geht sie meistens zu schwer, insbesondere wenn sich dabei auch noch das Rad dreht. Die nicht-bedienbare Mausrad-Taste bedeute für mich auch, dass ich meine Gebäude und sonstigen Objekte nicht drehen konnte. Das ist auch wieder so ein Fall von „Mein persönlicher Schwierigkeitsgrad ist durch Barrieren bereits erhöht“. Das Spiel ist dadurch nicht unmöglich, aber es macht schon Sinn, die Objekte drehen zu können, um den verfügbaren Platz besser ausnutzen zu können.
Während der Story gibt es auch noch optionale Aufgaben. Ein Aufgaben-Typ ist der Foto-Modus. Die Ausrichtung der Fotokamera war für mich gar nicht möglich, da eine Kombination aus Pfeiltasten und Mausbewegung benötigt wird. Ich konnte jedoch nicht die Pfeiltasten auf der Bildschirmtastatur mit der Maus ansteuern, ohne dass sich dabei direkt die ganze Perspektive verschiebt. Die Aufgaben müssen nicht erfüllt werden, aber schade war es schon. Und es fühlte sich auch nicht gut an, weil der NPC mir unverblümt gesagt hat, enttäuscht von mir zu sein.