Kein Pardon – 03.01.2012, Düsseldorf

Ich könnte euch jetzt mit allerhand Wortwitzen erschlagen, aber das erspare ich euch, gut wie ich bin,  lieber mal…

Am Dienstag war ich im Düsseldorfer Capitol Theater und habe „Kein Pardon“ angesehen. Da ich noch nicht so recht wusste, was ich hier darüber schreiben soll, habe ich gerade – natürlich nur zu Recherchezwecken – auch noch den Film geguckt, den ich bis dahin gar nicht kannte.

Musical und Film sind sich sehr ähnlich. Ich kenne mittlerweile einige Stoffe, von denen es sowohl einen Film als auch ein Musical gibt, aber mir fällt keiner ein, bei dem beide Versionen so nah bei einander liegen. Wer den Film mag, wird das Musical mögen und wer das Musical mag, wird wie nun ich auch den Film mögen. Die meisten Dialoge und Witze aus dem Film wurden mit auf die Bühne genommen, worüber sich Liebhaber des Films ganz sicher freuen, außerdem wurde kaum etwas heraus  gekürzt oder umgeschrieben. Auch die Charaktere wurden überwiegend dem Film  entsprechend umgesetzt.

Mit Thomas Hohler stand am Dienstag jemand als Peter Schlönzke auf der Bühne, der ein ganz anderer Typ ist als Hape (oder Enrico de Pieri, welcher diese Rolle als Erstbesetzung spielt). Wenn ich den Film schon gekannt hätte, wäre es für Thomas wahrscheinlich schwieriger gewesen, mich von Anfang an zu überzeugen, so jedoch hat er mich ab der ersten Sekunden mitgenommen und ich fand ihn einfach toll. Er hat viele verschiedene Facetten gezeigt und ich habe wohl noch nie ein so geniales „Biene Maya“ gehört, naja, bis auf den Ton, den er daneben hauen muss. Ich bin froh, dass ich ihn jetzt schon als Peter gesehen habe, weil die Wahrscheinlichkeit auf Enrico höher ist und ich eh beide sehen wollte.
Im Regieteam saßen als Walter Tobias Bode, als Bertram Reinhard Brussmann und als Doris Susanna Panzner. Sie haben die Rollen nah am Film gespielt, bleiben jedoch in der Handlung mehr im Hintergrund und irgendwie blasser. Alle drei also eher nicht gerade dankbare Rollen, aber sie haben das beste daraus gemacht und waren super in dem, was sie zeigen durften. Im Gegensatz dazu durfte Heike Schmitz als Mama Schlönzke wirklich glänzen und war präsenter als die Mama im Film. Auch die Großeltern, Wolfgang Trepper und Verena Plangger, waren sehr lustig. Insgesamt eine liebenswerte Familie, die leider oftmals ziemlich peinlich auffällt.
Als Heinz Wäscher stand Gerhard Fehn auf der Bühne. Obwohl er richtig schön ekelhaft fies war, konnte ich später als er gefeuert wurde sogar ein wenig Mitleid für ihn aufbringen. Sehr gut gespielt und sogar noch etwas ekelhafter als im Film. Ein großer Teil der Komik kommt von Claudia Dilay Hauf als Käffchen-Karin. Sie war sehr quietschig und nervig, genau so wie es in dieser Rolle eben sein muss. Allerdings, auch wenn ich mich über das Lied für sie sehr gefreut habe, habe ich den Sinn von ihrem Käffchen-Song nicht verstanden. Alle anderen Lieder im Musical fand ich nachvollziehbarer. Sehr lustig war auch Julian Button in seinen Rollen, aber besonders als Warmupper. Er hat den ganzen Saal mitgerissen und zu fast allem animieren können.
Roberta Valentini spielt eine tolle Ulla. Sie darf mit zwei Songs die Bühne rocken, was sie phantastisch macht und was wirklich gut zu ihr passt. Der Charakter Ulla wurde im Vergleich zum Film am meisten verändert. Im Film ist Ulla eher eine alternative Esoterikerin, im Musical bedient sie mehr die Rockerin. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich die rockige Ulla als erste kennen gelernt habe, aber diese gefällt mir besser als die esoterische. Außerdem bleibt Ulla im Musical eine Nebenfigur und entwickelt eine kumpelhafte Beziehung zu Peter, aber auch das gefällt mir besser als die Entwicklung im Film.

„Kein Pardon“ ist ganz klar ein Spaß-Musical, aber die mag ich ja meistens besonders gerne. So auch in diesem Fall. Es hat mir sehr gut gefallen und ich hatte viel Spaß. Ich freu mich schon auf das nächste Mal, das es ganz bestimmt geben wird, denn …

Witzigkeit kennt keine Grenzen!

5 Gedanken zu „Kein Pardon – 03.01.2012, Düsseldorf“

  1. hey melly,

    schön mal was davon zu lesen^^ bisher konnte ich mir das musical so gar nicht vorstellen (auch wenn ich den film kenne). ich hatte eigentlich gehofft, dass man vom film abweicht, aber okaaaay… dann eben 80er jahre humor… hm… guck ichs, oder guck ichs nicht? ich bin mir da echt noch nicht so sicher! aber deine positive kritik lässt mich zumindest drüber nachdenken *g*

    lg 🙂

  2. Gestern waren halt malwieder eine meiner zahlreichen Berlin/HiHo-„Freunde“ dort und haben dann halt Bilder bei Facebook gespostet. So auch ein Bild mit Chris.. das fand ich dann irgendwie ganz besonders schlimm :/ Manno.. wenn ich nichtmal diese Zeit überstehe, wie soll es dann gehen, wenn das mal ganz vorbei ist?! Kann ich mir gar nicht vorstellen und muss da auch immer an euch denken & kann mittlerweile echt ziemlich gut verstehen, dass wir immer nur S.. schreiben dürfen 😉
    Und ich reg mich halt immer noch zusätzlich auf, weil wenn die Berlinale nicht wäre, dann würde ich mich sicher über Karneval schonwieder auf den Weg machen D:
    Nuja.. ich pack das schon. So im Verlauf der nächsten Monate (hey, es sind immerhin schon nur noch zwei Monate) habe ich bestimmt auch wieder irgendeine andere Sucht, die dann erstmal vorrangig ist, sodass es dann irgendwann nur noch zwei Wochen sind und die Vorfreude einfach überwiegt. Und dann ist auch irgendwie alles egal, weil enwteder wird Serkan spielen oder Chris und ich meine, darauf MUSS man sich ja dann auch einfach freuen? Und Josie ist ja dann auch da und überhaupt.

    UND AUßERDEM HAST DU MICH SERKAN-SCHAF GENANNT! M A D E M Y D A Y ! ! !

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