Meine kleine Veranstaltungsstatistik 2013

Ich weiß, ich weiß, ich bin ein kleines bisschen spät dran, aber besser spät als gar nicht. Nicht wahr? So stimmt die Statistik wenigstens, weil keine spontanen und überraschenden Besuche mehr hinzugekommen sind. Ich will euch auch gar nicht mit viel mehr Vorgeplänkel langweilen und lieber direkt die Fakten präsentieren.

Mein Veranstaltungstyp-Kuchen sah 2013 so aus:

Veranstaltungen 2013Das macht 22 Veranstaltungen in zwölf Monaten. Das sind 1,83 Veranstaltungen im Monat oder 0,42 pro Woche. Im Vergleich zum letzten Jahr verzeichne ich somit einen Rückgang um 62,07 %. Für die sonstigen Veranstaltungen bedeutet dies -50 %, für Konzerte -61,11 und für Musicals -63,89 %. Ehrlich gesagt, das ist nicht so viel wie ich insgesamt erwartet hatte. Als ich die einzelnen Termine aufgeschrieben habe, war ich positiv überrascht, wie viel schlussendlich doch zusammengekommen ist.

Auf die Monate gesehen verteilen sich die Veranstaltungen so:

Veranstaltungen 2013 je MonatEs gab tatsächlich doch nur zwei Monate ohne Veranstaltung und diese hängen nicht einmal zusammen. Es war zwar das ganze Jahr über nicht so, dass mir etwas gefehlt hätte oder ich dieses „Ich muss unbedingt mal wieder ins Musical“-Gefühl hatte, dennoch hat es sich rückblickend so angefühlt, als wären mehr „Veranstaltungslöcher“ da gewesen. So hilft der Jahresrückblick auch dabei, mir nochmal alle Veranstaltungen bewusst zu machen.

Alle Veranstaltungen im Detail:

Januar
07.01 Modays Night, Lars Redlich

Februar
09.02. Kino, Les Misérables

März
02.03. SnoWhite

April
06.04. Rocky Horror Show
20.04. Hairspray
26.04. WDR Rundfunk-Orchester plays Pop feat. Serkan Kaya und Judith Lefeber
27.04. Frühlings Erwachen

Mai
07.05. Hinterm Horizont
29.05. We Will Rock You Band-Night

Juni
03.06. Mondays Night, Kerstin Ibald
16.06. Nonnstop

Juli
20.07. Sommernacht

August
04.08. Scott Alan LIVE
23.08. Der Graf von Monte Christo
24.08. Der Schuh des Manitu
30.08. Kolpings Traum

Oktober
11.10. Carl van Wegberg in Concert
26.10. Nonnstop

November
02.11. Nonnstop
19.11. Gefährten
20.11. Hinterm Horizont
23.11. Jesus Christ Superstar

Und hier geht’s zur Statistik von 2012.

Les Misérables – Der Film

Ich habe schon so lange nicht mehr über etwas musicalmäßiges oder gar einen Film geschrieben, ich weiß gar nicht, ob ich das noch kann. Also dann mal los:

Als ich in den Kino-Saal kam, war ich überrascht, wie viele Leute da waren. Es waren schätzungsweise 70 – 80 Leute, was ich für einen Musical-Film sehr beachtlich finde, wenn man dann auch noch bedenkt, dass es Samstag am Karnevals-Wochenende und ein Kino im Rheinland waren. Gestern gab es in 120 Kinos in Deutschland und Österreich ein Premieren-Event zu Les Misérables, bei dem erst eine Live-Schaltung vom Roten Teppich der Berlinale und im Anschluss der Film gezeigt wurden. Den Roten Teppich hätte ich persönlich nicht gebraucht, aber es gab doch ein paar interessante Infos und Hugh Jackman und Anne Hathaway haben einen sehr sympathischen Eindruck hinterlassen. Dieses Vorgeplänkel war also ganz gut gemacht und wurde nicht langweilig.

Dann ging der Film endlich los und er war so gut! Ich muss dazu sagen, dass ich LesMis bisher nicht live gesehen habe und die Musik mich noch nicht ganz gepackt hatte. Mit den ersten Trailern zum Film stiegen jedoch Interesse und Vorfreude im gleichen Maß stark an. Mittlerweile liebe ich sogar schon einige Lieder aus LesMis und frage mich, wie ich sie all die Jahre übergehen konnte. Aber zurück zum Film: Bedingt durch die Verfilmung von Mamma Mia! war ich doch etwas skeptisch, was so eine Star-Besetzung angeht und hätte mir lieber in allen Hauptrollen „echte“ Musicaldarsteller gewünscht. Im Gegensatz zu Mamma Mia! gab es bei LesMis aber keinen Totalausfall zu beklagen und alle sangen befriedigend bis sehr gut. Am schlechtesten hat dabei wohl Russell Crowe als Javert abgeschnitten, was bereits am Roten Teppich angesprochen wurde, da er häufig nur Sprechgesang erklingen ließ. Für mich war das nicht weiter tragisch und sein Spiel hat dieses Manko wett gemacht. Bei Hugh Jackman als Jean Valjean sah das ganze dann schon anders aus. Es gab zwar auch die ein oder andere Stelle, die stimmlich etwas mehr Power hätte vertragen können, aber insgesamt war das eine saubere Leistung und vor allem schauspielerisch überragend. Anne Hathaways I dreamed a dream in der Rolle der Fantine wurde im Vorfeld von einigen zerissen, da sie es eher zerbrechlich singt und nicht so kraftvoll heraus beltet, wie man es von diesem Stück gewohnt ist. Mir hatte schon im Trailer ihre Version sehr gut gefallen, aber im Gesamtkontext des Films fand ich es noch passender. Überhaupt hat sie eine sehr gute Darstellung abgeliefert, mit der sie alle Auszeichnungen, die sie bekommen hat und bekommen kann, mehr als verdient. Wer auch unbedingt ausgezeichnet werden sollte, ist Eddie Redmayne als Marius, auch wenn immer mindestens der ganze Kopf beim Singen mit Vibrato gewackelt hat, was ich zwischendurch doch etwas witzig fand. Davon abgesehen hat er aber sehr überzeugend gespielt und konnte vor allem auch gesanglich überzeugen. Amanda Seyfried als Cosette war niedlich und hat damit wohl ihren Job sehr gut erfüllt. Leider hat sie mir stimmlich nicht gut gefallen, da sie oft extrem piepsig war. Ich weiß nicht, in wie weit das die Partitur vorgibt oder sie nicht tiefer kommt. Wenn es für Amanda noch singbar gewesen wäre, hätte es meinen Ohren gut getan, die Vorlage etwas herunter zu transponieren. Über Aaron Tveit als Enjolras und Samantha Barks als Éponine muss ich nicht viel sagen, beide waren absolut überzeugend in Spiel und Gesang. Hier war die Broadway-/Westend-Erfahrung eben doch deutlich zu spüren. Für die großen Ensemble-Nummer wurde auf einige ehemalige und aktuelle Darsteller der LesMis-Produktionen zurück gegriffen. Kerry Ellis habe ich leider vergeblich gesucht, aber wenn ich noch einmal ins Kino gehe, nehme ich meine Brille mit und werde noch genauer auf die Leute bei Master of the house achten. Im Gegensatz dazu war es dann allerdings sehr leicht Andy Coxon zu finden, worüber ich mich ebenso gefreut habe.

Der Film ist wirklich gut gelungen. Ich mochte die vielen Nahaufnahmen, aber auch die Kamerafahrten nach oben heraus haben mir sehr gefallen, weil dadurch die großen Szenen deutlich an Schwung und Präsenz gewonnen haben. Ich möchte auch unbedingt lobend erwähnen, dass die Lieder nicht vorher im Studio eingesungen, sondern live am Set aufgenommen wurden. Damit hat man etwas Neues gewagt, dass sich aber sehr gelohnt hat. Das Geschehen bleibt dadurch authentischer. Nicht verstehen kann ich allerdings, dass man die paar gesprochenen Sätze für Deutschland synchronisiert hat. Teilweise handelte es sich nur um Halbsätze mitten im Lied, was mich dann sehr gestört hat, weil man durch die Sprachwechsel dann für einen Moment aus der Handlung heraus gerissen wurde. Ansonsten bin ich jedoch vollends zufrieden und freue mich schon, dass ich den Film nochmal gucken „muss“.

Meine kleine Veranstaltungsstatistik 2012

Die Welt ist also nicht untergegangen. Na, das ist doch ein guter Anlass, um vor der letzten Woche des Jahres 2012 meine Veranstaltungsstatistik zu veröffentlichen. Wie im letzten Jahr habe ich wieder einen Überblick über die Veranstaltungen pro Monat erstellt und eine Übersicht über die Verteilung von Musicals, Konzerten und sonstigen Veranstaltungen. Ebenso habe ich wie im letzten Jahr auch den noch anstehenden Silvester-Besuch schon mit eingerechnet.

Meine Veranstaltungen 2012 verteilen sich wie folgt:

Kreisdiagramm

Verglichen zum letzten Jahr habe ich damit den Schnitt von 4 „sonstigen Veranstaltungen“ gehalten. Bei Konzertbesuchen habe ich ihn um 5,88 % gesteigert und bei Musicalbesuchen sogar  um sagenhafte 24,14 %. Wie ihr seht, habe ich in diesem Jahr genau doppelt so viele Musicals gesehen wie Konzerte und mit insgesamt 58 Veranstaltungen komme ich auf durchschnittlich 1,12 Veranstaltungen pro Woche.

Aufgeschlüsselt nach Veranstaltungen pro Monat sieht das ganze dann so aus:

BalkendiagrammInteressant finde ich hier, dass es im September und Oktober trotz Ausbildungsbeginn nochmal rauf ging. Aber ihr seht, den hohen Durchschnitt und Arbeiten habe ich nicht lange nebeneinander durchgehalten.

Und hier dann noch die Gesamtübersicht:

Januar
03.01. Kein Pardon
07.01. Full Monty
09.01. Mondays Night Roberta Valentini
20.01. Rocky Horror Show
26.01. Grease

Februar
03.02. Musical Highlights
04.02. King Kong
06.02. Mondays Night Maricel
10.02. Grease
11.02. Grease
12.02. Lars but not least
17.02. Elisabeth
18.02. Grease
25.02. Forum junger Künstler

März
10.03. Linie 1
30.03. Musical Rocks
31.03. Et Lisbeth

April
02.04. Mondays Night Enrico de Peri
05.04. Die Tagebücher von Adam und Eva
11.04. Kein Pardon
15.04. Company (Musical im Kino)
27.04. WDR Rundfunk Orchester plays Rock mit Serkan Kaya
29.04. Kein Pardon

Mai
05.05. Ein Mann geht durch die Wand
12.05. Musical Gala
24.05. Stanke ohne Strom

Juni
02.06. Hair, Wuppertal
17.06. Hair, Bonn
27.06. Rebecca

Juli
01.07. Die Tagebücher von Adam und Eva
06.07. ZERO
14.07. Marie Antoinette
19.07. Frankenstein (Theater im Kino)
20.07. Tanz der Vampire
21.07. Hinterm Horizont
25.07. Kein Pardon
27.07. Stanke ohne Strom
28.07. Sommernacht des Musicals

August
03.08.Rebecca
04.08. Rebecca
06.08. Mondays Night Vera Bolten
10.08. Hairspray

September
01.09. Nächster Stop New York
08.09. RENT
10.09. Musical & Mehr Part II
14.09. RENT
29.09. Musical Allstars

Oktober
01.10. Mondays Night Jana Stelley
03.10. Cats
06.10. Thrill me
07.10. Cats
20.10. Kein Pardon
27.10. Thrill me

November
03.11. Rebecca
09. – 11.11. Odenwald mit Filmdreh
29.11. Premiere „Untot in Deutschland“

Dezember
22.12. KATiELLis Christmas
* 31.12. Kein Pardon

Damit wäre zur Statistik für dieses Jahr alles gesagt und ich kann ein in vielerlei Hinsicht erfolgreiches 2012 abschließen. Ich wünsche euch schöne Feiertage, verbringt sie gemütlich im Kreise eurer Lieben, genießt das viele Essen und lasst euch nett beschenken! Mein Blog geht hiermit in die „Feiertagspause“ und wir lesen uns im nächsten Jahr wieder. Macht’s gut!

Es luden die Vampire zum Tanz

… denn Hinterm Horizont geht’s weiter

Langsam wird es zur Tradition, einmal im Sommer für ein paar Tage nach Berlin zu fahren. Dieses Mal haben wir fast die Reisegruppe vom letzten Jahr reaktiviert, nur die Assi war eine andere, aber ebenso unkompliziert. Es ging wieder in dieselbe niedliche Wohnung in Moabit und am Anreise-Tag gab es die traditionellen Nudeln mit Tomatensoße. Wie auch im letzten Jahr haben wir den ersten Abend gemütlich in der Wohnung ausklingen lassen und einfach nett zusammengesessen.

Am nächsten Tag ging es dann nach einem ausgedehnten, gemütlichen Frühstück in die Stadt und zum RitterSport-Laden. Berlin ohne einen Besuch im Schokoparadies ist nicht mehr möglich. In dem Laden war es sehr voll, weshalb der Aufenthalt dort einige Zeit in Anspruch genommen hat. Nachdem wir uns dort gut mit Schokolade eingedeckt hatten, ging es dann für Heike und mich zum Sony Center, erstmal im ALEX essen und dann später ins Kino.

So richtig wusste ich ja nicht, worauf ich mich da eingelassen hatte. Den Trailer hatte ich gesehen und fand ihn ganz interessant, aber darüber hinaus habe ich mich nicht weiter mit Frankenstein beschäftigt. Allein für das Kino hat es sich schon gelohnt, der Saal und die Leinwand waren so riesig, dass es nicht in Worte zu fassen ist. Als dann jedoch vorne eine aufstand und meinte „An alle Cumberbitches, Cumberbabes, steht mal auf!“ und dann DAS DA passiert ist, habe ich doch ein wenig Angst bekommen und mich fehl am Platz gefühlt. Aber die Mädels haben sich dann doch gut benommen und Frankenstein hat mich entschädigt. Alle Beteiligten haben sehr, sehr gut gespielt, das Bühnenbild war super und es war auch sehr gut gefilmt.

Dieses Jahr, wir haben ja dazu gelernt, hatten wir uns im Vorfeld für die Reichstagskuppel angemeldet, so dass wir am Freitagmittag hoch durften. Zuerst wurden wir (mehr oder weniger) gründlich kontrolliert und dann zum Aufzug gebracht. Das Wetter hat auch mitgespielt und wir konnten uns gut oben aufhalten und den Blick über Berlin genießen. Danach ging es, auch schon irgendwie traditionell, zur Oase an der Friedrichstraße, wo wir vor und nach dem Essen unseren Postkartenmarathon schrieben. Wie schon im letzten Jahr trennten sich dann unsere Wege und für Heike und mich ging es ins Theater des Westens.

Tanz der Vampire – 20.07.2012

Diese Show war für mich so etwas wie ein kleines Jubiläum, nicht von der Showanzahl her, aber ich habe vor fünf Jahren im selben Theater das erste Mal die Vampire tanzen sehen. Und mein erster Graf von Krolock war wie auch am Freitag Thomas Borchert. Er hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich mag seine Stimme total gerne und seine Ausstrahlung kam sogar im Hochparkett an, das schaffen nicht viele. Als sein Sohn Herbert stand Robert D. Marx auf der Bühne. Er hatte einige witzige Momente und hat mir besonders gesanglich gut gefallen, aber überragend fand ich ihn nicht. Amelie Dobler als Sarah und Linda Veenhuizen als Magda konnten mich rundum überzeugen. Ein Highlight war Veit Schäfermeier als Professor Abronsius. Er war sehr witzig und hat verdienten Szenenapplaus bekommen. Aber mein ganz persönliches Highlight war Michael Heller, der den Alfred spielte. Er gibt Alfred die perfekte Mischung aus Neugier, Tollpatschigkeit, Angst und Verliebtheit, so dass es eine Freude war, ihn auf der Bühne zu haben. Alle anderen Darsteller haben ihre Rollen sehr gut ausgefüllt. Meine Vampirpause hat mir gut getan und es war toll, das Stück mit einer so tollen Show mal wieder zu sehen.

Hinterm Horizont – 21.07.2012

Letztes Jahr fiel mein Urteil zu dieser Show ja eher mittelmäßigaus, dieses Mal (und jetzt höre ich schon Lea jubeln) hat sie mir deutlich besser gefallen. Ich würde immer noch nicht extra für HiHo nach Berlin fahren, aber wenn ich eh dort wäre, würde ich einen Besuch einplanen. Wie im letzten Jahr wurde Jessy von Josephin Busch gespielt, die wieder wahnsinnig gut war. Man merkt, dass sie die Rolle lebt und Spaß an dem hat, was sie auf der Bühne macht. Christopher Brose als Steve hat mir auch sehr gut gefallen. Schon in der ersten Szene war mir klar, dass in der Rolle viel mehr stecken kann als ich letztes Jahr gesehen habe. Er hat fantastisch gespielt und mich auch gesanglich beeindruckt. Mit Serkan Kaya als Udo war ich dafür nicht ganz so zufrieden. Er hat genial gesungen und vor allem die Wechsel zwischen „Jessys Udo“ und „Udo L.“ hat er deutlich ausgespielt, was mir sehr gut gefallen hat, aber im gesamten fand ich seinen Udo weniger sympathisch. Was mich auch sehr irritiert hat, dass seine Gestik an einigen Stellen total künstlich und aufgesetzt wirkte. Natürlich verdeutlichte unter anderem  das den Wechsel, den ich ja sehr gut fand, aber das war mir trotzdem eine Portion zu viel. Der Show insgesamt hat das aber keinen Abbruch getan. Sicherlich hat sie ein paar Längen und Schwächen, aber darüber trösteten mich tolle Musik und sehr gute Darsteller hinweg.

Zum Abschluss unserer Reise ging es dann noch lecker Waffeln essen in Kreuzberg bei WonderWaffel. Ich konnte leider nicht rein, habe mir aber das Foto von der Zutatenbar mitbringen lassen. Der Laden macht irre leckere Waffeln und man kann sich alle Zutaten als Füllung aussuchen, die das Herz begehrt – und darüber hinaus. Das ganze dann auch noch zu einem super Preis, wir waren sehr begeistert!

Es war wieder eine sehr schöne Zeit in Berlin. Heike, Lea, egal was nächsten Sommer läuft, wir müssen wieder zusammen in Urlaub fahren!

„Inklusion – Gemeinsam anders“ ein Film in der ARD

Gestern Abend lief in der ARD der Film Inklusion – Gemeinsam anders. ARD… das ist doch eine von den Sendern mit Bildungsauftrag, oder? Ja, genau das ist sie.  Und genau deshalb hatte ich gehofft, einen guten Film über das Thema Inklusion zu sehen. Mein Optimismus wurde bitter enttäuscht. Ich wüsste zu gerne, wie die „Vertreter aus dem Kreis der Menschen mit Behinderung“ des Rundfunkrats zu diesem Film stehen.

Für mich fing der Ärger nämlich schon damit an, dass ich in den ersten Minuten schon merkte, dass die beiden Schüler mit Behinderung von nicht-behinderten Schauspielern dargestellt wurden. Das war wohl schon im Vorfeld bekannt, ich hatte mich jedoch nicht weiter über den Film informiert, da ich ihn ohne Erwartungen oder Vorurteile ansehen wollte. Für mich ist es immer wieder unverständlich, warum man in Filmen oder Serien keine echten Menschen mit Behinderung vor die Kamera stellt, ich bin mir sicher, dass es unter ihnen schauspielerische Talente gibt. In einem Interview habe ich gelesen, dass ein entsprechendes Casting zu teuer gewesen wäre und zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte. Nun, ich denke, wenn man häufiger Schauspieler mit Behinderung einsetzen würde, hätte man eine gut geführte Kartei, in der man schnell und ohne großen Mehraufwand passende Personen für einen Film finden würde, es müsste nur mal jemand anfangen.

Leider konnte der Film für mich auch inhaltlich dieses Manko nicht wett machen. Die Rollstuhlfahrerin Steffi wurde durch und durch unsympathisch gezeichnet und bediente viele Vorurteile. Sie war natürlich total frustriert von ihrer Behinderung und hat diesen Frust an ihrer gesamten Umgebung ausgelassen. Nachdem sie dann ihren Lehrer überredet, mit ihr Physiotherapie zu machen, freundet sie sich mit den Mitschülern an. Den Moment, wo sie ihre Wesensänderung durchmacht, habe ich irgendwie verpasst, ich habe nicht verstanden, warum die Mitschüler dieser Zicke noch eine Chance geben, wo ihre Bemühungen, sich mit Steffi anzufreunden, vorher immer im Keim erstickt wurden. Über die Darstellung ihrer Spastik kann ich nicht viel sagen, nur dass sie am Ende der Schulaufführung mal eben aufstehen konnte, war reichlich unrealistisch. Auch der geistigbehinderte Paul wurde mit Klischees beladen. Eigentlich ist er ein sehr sympathischer, sozialer Junge, aber wenn er gereizt wird, reagiert er schnell mit Brutalität. Seine Mutter benutzt ihn als Haushaltshilfe, während sie sich, unter dem Vorwand immer zu zur Arbeit zu müssen, mit ihrem Lover trifft.

Über die Inklusion hat dieser Film in meinen Augen ein ziemlich schlechtes Bild vermittelt. Die positiven Auswirkungen, die Inklusion auf die Schüler und somit auf die Gesellschaft haben kann, wurden fast gar nicht heraus gearbeitet. Stattdessen wurde ein Problem nach dem anderen thematisiert. Natürlich stimmt es, dass man Inklusion nicht mit der Brechstange von heute auf morgen umsetzen kann und ganz sicher wird Inklusion einen Haufen Geld kosten, allein schon, um die Schulen barrierefrei auszubauen. Das sollte aber doch kein Grund sein, sie für nahezu unmöglich zu erklären wie ich es bei diesem Film wahrgenommen habe. Ich denke, dieser Einsatz würde sich langfristig aufwiegen, denn wenn Menschen mit Behinderung erstmal in den Regelschulen angekommen sind und so Berührungsängsten und Vorurteilen schon im Kindesalter entgegen gewirkt wird, ist der Schritt auf den Arbeitsmarkt nicht mehr ganz so weit, womit dann wiederum mehr Steuerzahler da wären, um die Kosten für gelungene Inklusion aufzufangen.

Kein Pardon – 03.01.2012, Düsseldorf

Ich könnte euch jetzt mit allerhand Wortwitzen erschlagen, aber das erspare ich euch, gut wie ich bin,  lieber mal…

Am Dienstag war ich im Düsseldorfer Capitol Theater und habe „Kein Pardon“ angesehen. Da ich noch nicht so recht wusste, was ich hier darüber schreiben soll, habe ich gerade – natürlich nur zu Recherchezwecken – auch noch den Film geguckt, den ich bis dahin gar nicht kannte.

Musical und Film sind sich sehr ähnlich. Ich kenne mittlerweile einige Stoffe, von denen es sowohl einen Film als auch ein Musical gibt, aber mir fällt keiner ein, bei dem beide Versionen so nah bei einander liegen. Wer den Film mag, wird das Musical mögen und wer das Musical mag, wird wie nun ich auch den Film mögen. Die meisten Dialoge und Witze aus dem Film wurden mit auf die Bühne genommen, worüber sich Liebhaber des Films ganz sicher freuen, außerdem wurde kaum etwas heraus  gekürzt oder umgeschrieben. Auch die Charaktere wurden überwiegend dem Film  entsprechend umgesetzt.

Mit Thomas Hohler stand am Dienstag jemand als Peter Schlönzke auf der Bühne, der ein ganz anderer Typ ist als Hape (oder Enrico de Pieri, welcher diese Rolle als Erstbesetzung spielt). Wenn ich den Film schon gekannt hätte, wäre es für Thomas wahrscheinlich schwieriger gewesen, mich von Anfang an zu überzeugen, so jedoch hat er mich ab der ersten Sekunden mitgenommen und ich fand ihn einfach toll. Er hat viele verschiedene Facetten gezeigt und ich habe wohl noch nie ein so geniales „Biene Maya“ gehört, naja, bis auf den Ton, den er daneben hauen muss. Ich bin froh, dass ich ihn jetzt schon als Peter gesehen habe, weil die Wahrscheinlichkeit auf Enrico höher ist und ich eh beide sehen wollte.
Im Regieteam saßen als Walter Tobias Bode, als Bertram Reinhard Brussmann und als Doris Susanna Panzner. Sie haben die Rollen nah am Film gespielt, bleiben jedoch in der Handlung mehr im Hintergrund und irgendwie blasser. Alle drei also eher nicht gerade dankbare Rollen, aber sie haben das beste daraus gemacht und waren super in dem, was sie zeigen durften. Im Gegensatz dazu durfte Heike Schmitz als Mama Schlönzke wirklich glänzen und war präsenter als die Mama im Film. Auch die Großeltern, Wolfgang Trepper und Verena Plangger, waren sehr lustig. Insgesamt eine liebenswerte Familie, die leider oftmals ziemlich peinlich auffällt.
Als Heinz Wäscher stand Gerhard Fehn auf der Bühne. Obwohl er richtig schön ekelhaft fies war, konnte ich später als er gefeuert wurde sogar ein wenig Mitleid für ihn aufbringen. Sehr gut gespielt und sogar noch etwas ekelhafter als im Film. Ein großer Teil der Komik kommt von Claudia Dilay Hauf als Käffchen-Karin. Sie war sehr quietschig und nervig, genau so wie es in dieser Rolle eben sein muss. Allerdings, auch wenn ich mich über das Lied für sie sehr gefreut habe, habe ich den Sinn von ihrem Käffchen-Song nicht verstanden. Alle anderen Lieder im Musical fand ich nachvollziehbarer. Sehr lustig war auch Julian Button in seinen Rollen, aber besonders als Warmupper. Er hat den ganzen Saal mitgerissen und zu fast allem animieren können.
Roberta Valentini spielt eine tolle Ulla. Sie darf mit zwei Songs die Bühne rocken, was sie phantastisch macht und was wirklich gut zu ihr passt. Der Charakter Ulla wurde im Vergleich zum Film am meisten verändert. Im Film ist Ulla eher eine alternative Esoterikerin, im Musical bedient sie mehr die Rockerin. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich die rockige Ulla als erste kennen gelernt habe, aber diese gefällt mir besser als die esoterische. Außerdem bleibt Ulla im Musical eine Nebenfigur und entwickelt eine kumpelhafte Beziehung zu Peter, aber auch das gefällt mir besser als die Entwicklung im Film.

„Kein Pardon“ ist ganz klar ein Spaß-Musical, aber die mag ich ja meistens besonders gerne. So auch in diesem Fall. Es hat mir sehr gut gefallen und ich hatte viel Spaß. Ich freu mich schon auf das nächste Mal, das es ganz bestimmt geben wird, denn …

Witzigkeit kennt keine Grenzen!

Mal wieder etwas von allem

Ich muss wieder mehrere Dinge zusammenfassen, sonst wird das wieder gar nichts. Es geht mir oft so, dass ich über irgendwas bloggen möchte, aber dann fallen mir in dem Moment nur so 3-4 Sätze ein und dann denke ich, das lohnt sich gar nicht und lasse es. Aber je länger ich warte, desto verschwommener wird natürlich das Ereignis. Naja…

Wicked – 13.02.2011

Eigentlich sollte das der Sonntag werden, an dem wir Willemijn aus der deutschen Elphie verabschieden wollten. Aber „eigentlich“ ist ein gemeines Wort und wie man plant und denkt, so kommt es nie. Elphaba wurde von Melanie Gebhard gespielt. Sie hat mich ein wenig enttäuscht. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich traurig war, nicht Willemijn verabschieden zu können (wie ich da noch dachte) oder ob sie wirklich schwächer war, als ich sie in Erinnerung hatte. Jedenfalls konnte sie an den guten Eindruck, den ich von ihr hatte, nicht anknüpfen. Zur Überraschung hatte ich doch tatsächlich mal Anton Zetterholm als Fiyero, ja, es gibt ihn wirklich. Aber auch er konnte mich nicht richtig überzeugen. Es gab Stellen, da war er richtig gut, und dann wieder so überhaupt nicht. Zwischendurch war überhaupt kein Schauspiel erkennbar, seine vermittelten Emotionen wirkten fehl am Platz. Insgesamt hat mich die Vorstellung ziemlich kalt gelassen. Einzig ein „neues Gesicht“ hat sie mir wieder interessant machen können. Theano Makariou als Nessarose. Es gibt Darsteller, da merkt man schon im ersten Moment „Ja, er/sie wird mein neuer Liebling in der Rolle.“ und Theano ist eine davon. Ich habe Janines Nessa wirklich sehr gern, aber bei Theano ist dieses Tüpfelchen auf dem i. Sie war erst eine richtig süße Nessa und ich dachte schon, dass die Wandlung zur bösen Hexe des Ostens vielleicht schwierig wird, aber sie hat es super gut gemeistert!

BACKSTAGE Geheimkonzert – 15.02.2011

Ich liebe die Konzerte im LUKAS. Die Location hat ganz viel Charme und ist super heimelig, man fühlt sich dort einfach wohl. Dazu kommt, dass Philippe Ducloux ein super Veranstalter ist. Er ist um jeden der Gäste bemüht und versucht, dass alle glücklich sind und einen schönen Abend genießen können. Auch wenn ich es bestimmt schon mal an anderer Stelle erwähnt habe, Philippe ist auch auf der Bühne großartig. Er ist ein ganz toller Sänger mit Entertainer Qualitäten. Dass Philippe auftreten würde, war klar, komme ich nun zu den geheimen Gästen. Kristin Hölck gehört im LUKAS auch schon mehr oder weniger zu den altbekannten Gesichtern. Ich liebe sie für ihre Stimme! Sie hat diese Stimmfarbe, die ich total gerne mag, sie hat Witz und Power. Die Überraschung des Abends war wohl Stefan Stara. Bei der/dem angekündigten WickedlerIn hätte ich ja mit jemanden aus der aktuellen Oberhausen-Cast gerechnet, die sind ja quasi nebenan. Aber ich habe mich sehr, sehr, sehr über Stefan gefreut. Als er dann auch noch so unglaublich toll und niedlich verpeilt war, noch viel mehr. Und dann gab es noch zwei für mich völlig unbekannte Damen. Migena Gjata hat mich nicht sooo sehr begeistert. Sie war gut, keine Frage, aber ich mag diese klassische Art zu singen nicht so (außer bei Philippe). Ich mag halt Musical und nicht Oper. Dafür fand ich Susanna Mucha total süß! Sie hatte jetzt nicht die allerstärkste Stimme und hat mal ihren Einsatz verpasst, aber sie machte einfach einen mega sympathischen Eindruck und schön war ihre Stimme ja trotzdem.

Wicked – 20.02.2011

Ja, ähem… Da war es wieder, das Gedankenvirus. Die Woche vorher, als Willemijn spontan nicht spielte, sagte man uns, dass sie am 20. ihre letzte Show mit Valerie haben würde. Da fing es schon an, dass sich der Wunsch ausbreitete, aber um nicht wieder Pech zu haben, fiel die entgültige Entscheidung spontan aus. Aber sie getroffen zu haben, war gut! Denn was da an Besetzung war, ist fast meine Traumcast gewesen. Willemijn Verkaik für mich zum letzten Mal als deutsche Elphaba. Ich betone das so, weil ich sehr hoffe, sie in Scheveningen sehen zu können. Sie war unglaublich genial, das beste, was ich bisher von ihr gesehen habe! Ich mag sonst ihre erste Sprechszene nicht so, weil das immer so abgespult daher kam. Das passt zur Szene, ja, aber die Interpretation von den anderen gefällt mir besser. Jedenfalls war es bei der Vorstellung von Anfang an toll und ich mochte selbst diese sonst kritische Stelle. Man hat gemerkt, dass sie auf die letzten Tage nochmal alles und mehr raus lässt. Valerie Link als Glinda ist ein Traum. Ich weiß echt nicht, warum sie mir beim allerersten Mal nicht gefiel. Sie ist unglaublich toll in der Rolle! Ich sage ja immer, dass ich Joana gar nicht schlecht finde, aber an Valeries Niveau kommt sie nicht ran. Dass Petter Bjällö den Zauberer spielen würde, wussten wir auch schon im Voraus, was ein weiterer Pluspunkt für die Show war. Er war wieder großartig. Ich liebe seine Stimme und, auch wenn er ein sehr junger Zauberer ist, er spielt ihn super. Über Helena Blöcker als Madame Akaber habe ich mich auch gefreut. Bei ihr denkt man anfangs, dass Akaber wirklich eine nette Lehrerin ist und ihr das Wohl der Schüler am Herzen liegt. Später ist man dann genau so überrascht wie Elphaba, dass sie eigentlich so gemein ist. Und dann durfte ich nach langer Zeit nochmal Jonas Wahlin als Fiyero sehen. Er war gut und viel besser, als ich ihn in Erinnerung hatte. Er hat zwar eher Sprechgesang fabriziert, aber so hat er wenigstens keine Töne versaut. Und die Choreo beim Tanz durch die Welt sah sogar richtig gut aus. Insgesamt konnte man der Show den nahenden Abschied anmerken, und dass es für einige in dieser Kombination die letzte Show war. Es war sehr intensiv und emotionsgeladen.

Black Swan

Sowas ganz anderes. Und irgendwie auch nicht. Schließlich geht es um Theater bzw. Ballett. Der Film ist ziemlich psycho, aber manchmal mag ich das ganz gern. Black Swan hat mir auf jeden Fall super gefallen. Ich bin total beeindruckt, wie gut die Kombination Psychothriller-Tanzfilm funktioniert hat. Das hatte ich vorher nicht erwartet. Also mein Fazit bleibt „krank, aber guuut!“

Rock’n’Roll der 50er/60er – das mag ich!

Oh ja, ich habe mittlerweile wirklich einen sehr großen Faible für die 50ies und 60ies, besonders für die Musik. Wobei ich auch die Petticoat-Kleider total liebe, so eins (zwei, drei, vier…) hätte ich auch gerne. Das erste mal habe ich diese Vorliebe wohl durch die Musik vom Buddy-Musical wahrgenommen. Die gefiel mir auf Anhieb richtig gut und dann dachte ich „Ist zwar echt überhaupt nicht deine Zeit, aber die Hairspray-Musik liebst du ja auch.“ Klar, Hairspray wurde erst später geschrieben, musikalisch aber an die Richtung der Zeit angelehnt. Das war dann so ein Aha-Moment.

Vor ein paar Tagen bin ich durch die Tag-Funktion von WordPress auf eine Filmrezension über Cry-Baby gestoßen. Die Beschreibung hat mich sofort angelockt und ich habe mir den Film direkt bestellt. Er ist mit Johnny Depp, er ist von John Waters (dem wir Hairspray verdanken), er ist ein Filmmusical und er spielt in den 50ern, besser geht’s kaum!
Ich habe Cry-Baby dann am Freitag geguckt und ich bin wirklich begeistert. Er hat viele sehr schräge Momente, die ich total genial finde, weil sie teilweise echt nur abgedreht und surreal sind. Die Musik ist sehr gelungen, ich überlege gerade, mir den Soundtrack auch noch zuzulegen. Einziges Manko: Johnny singt nicht selbst. Aber die Schauspieler sind toll, toll, toll! Ich muss ja ganz ehrlich zugeben, Johnny hätte ich nicht erkannt. Aber die haben wirklich eine perfekte Cast zusammen gestellt, allen voran wohl Killerface, die mir am meisten in Erinnerung ist.

Eben habe ich mir dann den Film zu Grease angesehen, mit John Travolta und Olivia Newton-John. Ich habe den Film schon mal gesehen, aber das ist schon einige Jahre her und er war mir nicht mehr präsent, als ich im November dann zum ersten mal in dem Musical saß. Jetzt habe ich dann natürlich darauf geachtet, in wie weit sich der Film und die aktuelle Bühnenfassung unterscheiden. Teilweise geht das echt weit auseinander, auch was die Reihenfolge der Lieder betrifft. Der Film kann natürlich nicht mit einem Live-Erlebnis mithalten, welche Verfilmung kann das schon, aber er hat mir gut gefallen. Dennoch finde ich einige Sachen im Musical logischer, zum Beispiel dass Hopelessly Devoted erst später in der Handlung kommt. Auf der anderen Seite ist im Film Sandys Wandel nicht so abrupt und etwas nachvollziehbarer. So haben beide Versionen ihre Vorzüge und Daseinsberechtigung.

Jetzt muss ich demnächst mal wieder Hairspray gucken. Aber vielleicht dann die Ur-Version, wenn ich sie mir endlich anschaffe. Dann habe ich meinen Ausflug in die Vergangenheit fast komplettiert.

„Hand aufs Herz“

Eigentlich wollte ich schon nach der ersten Woche über Hand aufs Herz bloggen, aber irgendwie fehlten mir da noch die Worte und es hat sich einfach nicht ergeben. Mittlerweile habe ich also schon zwei Wochen tapfer durchgehalten und brav jede Folge geguckt. Mal „live“ um 18 Uhr auf Sat1, mal verspätet eine Aufnahme. Tja, und was soll ich nun sagen?

Sonderlich hohe Erwartungen hatte ich eh von Anfang an nicht, nur ein klein wenig Hoffnung, dass es vielleicht doch besser wird als gedacht. Als Sat1 bekannt machte, dass es eine neue Soap in Eigenproduktion heraus bringen würde, die sich durch viele Gesangs- und Tanzeinlagen von anderen Soaps abhebe, war mein erster Gedanke: „Aha, jetzt wird also Glee kopiert.“ Auch die ersten inhaltlichen Beschreibungen hörten sich noch sehr glee-mäßig an. Schulchor besteht aus den Loosern der Schule, Sportgruppe ist die Schulelite, Sportlehrerin will Chorlehrer(in) das Leben schwer machen etc. Aber es wird doch immer mehr Soap und immer weniger Glee.

Man merkt schon – und das ist ja irgendwie auch klar -, dass ich Hand aufs Herz nicht für sich betrachten konnte, sondern immer wieder mal Vergleiche zu Glee gezogen haben. Dabei kommt Hand aufs Herz leider nicht sonderlich gut weg. Einige Ideen, die bei Glee noch witzig waren und Charme hatten, wie etwa die Telefonkonferenz, wirken bei Hand aufs Herz für mich nur noch abgekupfert und einfallslos. Weiter steht bei Glee jede Folge unter einem Motto, mal mehr und mal weniger tiefgründig, so etwas fehlt mir bei Hand aufs Herz noch völlig. Da plätschert einfach nur eine belanglose Story vor sich hin.

Aber was mich wohl am allermeisten ärgert, ist, dass man als Musical-Fan unter dem Vorwand einer „Musical-Soap“ auf eine völlig falsche Fährte gelockt wird. Es wird nur ungefähr in jeder zweiten Folge ein Lied angesungen und in den bisherigen zehn Sendungen waren das erst drei verschiedene. Davon wiederholt sich Kiss from a Rose am meisten. Ich weiß, dass nicht nur ich das als langweilig und mittlerweile sogar nervig empfinde.

Da ich aber jemand bin, der gerne zweite und dritte Chancen vergibt, werde ich wohl trotzdem noch ein, zwei, drei Wochen dran bleiben und gucken, wie sich das so entwickelt. Dass es niemals den Suchtfaktor und den Charme von Glee erreichen wird, ist mir klar, aber vielleicht entwickelt es sich dennoch etwas zum positiven. Außerdem freue ich mich immer, wenn Köln gezeigt wird und ich die Plätze zuordnen kann. Und ich mag die Szenen mit Dennis Schigiol als Hotte und erwarte schon freudig das erste Auftreten von Lucy Scherer.

„Wie durch ein Wunder“

Am Montag war ich mal im Kino und nicht im Musical, sogar nicht mal in einem Musical-Film. Es war der Film Wie durch ein Wunder, der scheinbar erst am 7. Oktober anläuft, also habe ich wohl unbeabsichtigt eine Preview erwischt. Egal, der Film war nämlich toll und es macht gar nichts, ihn früher gesehen zu haben!

Charlie St. Cloud (Zac Efron) verliert bei einem Autounfall seinen kleinen Bruder Sam (Charlie Tahan), woran er sich selbst die Schuld gibt. Charlie konnte nach dem Unfall wiederbelebt werden und hat seitdem die Gabe, mit Toten zu kommunizieren, die noch auf einer Zwischenebene von Leben und Tod verweilen. Auf dieser Ebene befindet sich auch Sam noch, da er und Charlie sich jeden Abend zum Baseballspielen treffen.
Diese tägliche Verabredung hält Charlie über fünf Jahre ein und organisiert sein gesamtes Leben drum herum. Doch dann lernt er Tess (Amanda Crew) kennen, eine ehemalige Klassenkameradin, die ebenso gerne segelt, wer er selbst es vor dem Unfall tat. Durch sie gewinnt er langsam an Lebenslust zurück, gerät aber auch in einen schwierigen Zwiespalt, leben mit Tess oder weiter für seinen toten Bruder da sein. Als Tess nach einem Segelausflug vermisst gemeldet wird, muss Charlie sich entgültig entscheiden…

Ich hatte bei einem meiner letzten Kino-Besuche den Trailer zu Wie durch ein Wunder gesehen und fand ihn ganz interessant und ansprechend. Filme, wo es um diese Zwischen-Leben-und-Tod-Ebene geht, mag ich sehr gern, also hatte dieser schon Punkte bei mir. Letztendlich hätte ich nach dem Trailer mehr Schnulze erwartet als es dann wirklich war. Das finde ich aber ehrlich gesagt sehr gut, weil ich Schnulzen nämlich nicht so mag.
Bei Zac Efron haben einige von euch sicher leicht angeekelt aufgestöhnt. Aber er war gar nicht so schnulzig-schmalzig wie man ihn aus anderen Filmen kennt. Ich fand ihn gut und er sieht sogar erwachsen aus… Also wer durch ihn abgeschreckt wird, gebt ihm eine Chance, er kann was und vor allem der Film hat es verdient! Außerdem ist der kleine Charlie Tahan echt süß. Die Rolle des kleinen Bruders ist nämlich total niedlich und bringt einiges an Witz in den sonst eher traurigen Film.

Wenn ihr traurig-schöne Filme mögt, geht euch diesen Film ansehen!