„Moulin Rouge Story“ Schubring/Adenberg

„Komm ins Moulin Rouge“ fordert direkt der erste Track und wenn man dieser Einladung folgt, kann man knappe 1:30 Stunden in die Welt des wohl bekanntesten Pariser Varieté eintauchen. Die Kompositionen von Marc Schubring sind insbesondere bei den Shownummern sehr bildhaft, sodass es einem leicht fällt, sich die Tänze und das Geschehen auf der Bühne vorzustellen. Diese eingängige Musik lässt die CD zu einem Album werden, dass man gut auch mal nebenbei und gerne immer wieder hören kann, ohne sich vollständig darauf konzentrieren zu müssen.

Man sollte sich jedoch durchaus auch die Zeit nehmen, konzentriert hinzuhören, um den Texten von Wolfgang Adenberg die verdiente Wertschätzung entgegen zu bringen. Diese verdeutlichen das Auf und Ab im Leben der Protagonisten. Denn auf der einen Seite unterstützen sie die fröhliche Beschwingtheit der Musik, aber andererseits bilden sie oft auch einen schönen Kontrast und stellen die Dramatik in den Vordergrund. Durchweg jedoch sind sie stimmig gereimt und haben einen schönen Sprachfluss, was sie sehr gut singbar macht.

Für den Gesang haben sich die Kreativen mit Sabrina Weckerlin, Drew Sarich, Jan Ammann, Ethan Freeman und Adrian Becker namhafte Künstler ins Studio geholt, die ihre Sache ausgesprochen gut machen. Fans der genannten Darsteller werden mit jeweils mindestens einem Solo ihres Lieblings belohnt. Obwohl es eine Studioaufnahme ist, sind die Stücke nicht einfach nur eingesungen, sondern emotionsgeladen und leidenschaftlich interpretiert. Dadurch kann die bildhafte Musik den Zuhörer erst richtig ins Geschehen ziehen.

Ich bewerte dieses Album mit 4 von 5 Schafnasen. Es ist insgesamt wirklich ein gelungenes Album, dem für die fünfte Schafnase nur eine Kleinigkeit fehlt: obwohl einige Songs durchaus Ohrwurmcharakter bieten, hat sich bei mir keiner davon dauerhaft festgesetzt.