„Moulin Rouge Story“ Schubring/Adenberg

„Komm ins Moulin Rouge“ fordert direkt der erste Track und wenn man dieser Einladung folgt, kann man knappe 1:30 Stunden in die Welt des wohl bekanntesten Pariser Varieté eintauchen. Die Kompositionen von Marc Schubring sind insbesondere bei den Shownummern sehr bildhaft, sodass es einem leicht fällt, sich die Tänze und das Geschehen auf der Bühne vorzustellen. Diese eingängige Musik lässt die CD zu einem Album werden, dass man gut auch mal nebenbei und gerne immer wieder hören kann, ohne sich vollständig darauf konzentrieren zu müssen.

Man sollte sich jedoch durchaus auch die Zeit nehmen, konzentriert hinzuhören, um den Texten von Wolfgang Adenberg die verdiente Wertschätzung entgegen zu bringen. Diese verdeutlichen das Auf und Ab im Leben der Protagonisten. Denn auf der einen Seite unterstützen sie die fröhliche Beschwingtheit der Musik, aber andererseits bilden sie oft auch einen schönen Kontrast und stellen die Dramatik in den Vordergrund. Durchweg jedoch sind sie stimmig gereimt und haben einen schönen Sprachfluss, was sie sehr gut singbar macht.

Für den Gesang haben sich die Kreativen mit Sabrina Weckerlin, Drew Sarich, Jan Ammann, Ethan Freeman und Adrian Becker namhafte Künstler ins Studio geholt, die ihre Sache ausgesprochen gut machen. Fans der genannten Darsteller werden mit jeweils mindestens einem Solo ihres Lieblings belohnt. Obwohl es eine Studioaufnahme ist, sind die Stücke nicht einfach nur eingesungen, sondern emotionsgeladen und leidenschaftlich interpretiert. Dadurch kann die bildhafte Musik den Zuhörer erst richtig ins Geschehen ziehen.

Ich bewerte dieses Album mit 4 von 5 Schafnasen. Es ist insgesamt wirklich ein gelungenes Album, dem für die fünfte Schafnase nur eine Kleinigkeit fehlt: obwohl einige Songs durchaus Ohrwurmcharakter bieten, hat sich bei mir keiner davon dauerhaft festgesetzt.

Jekyll&Hyde in Remscheid und die Suche nach Bea

Jekyll&Hyde – 09.03.2011, Remscheid

Endlich! Diese Tour wollte ich unbedingt sehen, weil die Besetzung so genial ist. Zu allererst halte ich einen Termin in Hamm angesteuert und wollte meine Ma mitnehmen, jetzt bin ich aber ganz froh, dass sie nicht dabei war. Das wäre ihr viel zu brutal gewesen und akustisch hatte ich schon Probleme, da hätte sie wohl gar nicht folgen können. Der Gesang war teilweise echt schlecht zu verstehen, das war schade und auch ärgerlich.

Besonders Jekyll/Hyde Chris Goetten war schlecht verständlich, extrem wurde das in der Rolle des Hyde. Er hat mir sehr gut gefallen, das steht außer Frage. Aber er war nicht überragend und ganz sicher nicht die Entdeckung des Abends. Den Platz beansprucht Leah Delos Santos als Lisa für sich. Ihre Stimme liebe ich schon von CDs, aber live war sie noch viel genialer. Sie hat mit so viel Emotionen gesungen, unglaublich toll! Ich will sie wiedersehen, ganz oft! Gleiches gilt für Sabrina Weckerlin, die die Lucy spielte. Nur habe ich sie nicht neuentdeckt, sondern wusste schon, dass sie mir gefallen würde. Und ich wurde natürlich nicht enttäuscht.
Ansonsten muss ich noch unbedingt Anne-Mette Riis und Hakan T. Aslan erwähnen, die im Ensemble immer positiv aufgefallen sind. Trotz Erkältung und angebrochenen Rippen haben beide super Leistung gezeigt. Dafür gebührt echt Respekt, besonders für Hakan, der sich sichtlich schonend zurückhalten musste.

Was ist mit Bea?

In meinem letzten Beitrag habe ich ja von der mysteriösen Postkarte erzählt, die einen Hilferuf, SOS, darstellt. Abends nachdem ich meinen Beitrag geschrieben und mich gründlich in das ARG eingelesen hatte, fand in Hamburg eine Lesung von dem Professor statt, den Bea erwähnte. Einer der Mitspieler hat diese Lesung als Live-Stream ausgestrahlt, sodass alle daran teilhaben konnten. Heute hat das Kaninchen dann einen Mitschnitt verlinkt:

Das erhoffte Aha-Erlebnis stellte sich nach der Lesung allerdings nicht ein. Im Gegenteil, sie warf noch mehr Fragen auf. Wer war der Störenfried, der sich als abgesandter der Kirche betitelte? Was stand auf dem Zettel, den die Frau dem Professor gab und der ihn eindeutig aus der Ruhe brachte? Warum mag der Professor keine Angulas, wo Bea doch auf ihrer Karte schrieb, dass er diese so liebe?

Mit diesen neuen und den noch immer ungelösten alten Fragen, ging es dann erstmal ins Bett. Am nächsten Tag wurden dann alle weiteren Lesungen aus „gesundheitlichen Gründen“ abgesagt. Schnell machten wir uns so unsere Gedanken, ob dem Professor wohl etwas angetan wurde. Die Unterbrechungen der Lesung am Vortag ließen solche Schlüsse ja durchaus zu. Also beschlossen wir, ihn per Mail zu Kontaktieren, wodurch wir erfuhren, dass er nach der Lesung einen Unfall hatte. In seiner Mail war ein Skype-Name angegeben, schnell war klar, dass einige mit ihm skypen mussten, um detailliert mit ihm über Bea und die ganzen Fragen drumherum zu sprechen. Auch das wurde wieder gestreamt.

Dieses Gespräch hat vieles geklärt und lief sehr befriedigend ab. Wir wissen jetzt, dass der Professor einen Autounfall hatte. Defekte Bremsen, eine Manipulation des Autos sei laut Polizei nicht auszuschließen. Also bewegen wir uns auf ziemlich gefährlichen Terrain. Außerdem haben wir erfahren, dass auf dem verstörenden Zettel „Silentium Aureum“ (Schweigen ist Gold) stand, den selben Text erhielten Mitspieler per SMS. In den SMS stand auch noch „Ordo Dixit“, was uns der Professor mit „Der Orden hat gesprochen“ übersetzte. Wirklich weitergebracht haben uns diese Infos natürlich immer noch nicht, aber es gab noch einen Meilenstein. Wir kennen jetzt Beas Nachnamen. Dank ihres vollständigen Namens können wir uns nun auf ihrem Blog einloggen, welcher natürlich direkt wieder Fragen und Rätsel aufwirft. Es bleibt eben nachwievor sehr spannend!

Spontaneität, die sich lohnt

Am Freitagmittag war ich noch fest davon überzeugt, dass ich Wicked erst am 23. Oktober wiedersehen würde. Dann jedoch kam Heike online und hat mich gefragt, ob ich Samstag mit ihr zu Wicked gehen würde, Sabrina Weckerlin als Elphaba. An dieser Stelle passt wunderbar ein Zitat aus dem Film Inception:

Gedanken sind wie ein Virus oder ein Parasit. Wenn sie sich einmal im Kopf festgesetzt haben, entwickeln sie sich immer weiter.

Erst habe ich mich nämlich noch ein wenig gesträubt, aber der Gedanke daran, Sabrina in der Rolle sehen zu können, war einfach verlockend und wuchs zu einem großen Wunsch heran. Also hieß es Samstagmorgen auf nach Oberhausen.

Ich bin so wahnsinnig froh, diese Chance ergriffen zu haben! Danke nochmal, Heike, fürs Einpflanzen des Gedankens. Sabrina hat mir total gut gefallen. Ja gut, so zwei, drei Mal hat sie gesanglich vielleicht etwas übertrieben und zu sehr phrasiert, aber ansonsten mochte ich sie wirklich gern. Für den zweiten Akt kann sie noch etwas erwachsener werden, sie war schon gut, aber etwas älter dürfte sie gerne da noch wirken. Der erste Akt war dafür aber super süß und sehr niedlich gespielt, man könnte für die perfekte Elphie Sabrina den ersten und Roberta den zweiten Akt spielen lassen…
Und dann muss ich noch unbedingt erwähnen, dass mich Valerie Link total als Glinda überrascht hat. Letztes Mal mochte ich sie gar nicht so sehr, sie war in Ordnung, aber nicht überragend. Samstag hat sie mich dann aber total von sich überzeugen können. Sie hat sehr galindafiziert gespielt, war süß und genau passend quietschig. Ich mag sie jetzt sehr in der Rolle! Und ihre kleinen Pannen hat sie gut überspielt, bei dem Zauberstab zum Beispiel. Der ist ihr gegen die Zahnräder geflogen, als sie ihn nach hinten warf, dann wollte sie ihn aufheben, dabei ist sie fast umgekippt und sie meinte dazu dann „Ups, naja… hihi“.

So, aber jetzt gibt es Wicked aber wirklich erst wieder im Oktober für mich, komme, wer wolle!