Abschied von Grease – 09.02.2011

Also erstmal: Es ist tatsächlich schon mehr als ein Monat vom neuen Jahr rum, warum schreibt sich 2011 noch so ungewohnt??

Auf diesen Mittwoch freute ich mich schon seit wir die Plätze reserviert hatten. Eine Mail ließ diese Vorfreude dann nochmal um 150% ansteigen. Es sollte doch wirklich zu unserer letzten Show noch geschehen, dass Michael Heller Danny spielen würde. Genial! So am Rumhibbeln habe ich dann am Montag Heikes Idee umgesetzt und schwarze und weiße Notenschlüssel- und Notenkekse als Abschiedsgeschenke gebacken.

Ja, sie sind so lecker wie sie aussehen. Und meine Wohnung hat ganz himmlisch geduftet, besonders bei den schokoladigen Keksen.

Mit gepackten Kekstütchen und einer neuen Ladung Schoko-Käfer (man sollte immer Essen dabei haben, wenn man Darsteller trifft) ging es dann gestern zum Capitol Theater. Nachdem wir unsere Karten kauften, führte der Weg ziemlich direkt zum Souvenierstand, um auf die Besetzungsliste zu schauen. Doch es gab keine. Unsere Lieblingssaalwache meinte später, dass Lars den Danny spielen würde, was uns ein wenig wunderte, da mir ja eine andere Info gegeben wurde.

Als sich dann Danny auf der Bühne zeigte, war die Verwunderung noch größer, denn dieser war Riccardo Greco. Ich habe mich sehr über Riccardo gefreut, obwohl ich ja mit jemand anderem gerechnet hatte. Aber so ist der Abschluss auch irgendwie rund, zwei mal Lars, zwei mal Riccardo. Und Riccardo war wieder toooll, toll, toll! Er ist ein ganz toller Danny und spielt alle Facetten wunderbar aus.
Da er nicht Danny war, spielte Michael Heller wie üblich den Doody. Ich war einfach nur glücklich, dass ich ihn überhaupt nochmal bei Grease auf der Bühne hatte, da war überhaupt kein Platz, um über den kurzfristigen Besetzungswechsel enttäuscht zu sein. Im Endeffekt bin ich sogar froh, da ich eh schon zwei Dannys gleich doll mag, dass ich jetzt nicht noch einen dritten kennen lernen „musste“. Michael IST einfach Doody und das Bild kann ich mir jetzt ungestört bewahren.
Auch sehr glücklich gemacht hat mich, dass Karen Selig Sandy spielte und so Yara Hassan die Marty übernahm. Karen gefällt mir als Sandy um einen Hauch besser als Sanne. Mir liegt ihre Stimme mehr, sie klingt etwas angenehmer und wärmer, allerdings nicht bei ihrer Marty. Außerdem wirkt ihr Spiel weniger gekünstelt. Yara ist für mich jedes mal ein Überraschungspaket. Bei der Premiere hat sie mir den Kopf leer getanzt und jetzt kann sie auch noch super singen. Man sagt doch eigentlich, dass Tänzer nicht so gute Sänger sind und umgekehrt. Also bei Yara trifft das nicht zu. Ich liebe ihren Gesang!
Erwähnte ich eigentlich schon große Verwunderung, was die Besetzung betrifft? Ich fühle mich mittlerweile in meiner These bestätigt, dass die Cast vor der Show Zettelchen aus einer Losbox zieht und jeder dann erst erfährt, wen er spielt. Jedenfalls fiel schon vor der Show auf, dass Aaron nicht durchs Theater wuselte und Programme und CDs verkaufte. Beim ersten Auftritt der Jungs-Clique erklärte sich dann seine Abwesenheit, Aaron LeBlanc spielte Sonny. Er war gut und sehr witzig. Ich weiß nicht, ob ich wegen ihm jetzt mehr auf Sonny geachtet habe, aber irgendwie war mir diese Rolle nie so präsent vorgekommen wie gestern. Aaron hat auf jeden Fall viel Witz beigesteuert und was aus der Rolle gemacht. Leider konnte man ihn nicht immer verstehen, am Akzent sollte er noch etwas arbeiten.
Auf mehr werde ich jetzt nicht im Detail eingehen. Es war eine wundervolle – für mich letzte – Grease-Vorstellung und jeder einzelne auf (und hinter, das muss man auch mal erwähnen!) der Bühne hat zu diesem gelungenen Abend beigetragen. Vielen Dank euch allen!

Nach der Show haben wir dann noch die kleinen Leckereien verteilt. Damit haben wir für glückliche Gesichter gesorgt, was wiederum uns noch glücklicher machte. Grease in Düsseldorf war eine tolle, viel zu kurze Zeit und jetzt habe ich ein weiteres Stück, um das ich trauern werde.

Von diesem und jenem

Ich war die letzten Tage wieder so ein bisschen unterwegs und bevor ich gar nichts darüber schreibe (was immer passiert, wenn ich es nicht sofort anpacke – wie etwa letzte Woche), fasse ich jetzt alles in einem kleinen Eintrag zusammen.

Angefangen hat es am 20.01. mit Holiday on Ice in der Köln Arena. Ich mag Holiday on Ice. Eiskunstlauf finde ich einfach nur total faszinierend! Das ist wie tanzen nur noch schwieriger. Meine Liebe fürs Tanzen entdecke ich ja gerade erst, aber Tanzen auf dem Eis hatte es mir schon immer angetan.

Am 21. ging es dann mal wieder zu Grease. Dass Riccardo Greco den Danny spielen würde, war klar, deshalb hatten wir den Termin gewählt. Aber dass fast nur Cover auf der Bühne stehen würden, konnte zu dem Zeitpunkt keiner ahnen. Zurück zu Riccardo: er ist ein ganz fantastischer Danny! Er hat jedes Detail ganz klasse ausgespielt. Er spielt anders als Lars, aber keinesfalls schlechter. Sandy wurde von Karen Selig gespielt und ich muss sagen, dass sie mir besser in der Rolle gefällt als Sanne. Ihr Spiel war überzeugender, aber vorallem singt sie die Höhen leichter und klingt nicht gepresst. Und dann hat es Yara Hassan mal wieder geschafft, mich zu überraschen. Sie war an dem Abend Marty. Sie hat die Rolle zwar etwas seltsam angelegt und sah vorallem mit der Perücke echt seltsam aus, aber ihr Gesaaang! Ich weiß noch, dass ich in meinem ersten Buddy-Bericht schrieb, Yara könnte eine tolle Stimme haben, man lässt sie nur nicht singen. Jetzt konnte sie es endlich zeigen. Die größte Überraschung war aber Matthias Bollwerk, der leider kurzfristig doch nur Vince spielte. Erst nachdem wir unsere Karten schon hatten, gab er bekannt, dass er Walk-In für Vince und Kennickie wird. Ich rechnete mir keine großen Chancen aus, ihn zu erwischen, da der Spontan-Besuch vor zwei Wochen leider wegen ausverkaufter Rolliplätze nicht klappte. Dann schrieb Riccardo jedoch, dass Matthias Freitag Kennickie spielen würde und ich war sehr gespannt und freute mich noch viel mehr auf die Show. Der Freude tat es dann auch keinen Abbruch, dass er dann „nur“ Vince spielte. Ich konnte ihn überhaupt auf der Bühne erleben und er war super toll!

Als krönenden Abschluss ging es dann am Samstag zu Willemijn Verkaiks so genanntem Abschiedskonzert. Das Konzert war echt super schön. Und Willemijn und Bart, ihr Mann, sind so witzig, die haben ganz viel rumgealbert. Also eigentlich mehr Bart, aber sie hat dann mitgemacht. Nachher hat sie sich dann neben den Ausgang gestellt und mit jedem gequatscht, so richtig mit viel Zeit und total nett. Jetzt freu ich mich, hoffentlich nochmal Wicked mit ihr zu sehen und sie sozusagen aus der deutschen Elphie zu verabschiedene.

So, und dann habe ich noch die Vorbereitungen für die Blog-Aktion getroffen. Ihr solltet alle eine Mail bekommen haben mit Position in der Teilnehmer-Liste und Adresse des Nachfolgers. Ich werde dann bald mal anfangen und danach das Buch auf die Reise schicken.

Grease – 18.11.2010, Düsseldorfer Premiere

Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen und überhaupt einen Bericht schreiben soll. Das letzte Mal, dass ich nach einer Show so ohne Worte war, war der 15. Januar letzten Jahres, glaube ich… Und wohin der geführt hat, wisst ihr ja alle.

Also ein Kurzbericht sähe so aus: Bunt, Spaß, Rock’n’Roll oder: Grease ist Buddy meets Hairspray. Etwas ausführlicher werde ich es aber jetzt noch versuchen. Nun, es war ja eine richtige Premiere mit Prominenz und Kameras und so, also haben wir uns so richtig in Schale geschmissen und das sah so aus:

So aufgehübscht ging es dann zum Bahnhof und mit der Bahn nach Düsseldorf. Den Weg von Bahnhof zum Theater kennen wir mittlerweile quasi im Schlaf, obwohl wir festgestellt haben, dass der letzte Besuch im Capitol schon sieben Monate zurück lag. So schnell vergeht die Zeit!

Mit einer halben Stunde Verspätung waren dann auch irgendwann alle Besucher (So was wie Kinderstube kennt diese Prominenz wohl nicht ^^) im Saal und die Show konnte anfangen. Und dann ging es Schlag auf Schlag und die Assoziationen gaben sich die Hand. Buddy, Hairspray, Buddy mit Hairspray, Jesus Christ Superstar und noch vereinzelt ein paar andere. Für die Hairsprayler und die von Buddy muss es schon komisch sein, jetzt Grease zu machen. Durch den Rahmen „Rock’n’Roll der 50ies“ ist eben vieles sehr ähnlich, aber dann gleichzeitig auch wieder anders.

Während der Show war ich total überfordert und wusste nicht, wo ich hingucken soll. Ich hatte noch nie schon bei der ersten Show so viele Leute, auf die ich achten wollte. Ich sag euch, das ist verdammt anstrengend und absolute Reizüberflutung!

Zur Show an sich lässt sich gar nicht viel mehr sagen. Grease möchte Spaß verbreiten und, bei flotterem Publikum, sicher auch zum Mitwippen und Mitklatschen animieren, aber keine tiefgründige Story vermitteln. Deshalb komme ich jetzt mal zu meinen absoluten Highlights:

Riccardo Greco mit Greased Lightning. Wow! Das war so ganz anders als alles, was ich bisher von ihm kannte, und, ehrlich gesagt, hätte ich ihm das gar nicht zugetraut. Aber er war richtig genial und hat eine super Stimmung verbreitet. Ich bin immer noch überrascht, wie viel Präsenz er ausgestrahlt hat. PEZZAAAZZZZ!
Und das Mega-Highlight, Yara Hassan als ChaCha. Was kann die Frau tanzen, der Wahnsinn! Ich kenne ein Video, wo sie auch so krass tanzt, aber in live war das einfach unglaublich. Mein Kopf war plötzlich total leer, ich konnte sie nur noch mit offenem Mund anstarren. So was habe ich noch nie erlebt.
Auch der Rest war echt super! Ich bin überrascht, dass mir sogar Sanne Buskermolen gefallen hat. Ich hatte mal ein recht unschönes Sarah-Erlebnis mit ihr, aber ich gebe ja gerne zweite Chancen und sie hat ihre gut genutzt. Michael Heller hat mit Doody die perfekte Rolle, er darf sich durch den Abend grinsen und ganz niedlich schüchtern sein. Das passt so wunderbar, deshalb kann ich ihn mir nur schlecht als Danny vorstellen. Vorallem wo jetzt Lars Redlich diese Rolle für mich geprägt hat. Er hat alle Facetten von Danny super ausgespielt, das schleimig-oberflächliche, aber auch das verliebte, und beim Tanz mit Yara hätte er mich auch umgehauen, wenn das nicht Yara schon vorher erledigt hätte.

Am Ende bleibt der Wunsch „Nochmal, nochmal, nochmal, nochmal, nochmal, …“