Hinterm Horizont rocken wir weiter

Ich habe leider das deutsche Intro nicht gefunden…Wer nen Link hat, her damit.

Ja, was verbindet die Schlümpfe mit Berlin? Lea ist schuld dran, dass dieses „Lalalalalala“ nun unser Motto-Lied für den Berlin-Trip wurde. Sie fing am ersten Abend in der süßen Ferienwohnung an, das zu summen und von da an begleitete uns diese Melodie eigentlich jeden Tag. Ansonsten ist am Anreise-Tag nicht sonderlich viel passiert, wir haben Nudeln mit Tomatensoße gekocht, was für mich voll das Gruppenfahrt-Feeling war, waren schnell einkaufen und haben dann einfach noch etwas zusammen gesessen.

Am nächsten Tag ging es dann erstmal Richtung Zentrum und auf Touri-Tour. Als erstes kauften wir gefühlte 200 Postkarten für die liebe Musical-Friends-Schafsherde und ein paar andere Leute. Dann wollten wir bei Mme Toussauds schon Tickets für den nächsten Tag besorgen, damit wir nicht ewig anstehen mussten. Dort erfuhren wir aber, dass ich und Begleitung eh an der Seite vorbei dürfen und unsere dritte im Bunde auch, wenn wir jemand netten erwischen. Also machten wir uns auf zum Brandenburger Tor, wo wir uns kurz mit Alina trafen, die zufällig auch in Berlin war. Eigentlich sollte der nächste Weg in die Reichstagskuppel führen, aber seit kurzem muss man sich dafür anmelden und die waren zu unserer Reisezeit schon komplett ausgebucht. Nachdem wir in einem Park dann unsere Urlaubspost erledigt hatten, ging es schon mal zum Sony Center in der Nähe vom Theater am Potsdamer Platz, wo wir noch gemütlich Zeit hatten, um was zu essen.

Dann ging es ins Theater, um Hinterm Horizont zu gucken. Schon ein paar Tage vorher war klar, dass Serkan an diesem Abend nicht spielen würde. Patrick Stamme stand als Irrer auf der Bühne. Er war ein sehr geniales Udo-Double, ich kann ihn mir auch in der Hauptrolle sehr gut vorstellen. Den Udo spielte Michael Eisenburger. Ich habe mich verliiiebt, er hat einen total sympathischen, liebenswerten Udo gegeben. Ich kann nachvollziehen, dass sich Jessy, gespielt von Josephin Busch, in ihn verguckt hat. Josephin war eh auch eins der Highlights. Und Christian Sengewald als Elmar hat mich noch sehr beeindruckt. Über das Stück selbst kann ich sagen, dass es deutlich besser ist als sein Ruf. Nochmal extra dafür eine Reise planen, würde ich zwar nicht, aber sollte ich wieder in Berlin sein, würde ich es nochmal angucken oder wenn es hier in der Umgebung gespielt würde. Einen schönen Theaterabend hatte ich definitiv!

Tagsdrauf ging es dann zu Mme Toussauds. In den ersten Räumen war ich total desorientiert, weil die Figuren so unglaublich echt aussehen, dass ich gar nicht wusste, wer jetzt Besucher und wer Wachsfigur ist. War mal ganz interessant, aber ich muss mir sowas nicht wieder ansehen. Besonders Spaß hat’s gemacht, Lea beim Posen zu zu sehen. (Ich will deine Fotos sehen!) Später ging es dann in den RitterSport-Laden, den ich einfach liebe. Da kann man sich von den Minis alles mögliche mischen und seine eigene RitterSport-Füllung kreieren, das ist meine Welt. Wir sind noch gemeinsam Pizza essen gegangen, bis sich unsere Wege trennten

Für Heike und mich ging es in mein Lieblings-Stage-Theater, das Theater des Westens, zu We Will Rock You. Dort erwartete uns mit der Besetzung eine kleine Überraschung. Leon van Leeuwenberg ist wieder als BAP bei den Rockern. Er war toll, eine ganz andere Rolle als Wilbur und trotzdem schien sie wie für ihn gemacht. Ein weiteres Wiedersehen gab es mit Dominik Schulz als Dieter und ich habe mich so gefreut. Genial gespielt, mit sehr viel Witz, leider hat er keine Solo-Zeilen zu singen. Jessica Kessler spielte die Scaramouche. Sie war richtig gut und ich bin glücklich, sie mal in einem Musical gesehen zu haben. Nun zu meinen Entdeckungen des Abends. Gudrun Schade, die die KillerQueen einfach mal gelebt hat. Sie war der Hammer! Und Silke Braas, die eine geniale Ozzy gespielt hat. Einen Galileo hatten wir natürlich auch. Und was für einen! Alex Melcher war richtig klasse, er kann so gut spielen, das ist sogar bis ins Hochparkett gekommen. Ich bin so froh, WWRY nochmal gesehen zu haben. Bitte, bitte, bitte holt es wieder nach NRW! Ich wusste, dass mir das Stück total gefällt, aber dass ich es dermaßen liebe, hatte ich über die Jahre vergessen…

Den letzten Tag unserer Reise verbrachten wir im Zoo. Ich mag den Berliner Zoo ganz gerne. Die meisten Gehege sind schön und liebevoll gestaltet und auch recht geräumig. Es gibt noch ein paar armselige kleine, aber daran wird gearbeitet, glaube ich. Es war an dem Tag unglaublich warm und irgendwann war ich etwas genervt, aber als wir dann im Bahnhof was getrunken hatten, ging es wieder. Später gab es nochmal Nudeln und wir haben in der Wohnung DVD geschaut. Ein gemütlicher Abschluss für eine tolle Reise. Danke, Mädels, für die schöne Zeit! Gerne wieder!

Tick, tick… BOOM! – 02.04.2011, KATiELLi Theater Datteln

Mein letzter Musicalbericht ist ja schon ein Weilchen her, in letzter Zeit hatte ich nicht so richtig viel Lust, über die Shows zu schreiben. Auch jetzt muss ich mich ein wenig zwingen, aber bei Tick, tick… BOOM! ist es mir ein wichtiges Anliegen. Denn jeder Bericht ist irgendwie auch Werbung und Werbung ist gut, in diesem Fall mache ich die sehr gerne und aus ehrlicher Überzeugung:
Fahrt alle nach Datteln, sofort! (Und nehmt mich mit…)

Eingang zum KATiELLi Theater

Ich fange mal beim Theater an. Das KATiELLi Theater (*klick*) ist nämlich jeder Rede wert, denn es ist innen drin genauso schnuckelig und niedlich wie es schon von außen wirkt. Bernd Julius Arends hat in seinem Heimatort Datteln ein ehemaliges Kino zum Theater umgebaut. Damit hat er sich nicht nur einen Traum erfüllt, sondern auch ganz tolle Arbeit geleistet. Man merkt an der Theateratmosphäre sofort, wie viel Liebe und Energie da hinein gesteckt wurden. Es ist ein kleines, kuscheliges Plätzchen, an dem man sich sofort wohlfühlt und das auch irgendwie sehr familiär anmutet. Ich war ja schon in vielen Theatern und in einigen war man auch immer bemüht, dass ich einen guten Rollstuhlplatz bekomme, aber so lieb umsorgt wie von Bernd wurde ich noch nirgendwo. Als wir ankamen, sollte ich direkt mal testen, wo ich am besten parken kann. Mein Platz neben der zweiten Reihe war mehr als super. Dadurch, dass die Bühne nicht so riesig ist und somit auch nicht so weit nach hinten geht, konnte ich problemlos alles sehen, obwohl ich leicht seitlich saß. Eine winzige Szene spielte im Gang hinter mir, so dass ich sie nur hörend verfolgen konnte (was Bernd so leid tat, dass er wohl kurz aus dem Konzept kam), aber das war gar nicht schlimm, weil mir hören in dem Fall wirklich ausreichte und ich von anderen Theatern auch schlimmeres gewohnt bin.

Nun aber mal zum Stück und den grandiosen Darstellern. Die Handlung von Tick, tick… BOOM! lässt sich schnell erzählen, trotzdem hat sie Tiefgang und wichtige Aussagen. Die Haupthandlung dreht sich um den Musicalkomponisten Jon, dessen wichtigste Bezugspersonen seine Freundin Susan und sein Mitbewohner Michael sind, was sie natürlich zu den weiteren Hauptrollen werden lässt. Jon wird als vielversprechendes Talent gehandelt, wodurch er sich selbst so unter Druck setzt, dass er in ein kreatives Loch gerät. Zudem naht sein 30. Geburtstag und er macht sich seine Gedanken ums Älterwerden. Susan ist Tänzerin und unterrichtet verwöhnte Kinder ohne Talent, sie würde gerne mit Jon aus New York fortziehen, irgendwo aufs Land. Michael hat seinen Beruf als Schauspieler aufgegeben und arbeitet jetzt sehr erfolgreich in der Marktforschung. Mit Jons Geburtstagsfeier nimmt die Geschichte ein offenes, aber trotzdem rundes Ende.
Jon wurde gespielt von Alex Melcher. Er stand eigentlich durchgängig auf der Bühne, das muss echt anstrengend sein. Die ganze Zeit über war er absolut überzeugend Jon und fiel nie aus der Rolle. Seine Stimme passt natürlich total genial zur eher rockigen Musik. Überrascht hat mich Bernd Julius Arends als Michael und „alles und jeder, männlich“. Nicht, dass ich nicht großartiges erwartet hätte, aber meine Erwartungen wurden eben noch übertroffen. Ich hatte ein paar Zweifel, ob seine Stimme zu dieser Art Musik passen würde. Völlig unbegründet, wie ich schnell merkte. Schauspielerisch saß da sowieso alles und man konnte seine einzelnen Rollen immer sehr gut auseinander halten, auch ohne die Hilfe der kleinen Accessoires. Dritte im Bunde war Vera Bolten als Susan und „alles und jede, weiblich“, die mich auch mehr als nur überzeugte. Sie hat ja in manchen Kreisen den Ruf der „Quäkstimme“, was ich echt nicht nachvollziehen kann. Ich mochte ihren Gesang nämlich sehr und empfand da auch nichts quäkiges. Ihre einzelnen Rollen hat sie auch sehr schön und deutlich ausgespielt.
Dann möchte ich noch schnell meine ganz laienhafte Meinung zu Regie und Übersetzung loswerden. Regie führte Paul Kribbe und ich würde sagen, das hat er wunderbar gemeistert. Es gab echt viele sehr gelungene Momente, in denen man merken konnte, dass auch mit wenig Bühnenbild und Requisite ganz lebendiges und spannendes Theater geschaffen werden kann. Die Übersetzung stammt von Bernd Julius Arends. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich erschaudert zusammengezuckt wäre, weil sich irgendwelche Sätze seltsam anhörten. Natürlich kann man eine Übersetzung nach einmaligem Hören nicht richtig beurteilen und ich halte mich da eh nicht für eine Expertin, aber an dem Abend empfand ich den Text durchgängig als stimmig und durchaus gelungen.

Wer jetzt Lust bekommen hat, sollte schnell zum Telefon greifen und sich Tickets sichern. Die Plätze sind zu recht sehr begehrt!