Ein kontrastreiches Wochenende

Rocky Horror Show – 01.07.2011, Köln

Ja, ich war mittlerweile schon weitaus spontaner, aber auch eine Entscheidung einen Tag vorher kann man noch als spontan bezeichnen. Und mal wieder hat sich die Spontaneität gelohnt. Nicht nur, weil unsere Lieblingssaalwache aus dem Capitol Theater im Musical Dome aushelfen musste, sondern weil die Show wirklich genial war und viel, viel Spaß gemacht hat. Ich hatte zuvor ja so meine Bedenken, nicht die Show betreffend, sondern das Publikum… Konfetti schmeißen, Wasserpistolen, Hilfe?! Diese Bedenken wurden dann auch im Theater erstmal unterstützt. Es waren wirklich viele Leute verkleidet da, das hatte ich nicht in dem Maße erwartet. Ich habe mich zwischen den ganzen Verrückten zum ersten mal als „normale“ Theaterbesucherin gefühlt und nicht als Freak.
Abgesehen davon war das Publikum auch während der Show seltsam. So ziemlich von Anfang an war super Stimmung und richtig Party im Saal, das war toll! Es war echt witzig, „im Regen“ zu sitzen und zu sehen, wie der halbe Saal Zeitungen auf dem Kopf hat oder auch das Lichtermeer war sehr schön. Dann wiederum gab es aber Momente, wo man den Darstellern angesehen hat, dass sie Reaktionen erwarten, aber vom Publikum so gut wie nichts kam. Insgesamt war es aber doch ein heiteres Publikum.

Da die Besetzungsliste am Ende wie ein Filmabspann eingeblendet wird, gab es keine Besetzungsbildschirme. Passt natürlich zur Rocky Horror Show und ist mal eine lustige Idee, aber ich konnte die Liste von meinem Platz aus gar nicht ganz sehen und mir fehlte genau die Hälfte mit den Namen der Darsteller. Nett fand ich an dieser Liste allerdings, dass auch die Backstage-Mitarbeiter aufgelistet wurden. Ein Herz für die fleißigen Bienchen hinter der Bühne!
Ich begnüge mich dann einfach mit den Rollennamen, wo ich die Darsteller nicht sicher weiß. Magenta hat mich schon bei der Eröffnung umgehauen. Ihre Stimme mochte ich sehr, sehr gerne und auch darstellerisch war sie einfach toll. Riff Raff war auch sehr genial! Der hat für einige Lacher gesorgt, so schön wie er Janets „That’s very kind of you“ nachgemacht hat. Seinen Gesang mochte ich auch sehr, aber ich finde eh, dass den Abend das Niveau sehr hoch lag und ich das selten so empfand. Eine weitere lustige Rolle ist die Columbia. Die kann ziemlich viel Scheiß machen und ist total überdreht und sie war einfach genial. Die Doppelrolle Eddie/Dr. Scott hat sich mir jetzt nicht so eingeprägt, allerdings hat mir der Eddie-Teil etwas besser gefallen, da ich das Sprechen von Dr. Scott nicht so mochte. Und jetzt hätte ich beinahe Rocky unterschlagen! Aber auch der war toll, ein leicht dümmliches, muskelbepacktes… Wesen mit toller Stimme.
Nun aber zu denen, wo ich auch Namen zu weiß. Brad müsste von Jon Hawkins gespielt worden sein. Er war sehr niedlich und seine Stiiimme, die war einfach nur unglaublich toll. Ich habe mich sofort in den Klang verliebt. Auch total niedlich war Daisy Wood-Davis als Janet. In Daisy habe ich mich ja schon durch Twitter verliebt, weil ich ihre Tweets immer sehr süß oder lustig finde und so habe ich mich sehr auf sie gefreut. Und dann war sie auch noch auf der Bühne sooo toll, ihre Stimme ist super schön und sie hat toll gespielt. Von den Phantoms war eine Jana Stelley. Die waren alle toll, aber Jana hat es mir besonders angetan. Solche Rollen sind einfach perfekt für sie, ihre Columbia wäre bestimmt auch sehr genial. Es macht einfach Spaß, Jana im Hintergrund zu beobachten. Komme ich nun zum Kracher des Abends, Rob Fowler als Frank’n’Furter. Ein Wort: Wow! Was Rob da gebracht hat, ist einfach nur der Hammer und nicht in Worte zu fassen. Mega-Genial!

Die Rocky Horror Show könnte zu einem „meiner Stücke“ werden, würde sie länger hier spielen. So habe ich das Glück, dass ich mich gar nicht erst richtig daran gewöhnen kann.

Die Päpstin – 02.07.2011, Fulda

Am nächsten Tag ging es dann nach Fulda zur Päpstin. Um die Jugendherberge herum gab es… nichts. Also fuhren wir mit dem Auto in die Stadt, wo sich die Parkplatzsuche auch erstmal schwierig gestaltete. Was ist der Sinn von auf 30 Minuten begrenzten Behindertenparkplätzen direkt vor einem Theater? Nachdem wir einen unbegrenzten Parkplatz gefunden hatten und in meiner wheelmap-App nach einem Restaurant oder Café gesucht haben, wussten wir die Antwort. Da man mit Rolli eh fast nirgendwo reinkommt, braucht man auch nicht so lange parken. Wir steuerten also das einzige rollstuhlgerechte Café an und wollten dort eine Kleinigkeit essen. Eigentlich waren wir zu spät, aber für mich wurde glücklicherweise eine Ausnahme gemacht. Danach gingen wir dann wieder zurück zum Theater und schlenderten durch den dahinterliegenden, wunderschönen Schlosspark.

Nach einiger Zeit ging es dann ins Theater und natürlich auf direktem Weg zum Merchandise-Stand, Programmhefte holen und Besetzungsliste inspizieren. Da gab es dann eine kleine Enttäuschung, zum einen wird das Ensemble nicht aufgeführt, zum anderen war Sabrina nicht da. So spielte Eveline Suter die Päpstin. Und sie hat mich sehr überzeugt! Stimmlich hat sie einige Ähnlichkeiten mit Sabrina, liegt aber insgesamt vom Klang her etwas tiefer. Ich finde das für diese Rolle sehr passend, schließlich täuscht Johanna vor, ein Mann zu sein. Ein wenig schade fand ich, dass sie beim Sprechen öfter mal über einzelne Silben gestolpert ist, aber da war sie an dem Abend bei weitem nicht die einzige. Über Mathias Edenborn als Gerold habe ich mich erstmal nicht so gefreut. Ja, ich wollte ihm eigentlich noch eine Chance geben und bei Musical Rocks! hat er mir auch gut gefallen, aber gerade die positiven Meinungen über sein Cover machten mich skeptisch. Nun muss ich also zugeben, dass er mir ausgesprochen gut gefallen hat. Ich bin froh, ihn gesehen zu haben und so nochmal einen anderen Eindruck von ihm bekommen zu haben. Sehr angetan bin ich auch von Isabel Dörfler in ihrer Dopelrolle Johannas Mutter/Marioza. Die beiden Rollen sind ziemlich verschieden und sie hat aus beiden das beste gemacht, so dass ich mich nicht festlegen mag, welche Rolle mir besser gefiel. Ich mochte sie in beiden sehr gerne. Christian Schöne hat einen sehr fiesen Anastasius gespielt. Einen richtig ekelhaften Typen, dem man lieber nicht im Wege steht. Dass er in Wirklichkeit so super sympathisch ist, hatte ich bei der grandiosen Darstellung echt nicht erwartet. Mein Hauptgrund, neben Sabrina, für die Reise nach Fulda war Matthias Bollwerk als Johannes und in diversen weiteren Nebenrollen, die fast größer waren als seine „Hauptnebenrolle“. Ich habe mich immer sehr über seine Solo-Zeilen in den Liedern gefreut, weil ich seine Stimme so gerne mag. Außerdem hat er mir auf dem Jahrmarkt gefallen, wo er jonglieren und zaubern durfte, und als Quacksalber mit lateinischem Text aus Frühlings Erwachen. Wenn man sich die Kinderbesetzung im Programmheft ansieht, denkt man, dass sind alles kleine Überflieger, die schon im Mutterleib mit Ballett angefangen haben. Und dieses Talent konnte man merken. Doreen Sommer als kleine Johanna hat mich überzeugt und mir sehr gut gefallen. Auch Finn McGilvray als kleinen Johannes fand ich gut und nicht bloß niedlich.

Auf mehr Einzelpersonen werde ich jetzt nicht eingehen. Es sei aber gesagt, dass mir jeder im Ensemble, egal ob Haupt- oder Nebenrolle gefallen hat. Alle zusammen haben ein sehr schönes Stück auf die Bühne gezaubert und mir einen tollen Theaterabend bereitet.

Vielen Dank allen Beteiligten für dieses tolle Wochenende!

4 Gedanken zu „Ein kontrastreiches Wochenende“

  1. danke Melly, jetzt weiß ich endlich warum mir der lateinische Text so bekannt vor kam 😀 An FE hab ich ja gar nicht gedacht…

  2. Ich dachte nur, dass kennst du, aber woher?! :-DIch hab schon an meinen Lateinunterricht gedacht^^ Die Szene war aber auch zum schießen

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