„Hand aufs Herz“

Eigentlich wollte ich schon nach der ersten Woche über Hand aufs Herz bloggen, aber irgendwie fehlten mir da noch die Worte und es hat sich einfach nicht ergeben. Mittlerweile habe ich also schon zwei Wochen tapfer durchgehalten und brav jede Folge geguckt. Mal „live“ um 18 Uhr auf Sat1, mal verspätet eine Aufnahme. Tja, und was soll ich nun sagen?

Sonderlich hohe Erwartungen hatte ich eh von Anfang an nicht, nur ein klein wenig Hoffnung, dass es vielleicht doch besser wird als gedacht. Als Sat1 bekannt machte, dass es eine neue Soap in Eigenproduktion heraus bringen würde, die sich durch viele Gesangs- und Tanzeinlagen von anderen Soaps abhebe, war mein erster Gedanke: „Aha, jetzt wird also Glee kopiert.“ Auch die ersten inhaltlichen Beschreibungen hörten sich noch sehr glee-mäßig an. Schulchor besteht aus den Loosern der Schule, Sportgruppe ist die Schulelite, Sportlehrerin will Chorlehrer(in) das Leben schwer machen etc. Aber es wird doch immer mehr Soap und immer weniger Glee.

Man merkt schon – und das ist ja irgendwie auch klar -, dass ich Hand aufs Herz nicht für sich betrachten konnte, sondern immer wieder mal Vergleiche zu Glee gezogen haben. Dabei kommt Hand aufs Herz leider nicht sonderlich gut weg. Einige Ideen, die bei Glee noch witzig waren und Charme hatten, wie etwa die Telefonkonferenz, wirken bei Hand aufs Herz für mich nur noch abgekupfert und einfallslos. Weiter steht bei Glee jede Folge unter einem Motto, mal mehr und mal weniger tiefgründig, so etwas fehlt mir bei Hand aufs Herz noch völlig. Da plätschert einfach nur eine belanglose Story vor sich hin.

Aber was mich wohl am allermeisten ärgert, ist, dass man als Musical-Fan unter dem Vorwand einer „Musical-Soap“ auf eine völlig falsche Fährte gelockt wird. Es wird nur ungefähr in jeder zweiten Folge ein Lied angesungen und in den bisherigen zehn Sendungen waren das erst drei verschiedene. Davon wiederholt sich Kiss from a Rose am meisten. Ich weiß, dass nicht nur ich das als langweilig und mittlerweile sogar nervig empfinde.

Da ich aber jemand bin, der gerne zweite und dritte Chancen vergibt, werde ich wohl trotzdem noch ein, zwei, drei Wochen dran bleiben und gucken, wie sich das so entwickelt. Dass es niemals den Suchtfaktor und den Charme von Glee erreichen wird, ist mir klar, aber vielleicht entwickelt es sich dennoch etwas zum positiven. Außerdem freue ich mich immer, wenn Köln gezeigt wird und ich die Plätze zuordnen kann. Und ich mag die Szenen mit Dennis Schigiol als Hotte und erwarte schon freudig das erste Auftreten von Lucy Scherer.

6 Gedanken zu „„Hand aufs Herz““

  1. Ich denke, weil es eher eine Soap ist, wäre das mit dem Motto für jede Folge etwas schwer, weil es jeden Tag kommt, was nicht heißt, dass ich das jetzt irgendwie als gut befinde. Bei HaH (was ist das eigentlich für ein bekloppter Titel) steht weder die Musik noch die Schüler im Vordergrund (allerdings mag ich die meisten sowieso nicht davon).

    Ach, ich muss mich auch noch mal blogtechnisch darüber auslassen ^^

    1. Naja, wenn man ein Thema tiefer behandeln wollen würde, ginge das ja trotzdem. Man könnte ja auch mehrere Folgen unter einem Motto laufen lassen, mit 30 Minuten Sendezeit kann man echt nicht so viel anfangen, aber ein Thema pro Woche oder so wäre sicher möglich.
      HaH war ja ursprünglich nur der Arbeitstitel, so stand es jedenfalls in den ersten Mitteilungen. Scheinbar ist man dabei geblieben. Das Logo mit den Händen finde ich sogar ganz süß, wobei Hände ja irgendwie auch wieder glee-mäßig sind, naja…

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